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Als Leichtgepäck-Rekordhalterin unter den Modepiloten habe ich neue Tipps für Euch parat. Ich weiß da gar nicht, wo ich anfangen soll: beim 4in1-Bikini, der Gesichtspflege oder dem smarten Rucksack.

Das Gepäckstück

Ja, richtig, ich tausche Handgepäck-Trolley gegen Rucksack ein. Das kann ich jetzt machen, weil gutes Design auf Trackingrucksack-Qualitäten trifft. Als Modejournalistin denkt man beim Thema „Rucksack” sonst an Pradas Nylonrucksack von 1979, dem Grundstein für Miuccia Pradas Erfolg. Oder an Karl Lagerfelds Graffiti-Rucksack von 2014 für Chanel. Diese Modelle helfen vielleicht bei der Rucksackakzeptanz in der Mode, aber nicht beim Packen.

Für einen Rucksack liegen die Standards mittlerweile höher, auch bei Modeleuten. Meine Wahl: der Chrome Summoner. Er eignet sich als City-Rucksack, genau wie für eine kurze Reise.

Seine Größe verstelle ich mit Gurten auf Aktentaschen- bis Weekendervolumen. Er hat zwei Griffe, oben und an der Seite, und ließe sich also auch quer an der Hand tragen. Mit seinen gepolsterten, perfekt geformten Riemen, sowie seiner gepolsterten Rückseite, eignet er sich auch als Wanderrucksack!

Rucksack 'Summoner' von Chrome in voller Breite (links) und flach (rechts)

Was mich darüber hinaus überzeugt, ist die durchdachte Aufteilung. Der Rucksack lässt sich wie ein Koffer öffnen. Damit habe ich beim Aus- und Einpacken den vollen Überblick und kann auch Gebügeltes mitnehmen. Gleichzeitig kann ich, wenn ich z.B. unterwegs, von oben durch einen regenfesten Reißverschluss an meinen Laptop ran, der von allen Seiten gut gepolstert im Rücken sitzt. Überhaupt mag ich die stets mattschwarzen Verschlüsse von Chrome.

Innenleben des Chrome Summoners: mehrere Taschen, auch atmungsaktive, für Wäsche, Dokumente, Kosmetik

Für einen schnellen Zugriff gibt es im geschützten Rückbereich noch eine extra Tasche für z.B. Kreditkarte, Tickets und Dokumente. Auch lässt sich durch die Zweiteilung des großen Hauptfaches z.B. Geschäftliches von Übernachtungszeug trennen.

Reicht der Rucksack wirklich fürs Verreisen?

Klar, in den kommenden Monaten brauchen wir ja nicht so viel: flache Sandalen statt dicker Winterstiefel; Cardigan statt Wollblazer. Eine Jacke mit herausnehmbarem Futter ist auch eine gute Idee. Der absolute Clou für die Sommermonate aber ist:

4in1-Bikini

Zwei Tage hintereinander am Starnd im Lieblingsbikini abhängen? Kein Problem. Am dritten Tag wäre ein neuer Style aber nicht verkehrt. Was wäre, wenn man das mit ein- und demselben Bikini ermöglichen könnte? Was, wenn man vier verschiedene Looks mit ein- und demselben Bikini hätte?

All das ist mehrfach wendbarer Bikini aus der Sommerkollektion 2019 von Maaji

Es gibt viele neue dieser doppellagigen Styles jede Saison, insgesamt über 300 bei der kolumbianischen Beachwear-Marke Maaji. Bei diesem Modell Cayenne kann man Ober- und Unterteil auf links drehen und somit zwischen Unifarben und Muster wechseln, oder aber auch das Oberteil mit der Schnürung vorn oder hinten tragen.

Bikini 'Cayenne' von Maaji mit der Schnürung hinten

Vor vielen Jahren hatte ich mir mal einen wendbaren Badeanzug von Maaji in Südafrika gegönnt und kann Euch versichern: Die Qualiät ist hochwertig und das matte Material sieht in Wirklichkeit noch viel schöner aus (schlechte Erfahrungen mit Bademode, die nur auf den kleinen Instagram-Quadratformaten gut aussieht, haben wir jetzt vermutlich alle schon gemacht).

Wie spare ich bei der Kosmetik an Gewicht und Platz?

Alles in 15 ml-Fläschchen abzufüllen, war meine Lösung der letzten Jahre (reicht auch für zweiwöchige Urlaube, außer bei Sonnencreme). Aber der neueste Streich: auf noch mehr Flüssigkeiten verzichten. Statt Gesichtswaschgel, Gesichtswasser und Augen-Make-up-Entferner verwende ich nur noch ein rundes Abschminkpad, wie hier neulich ausführlich beschrieben und vorgestellt >>>. Das spart nicht nur Geld, Plastik und Platz ein, sondern ist auch besser für meine Haut.

Weitere Tricks, um Produkte einzusparen:

  • Sonnencreme mit Tönung verwenden. Dann braucht man kein Make-up mehr.
  • Haaröl in ein kleines Probenfläschchen (10 ml reichen aus) abfüllen. Das ist super egiebig und kann Conditioner und Haarkur für ein paar Tage ersetzen, auch bei sehr langem Haar.
  • Weleda Skin Food-Creme als Allrounder für Körper, Gesicht (bei sehr trockener Haut!) und Haarspitzen.
  • Haarbürste: der kleine Tangle Teezer.
  • Parfum: Tester vom Lieblingsparfum. Den kann man online finden, wenn man z.B. den Duftnamen in Verbindung mit „Sample Spray” in die Google-Suche eingibt.
  • Nagellack? Wir testeten neulich Nagelfolien und waren positiv überrascht: Sie sahen wie Lack vom Profi aus und hielten zwei Wochen. Außerdem brauchte man keinen Nagellackentferner. Man konnte die Folien abziehen. Hier geht es zum Test (Instastories) >>>

Der Beitrag So, Freunde des leichten Gepäcks! erschien zuerst auf Modepilot.

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Jule Waibel ist Designerin, ihr wichtigstes Werkzeug: heißer Dampf. Die Stuttgarterin lebt seit zweieinhalb Jahren in Berlin, wo sie ihre Faltkunst weiterentwickelt – zu wunderschönen Kleidern, Möbeln und anderen Gegenständen. Beigbracht hatte sich Waibel die ersten Falttechniken während ihres Studiums am Royal College of Art in London.

Badeanzug von Jule Waibel

Ich treffe die 32-Jährige im Departmentstore Lodenfrey. Für eine Auftragsarbeit kam sie nach München: 30 Meter Denimstoff kunstvoll in Rauten zu vier Meter Schaufensterdekoartion gefältelt und gebügelt. Drumherum sind die neuen Jeansmodelle von '7 For All Mankind' ausgestellt.

Waibel selbst ist kein '7 For All Mankind'-Typ. Die Jeanshose, die sie trägt, ist ohne Stretchanteil, karottig und bis zum Bauchnabel geschnitten. Anders als bei den Lodenfrey-Kundinnen an diesem Donnerstagmorgen kommen ihre Sneaker ganz ohne Nieten und Keilabsatz aus. Dafür trägt sie weiße Socken zur knöchelfreien Jeans. Soweit sind die Münchnerinnen noch nicht.

Jule Waibel auf einem ihrer Hocker aus Kork

Warum bist Du von London nach Berlin gegangen?

Waibel: „Ich war fünf Jahre in London, der Brexit drohte, und es wurde eh Zeit für mich, eine neue Stadt kennenzulernen. Viel hatte ich noch nicht gesehen. Ich dachte an Paris oder New York, aber mein Bruder (Sänger Cro, Anm. d. Red.) meinte, dass Berlin cool sei und das Richtige für mich. Er hatte Recht. Ich habe die Entscheidung nie bereut, hierher gekommen zu sein – in Berlin fühle ich mich zuhause. Hier kann ich mir auch – im Vergleich zu London, Paris oder New York – ein großes Atelier leisten.”

Kleider aus einer Kooperation mit Jasmine Deporta

Glaubst Du, dass man als junge, deutsche Designerin eine Stadt wie London, Paris oder New York braucht – als Sprungbrett –, um in Deutschland Fuß zu fassen?

Waibel: „Es ist eher so, dass man durch so einen Aufenthalt einen Blick auf die Welt bekommt und beginnt, größer zu denken. Das hilft einem beim Aufbau der eigenen Marke natürlich. Seit Kurzem habe ich zwei Mitarbeiter: eine Couture-Schneiderin für die Mode und einen Produktdesigner, der mit mir die Stoffe für die Möbel faltet.”

In Falten gepresstes Denim für Mustang Jeans

Woher kommt die Leidenschaft fürs Falten?

Waibel: „Wir hatten im Studium diese Aufgabe, Minimum und Maximum zusammen zu bringen. Da kam mir die Idee einer Vase, die im gefüllten Zustand ihre Maximalgröße erreicht und im leeren Zustand flach gefaltet werden kann. Ich kaufte mir Bücher und schaute mir Youtube-Videos an, um mir verschiedene Falttechniken beizubringen. Ich probierte lauter Materialien aus, besorgte mir ständig neue, vom Duschvorhang bis zu flüssigem Latex.”

Vasen aus Acryl

Und bis heute hält diese Leidenschaft und Suche an oder verliert sie langsam an Reiz?

Waibel: „Überhaupt nicht! Es gibt noch so viele Materialien, die ich noch nicht gefaltet habe! Außerdem hat es etwas Meditatives für mich – ich bin sonst ein sehr ungeduldiger Mensch, aber diese Arbeit beruhigt mich. Ich kann dabei ganz stoisch ein Ziel verfolgen.”

Würdest Du für H&M eine Kollektion entwerfen?

Waibel: „Schwierig. Ich hatte auch schon Gespräche mit Ikea, die scheiterten. Weil ich es einfach schwierig finde, wenn ich nicht weiß, wo die Dinge hergestellt werden. Außerdem müsste ich die Falttechnik dann erst einmal den Leuten in China beibringen.”

Also lieber direkt bei Jule Waibel einkaufen. Hier geht es zu ihr in den Onlineshop (Geldbeutel schon ab 59, Tops ab 130 Euro) >>>

Der Beitrag „Es gibt noch so viele Materialien, die ich noch nicht gefaltet habe.” erschien zuerst auf Modepilot.

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Vorfreude ist die schönste Freude. Daher planen wir seit Wochen unsere Sommergarderobe. Die gute Nachricht: Viel Neues braucht es nicht. Ein neues Kombinieren alter Lieblingsstücke macht es (teilweise) möglich. Außerdem ist gerade nichts so unsexy, wie das unbedachte Konsumieren neuer Kleidungsstücke.

Modehäuser zollen dieser Stimmung Respekt. Das zeigt sich z.B. in Diors Sommerkollektion, wo wir bekritzelte Taschen (die Edding-Schriftzüge sind eingestickt), ausgewasche Farben und Batikkleider sehen.

Farben

Es gibt keine bessere Farbe als jene, die einem steht. Egal, was Pantone sagt. Das vom Farbinstitut ausgerufene und viel zu oft nachgeplapperte „Living Coral” ist jedenfalls nicht einmal eine Modefarbe geworden. Stattdessen…

Sacai, Frühjahr/Sommer 2019

… Stattdessen sehen wir viele Trenchcoat-Farben: Ecru, Beige, Schlamm. Dazu gesellen sich Wasserfarben, Schilfgrün und die Akzentfarben Knallgelb und Orange. Besonders schön: Die Kombination aus Knallfarben und Beigetönen.

Tipp: Alten Trench mit gelben Schuhen kombinieren oder einer Tasche in Knallfarbe.

Kleiderschrank ggf. ergänzen:

Muster

Merksatz: Für Hosen und Jacken einen Musterstoff wählen, den man gern an der Wand eines Fünf-Sterne-Plus-Hotels sehen würde. Die Drucke und Jacquardgewebe zeigen Straßen- oder Dschungelszenerien, oder auch Muster aus Obst, Vogel und Girlande.

Alternativ: Alles, was nach altem Lieblingsteil aussieht.

Der Beitrag Sommer 2019: Welche Farben, welche Muster? erschien zuerst auf Modepilot.

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2018 klemmten sich Models noch schicke Seidenbeutel unter die Arme oder trugen kleine Body-bags und Fanny-backs um ihre zierlichen Körper. Ich schrieb „Mit der Handtasche auf der Flucht”, um den neuen Trend zu beschreiben, bzw. die Art wie man seine Handtasche heute zeitgemäß trägt, nämlich praktisch und allzeit bereit zu türmen. Da ahnte ich noch nicht, dass diese Formensprache für 2019 ganz neue Ausmaße annehmen wird!

Body-bags mit dem Fassungsvermögen eines Weekenders

Jacquemus, Herbst/Winter 2019

Jetzt wurden den Models für die kommende Herbst/Wintersaison große Taschen rechts und links angehängt – wie Packesel wurden sie bei Palm Angels und Max Mara beladen.

Die Beutel bei Jacquemus besitzen das Fassungsvermögen von Reisetaschen. Bei Rick Owens und Sacai sind sie praktischer Weise direkt auf den Mantel genäht worden. Es scheint, als reagieren die Designer auf eine Angst, die mich ergreift, wenn ich das Weltgeschehen verfolge. Wir sehen einen menschenunwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Wir beobachten einen wachsenden Rassismus in den USA, einen wachsenden Antisemitimus in Frankreich und Deutschland. Beklemmende Gefühle steigen da auf und die Fragen: Wo führt das hin? Was können wir tun? Müssen wir weg?

Rick Owens, Herbst/Winter 2019

Wenn mich ein Designer mit seinen Ideen berührt; wenn ich das Gefühl bekomme, dass er Ähnliches empfindet, dann verliebe ich mich in seine Entwürfe.

Bestens vorbereitet mit den neuen Outfits von Sacai & Co.

Die Mode ist immer ein Spiegel aktueller Entwicklungen – politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Auswirkungen auf unser Leben. In Taschen ausgedrückt, heißt das: Wir haben im Zweifel lieber alle sieben Sachen schnell gepackt. Allein die Möglichkeit dazu zu haben, ist uns eventuell ein neues Outfit wert.

Auch, wenn wir dann unser iPhone oder die Bankkarte kaum finden werden können in den Untiefen unserer Kleidung für den Notfall. Im Falle der Outfits von Chitose Abe für ihr Label Sacai nehme ich das aber liebend gern in Kauf. Die schützen mich auch im Kampf gegen meine Unentschlossenheit am Morgen und überhaupt.

Eine elegante Variante: der Taschenschal aus Leder von Max Mara

Der Beitrag Taschen 2019: Lieber auf alles vorbereitet sein erschien zuerst auf Modepilot.

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Wenn der Herbst einzutreffen droht, beginnt naturgemäß die Zeit der Schutzbedürftigkeit. Je nach Modeangebot können wir es dann kaum erwarten, uns auf Kälte, Wind und Nässe vorzubereiten. Dafür wird uns im September weniger Oversize-Funktionskleidung von Balenciaga zur Verfügung stehen, dafür umso mehr Leder, Hosenröcke und eine Flucht hin zu alten Werten. Das verleiht auch Sicherheit.

Hosenröcke bei Christian Dior, Loewe und Celine (v.l.n.r.)

Hosenröcke aus grauer Wolle mit Bundfalte, hoch geschlossene Bluse, Kaschmirpullover, Blazer und zarte Halskette – das sieht jetzt alles wieder mehr nach Bildungsbürgertum als nach Proletariat aus. Brockhaus statt YouTube. Die Sehnsucht ist leicht greifbar – nicht immer ist deren modische Erfüllung aber ein Schritt nach vorn. Kommerziell vielleicht.

Ich aber möchte nicht nach „Mädchen spielt Student” aussehen. Und auch nicht wie ein Berliner Tween, der sich auf das Shoppen nach Kilogramm versteht. Daher:

Danke an Cédric Charlier, Haider Ackermann, Hermès, Loewe, Sacai u.v.m.

… für Kleider mit denen man sich nicht verkleidet fühlt – weder zu nostalgisch noch futuristisch. Danke für Outfits die inspirieren und für Einzelteile, die ein Upgrade meiner Garderobe bedeuten. So macht es auch Freude, wieder auf der Luxusmeile einzukaufen.

Celine – Was ist da los?

Die zweite Kollektion von Hedi Slimane für Celine ist zwar das Gegenteil der ersten: hochgeschlossen und konservativ statt bitchy. Aber sie ist nichts weiter als das Zusammenstellen alter Klamotten – das sieht an einer Studentin cool, aber nicht nachahmenswert aus. Doch offenbar trifft diese Kollektion mitten ins Herz vieler Modefans, weil es so vertraut aussieht. Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde.

Modejournalisten, denen „Look at me, I’ve got a plan” über die Show-Musik eingehämmert wurde, glauben jetzt, dass Hedi Slimane eine Strategie verfolgt. Aber welche soll das sein? Unsere Erwartungshaltung so klein kochen, bis uns die kleinste Vision, die er für das Haus hat, umhaut?

Bislang belegt er einen Grundkurs in Kollektionsfindung: erst die Fortsetzung dessen, womit er bei Saint Laurent 2016 aufhörte (Selbstfindung, vermutlich). Das war für die kommende Sommermode. Jetzt dann also das Nachschneidern des Siebzigerjahrearchivs von Celine. Hedi Slimane mag ein Meister des subtilen Updates sein, doch das verschließt sich meinem grobschlächtigen Modeverständnis.

Vorsicht beim Durchklicken der neuen Kollektion: Ein stechender Secondhandgeruch könnte die Nase hochklettern und verweilen.

Celine, Herbst/Winter 2019
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Marco Rechenberg muss erst einmal überlegen. Der stellvertretende GQ-Chefredakteur wunderte sich bislang nicht darüber, dass seine körpereigene Wärmeregulation sehr viel besser funktioniert als die der meisten anderen, allen voran meiner.

v.l.n.r.: Instagrammerin Caro Daur, Marc Goehring (032c), Marco Rechenberg (GQ)

Auch im Januar schon in Florenz kam es ihm nicht komisch vor, dass er als einziger nacktes Bein zeigte? Auf der Herrenmodenwoche ist nacktes Bein eh schon selten zu sehen! Aber wir sahen ihn sogar in kurzen Hosen, als wir nachts bei Minustemperaturen im Kreuzganghof der Basilika Santa Maria Novella saßen. Wir warteten dort auf den Beginn der Y-Project-Show. Yilmaz Aktepe (Men’s Health) brachte eine Filzdecke aus dem Hotel mit, um nicht zu frieren. Ich trug vier Schichten Wolle.

Yilmaz Aktepe (Men’s Health) im Januar im grünen Kreuzgang der Basilika Santa Maria Novella

Ich dachte damals, mei, wenn die Miuccia Prada das so empfiehlt, kann man ja mal ne Ausnahme machen. Aber sein regelmäßiges Auftreten in kurzen Hosen irritierte mich dann doch nachhaltig. Ich, die immer friert, mich mit Kaltduschen versuche zu trainieren, und nacktes Bein nur ab 28 Grad aufwärts zeigen kann, leider. Als Marco dann in noch kürzeren Hosen (mein Freund: „Ich sehe keine Hosen, aber ich mag seine Unterwäsche.”) bei der Paris Fashion Week auftaucht, konnte ich nicht mehr an mir halten, und schrieb ihm:

Marco, sag, wie machst Du das, dass Du nicht frierst? 

Seine Antwort ließ ein wenig auf sich warten, aber sie kam so zuverlässig wie seine überraschenden Outfits:

„Liebe Kathrin, ich überlege schon seit Tagen, was die Antwort ist. Ich muss sagen, dass ich den Luftzug um die Beine gar nicht störend finde, im Gegenteil. Es geht ja darum, sich selbst ein bisschen zu fühlen und um den Thrill etwas total Abwegiges zu tun, wenn man in Short Shorts nachts durch die minusgradige Stadt läuft. Das Fallnetz ist ein langer Coat, sowohl in optischer als auch in klimatischer Sicht. Für mich funktioniert der Look abends nur mit einem schweren Mantel.”

Danke, Marco, ich werde das jetzt auch eimal probieren. Plus einer Fettcreme vielleicht.

Der Beitrag Short Shorts: Darum friert Marco Rechenberg nicht erschien zuerst auf Modepilot.

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Termine streichen und Alarm setzen, denn vom 6. bis zum 11. März 2019 findet eine Martin Margiela-Auktion statt – Online only!

Die über 200 signierten Stücke werden vom 26. Februar an bei Artcurial in Paris ausgestellt. Wer also zur Fashion Week anreist, hat hier einen Termin mit lauter garantierten Laufsteg-Highlights. Unter den Schuhen, Accessoires und Kleidungsstücken, die Modegeschichte schrieben, befinden sich auch die mit Klebeband ummantelten „Fragile”-Pumps aus der Frühjahr/Sommerkollektion 2006, Schätzpreis 1.200 bis 2.200 Euro.

Weitere Exponate

Was werde ich zu den Klebebandschuhen am besten anziehen? Darf man so ein Sammlerstück überhaupt tragen? Ich finde so eine gepflegte, ordentliche Brunello-Cuccinelli-Montur ganz passend – die beiden stehen sich gegenseitig nicht im Weg, ergänzen sich. Was meint Ihr?

Dezenter Sommerlook von Brunello Cuccinelli

Das Outfit ist perfekt: Es ist komplex, ohne kompliziert zu sein; dezent, aber alles andere als langweilig. Es hat eine Silhouette, aber ist an luftiger Weite kaum zu überbieten. Die Hose ist hoch geschnitten und aus Baumwolle, die Weste ist aus Leinen und hat einen Satinschal eingenäht. Damit gehe ich bei 30 Grad durch den Eisbach zum Kundentermin ins Luitpold Café spazieren. Das ist in München ein Kaffeehaus, wo man noch Baumkuchen bekommt und die Tasse einen Henkel hat.

Bermudas und Weste Hornknöpfen und Ledergürtel von Brunello Cuccinelli, über net-a-porter.com (hier gestylt mit Sandalen von Chloé)

Im März freue mich auch auf die (endlich) erscheinende „Red Lips”-Handtasche von Marcell von Berlin. Der Designer läutet damit seine erste Accessoire-Linie ein. Die Socken mit dem anzüglichen Motiv habe ich schon und ich liebe sie!

Rote Lippen soll man küssen, denn zum Küssen sind sie da

Die schwarzblaue Ledertasche hatte ich schon im vergangen Jahr ins Visier genommen, nachdem ich sie im Münchner Showroom sah. Solche Impulse lassen für gewöhnlich bald nach, aber in diesem Fall…

Der Print wurde von Marcell selbst entwickelt. Er zeigt nackte Frauen in verschiedenen Positionen mit einem roten Kussmund. Manchmal befindet sich dieser auch zwischen den gespreizten Beinen. Es ist nicht nur ein provokanter Print, es ist schlicht auch ein schöner.

Die „Red Lips”-Kollektionen, auch die Socken! (weil ich danach gefragt wurde), gibt es aktuell in den Stores in Berlin, Frankfurt und Los Angeles. Die Tasche wird es in zwei Größen geben, die größere kostet dann 560 Euro, die kleinere 480 Euro. Das find ich fair!

Echtschmuck mit gutem Gewissen

Je mehr man über die Gewinnung von Gold liest, desto mehr möchte man Plastikschmuck tragen. Nein? Dann lasst uns bei jenen Unternehmen kaufen, die die Gewinnung ihrer Rohmaterialen transparent machen und nachweisen, dass sie voll verantwortlich handeln. Das tun leider nicht viele. Von den Großen geht immerhin Tiffany & Co. mit gutem Beispiel voran, heißt es bei Human Rights Watch >>>.

Auf der sicheren Seite sind wir auch mit dem Echtschmuck von Vieri. Da kümmert sich Guya Merkle, Firmeningründerin und Geschäftsführerin, höchstpersönlich und vor Ort um angemessene Arbeitsbedingungen. 2012 gründete sie eine Stiftung, die Earthbeat Foundation, die sich mit den Rechten der Minenarbeiter auseinandersetzt. Für ihren Vieri-Schmuck wird entweder recyceltes Gold verwendet oder Gold aus der Mine Sotrami in Peru gewonnen, wo faire Arbeitsbedingten und faire Bezahlungen garantiert sind.

Ring ‚Tiny Clouds‘ aus 18 Karat Roségold mit einem Regenbogenquarz und einem 0,02 Karat Brillanten, über thewearness.com

Modeschmuck mit gutem Gewissen

Auch Modeschmuck sieht gleich viel schöner aus, wenn dahinter Menschen stecken, die sich gute Gedanken machen. Man es sieht es dem Design einfach an! Bei Tassel Tales sind es die drei entzückenden Schwestern Stephi, Sophie und Ali Eisl. Sie leben in Wien und Berlin und arbeiten mit Frauenkollektiven in Indien zusammen. Ihrem Gesamtkonzept aus Jeansjacken, Kleidern, Babouche-Slippern und diesen extra großen ‚Diya‘-Ohrringe durfte ich bei der GreenStyle-Messe in München letztes Jahr den Nachwuchspreis übergeben.

Die Ohrringe sind aus organischer Baumwolle gefertigt und es gibt sie in verschiedenen Farben – leider ausverkauft. Aber sie werden gerade nachproduziert und sollten Ende März wieder verfügbar sein. Zu Tassel Tales >>>

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Wenn wir Blumen wären, nach welcher Sonne würden wir uns 2019 drehen? Sehnen wir uns nach heiler Welt, in die wir blindlings flüchten können, in der ein Berg aus Kuscheltiere auf uns wartet und wir den Kopf hineinstecken können? Oder ziehen wir uns die Stiefel von Bottega Veneta und Prada mit dicker Gummisohle an, mit denen man notfalls in den Untergrund gehen und für das kämpfen kann, woran man glaubt?

Vermutlich brauchen wir beides.

Mode für Herbst/Winter 2019

Von verträumt bis kämpferisch; von New York über London bis nach Mailand: Die Designer geben uns alles an die Hand, wonach uns im Spätsommer 2019 vermutlich sein wird. Daniel Lee zeigt sich mit seiner ersten Kollektion für Bottega Veneta entschlossen, weniger den Kopf in die Wolken zu stecken als ein Vorgänger Tomas Maier. Auch Miuccia Prada hat aus dem Fashion Wunderland wieder zurück gefunden zu ihrer Kundin, die auch ernst genommen werden möchte.

Weite Hosen für kurz und lang

Das, worauf sich jetzt alle, aber wirklich alle einigen können: extra weite Hosen. Bodenlange Bundfaltenhosen sehen an 1,90 m großen Topmodels auch wirklich umwerfend aus! Die kürzen, ballonförmigen Denimhosen sehen auch an anderen Frauen toll aus, allerdings und leider nur mit High-heels. Oder wie seht Ihr das? Ich bin jedenfalls gespannt, ob sich die weite Hose auf der Straße (außerhalb der Fashion Week) doch einmal durchsetzen wird.

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Lucie und Luke Meier kleiden Jil Sander-Kundinnen jetzt schon seit zwei Jahren ein. Gestern zeigten sie in Mailand ihre vierte Saison, Herbst/Winter 2019. Damit werden die beiden Designer auch die letzte verschollene Jil Sander-Anhängerin zurückgewinnen. Céline-Kundinnen finden hier auch ein neues Zuhause.

Elegant geschnittene Mäntel, super weite Hosen (Jil Sander sagte einst, sie würde Leggings verbieten lassen, wenn sie es könnte) und übergroße Hemden sind so ‚in your face‘ nicht ‚in your face‘. Die Trägerin eines solchen Looks flüstert: „Mode und guter Geschmack müssen sich nicht ausschließen.” Voll auf der Höhe der Zeit zu sein, das geht auch leise und in Senffarben mit einem gelben Ohrring.

Lucie und Luke Meier sind seit elf Jahren verheiratet. Sie wuchs in Zermatt mit österreichischer Mutter und deutschem Vater auf und war zuletzt als Co-Chefdesignerin bei Dior für die Haute Couture und Prêt-à-porter verantwortlich. Er wuchs in Kanada mit schweizerisch-englischen Eltern auf und war acht Jahre lang Kreativdirektor von Supreme. Bei Jil Sander arbeiten sie das erste Mal zusammen. Die Spannungen und Harmonien, die aus männlicher und weiblicher Sichtweise entstehen, oder zwischen hoher Schneiderkunst und Streetwear, sind das beste Rezept für unsere Zeit!

Es gefällt vermutlich auch der heute 75-jährigen Markengründerin (Anfrage läuft). Denn wie männlich oder wie pur darf ein Look heute noch sein, damit die Trägerin möglichst unbemüht à la Sander daherkommt? Wie weibisch sollte er werden? In den letzten 20 Jahren, seit Sanders erstem Rückzug aus dem Unternehmen, hat sich viel getan. Ein Hosenanzug sieht heute schnell angestrengter aus als ein tailliertes, ausgestelltes Blümchenkleid.

1996 sagte Sander in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.” Das sagte sie im Übrigen wortwörtlich so.

„Effortless” – elegant, aber nicht „ladylike”

Die Designer verstehen sich darauf, dem magischen Jil Sander-Stil gerecht zu werden. Sie geben genug rein, um ihn spannend zu halten, und lassen genug weg, um geschmackvoll zu bleiben.

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Interview mit Annette Weber über das, was man „Street Style” nennt

Modeexpertin und Bloggerin Annette Weber und ich treffen uns zu einem Interview im Münchner Literaturhaus. Wir sprechen über den Street Style-Wahnsinn, den sie selbst betreibt (und darüber, was sie viel lieber tun würde), seitdem sie nicht mehr Chefredakteurin der deutschen InStyle ist. Sie betreibt den Blog Glamometer und trennt sich gerade von ihrer Geschäftspartnerin Viktoria Rader, genannt „Viky”.

Annette kommt 2018 mit ihrer Ex-Glamometer-Partnerin Viky bei der Max Mara Fashion Show an

Annette, warte, das Band lief noch nicht. Kannst Du das bitte wiederholen? (Annette kommt abgehetzt vom Tag und lässt sich ins Sofa fallen.)

Annette: „Am liebsten würde ich im stillen Kämmerlein sitzen und den ganzen Tag Schnulzen schreiben.”

Gar nix mit Mode? 

Annette: „Nein, nein, gar nix mit Mode! Ha, ich kann so gut Schnulzen schreiben.”

Warum machst Du das nicht? Das interessiert die Leute vermutlich mehr als Mode…

Annette: „Die Texte sind doch den meisten total egal. Für einen guten Text habe ich einen Tag lang Arbeit, eigentlich zwei, und ich bin schon superschnell. Aber so ein Foto ist schnell gemacht. Da hast Du so eine Idee wie Pink und Rot. Die ist dann zack fotografiert. Das ist so easy und schnell verdientes Geld, wenn Du es gut machst.”

„Aber so ein Text wird halt nicht bezahlt. Die Leute wollen das nicht, ist so.”

Die Auftraggeber wollen keine Texte oder auch die Leser nicht?

Annette: „Meine schnulzigen Geschichten laufen wie bekloppt (z.B. Ibiza-Affäre >>>). Ich schreibe über Menschen, die Medikamente nehmen; die reichen Verwöhnten, die armen Schlucker, die vom Leben Abgehängten. Die gibt es alle und über die schreibe ich am liebsten. Das ist mein Schönstes.”

Annette in Fendi auf dem Weg zur Fendi Fashion Show in Mailand

Ich dachte immer, das seien die Fashion Weeks seine das Schönste für Dich.

Annette: „Ne, Ich würde auch nicht mehr zu den Designerschauen reisen. Weißt Du, da ist dann wieder dieses Hauen und Stechen: Wer kriegt die besten Looks. Und vor den Streetstyle-Fotografen dann die Ellbogen raus.”

Eine ganz schlechte Energie…

Annette: „Eine ganz schlechte Energie! Weil jeder so tut, als sei man miteinander befreundet. Was natürlich nicht der Fall ist. Du konkurrierst um die Gunst der Streetstye-Fotografen, um die Weltöffentlichkeit! Da stehen alle relevanten Streetstyle-Fotografen und ein Foto von Dir kann Deine Karriere maßgeblich beeinflussen. Das weiß jeder, der da steht. Da muss man nicht so tun als wärs nicht so.”

Und das ständige Umziehen ist wichtig, um die Streetstyle-Fotografen bei Laune zu halten. Am besten, man trägt die Marke, die gerade zeigt oder gezeigt hat.

Annette: „Deswegen geht es natürlich auch darum, welche Looks Du im Vorhinein kriegst. Ob Du nur den zweiten oder den dritten oder nur die Accessoires einer Marke bekommst. Weißt Du, die Schauen sind ja auch immer so ein Spiegel von Deiner Wertigkeit, Deiner Wichtigkeit in der Branche: Kriegst Du ein Ticket für die Max Mara-Show oder zu Fendi? Wo sitzt Du da? Klar, ist es für mich da auch schwierig.”

Warum schwierig?

Annette: „Ich sitz jetzt auch nicht mehr… also in der ersten Reihe. Das war nicht leicht, sich damit abzufinden, dass da Deine ehemaligen Assistentinnen drei Plätze vor Dir sitzen. Dann denkst du: ist halt so, muss ich mich halt wieder nach vorne switchen.”

Interessiert das irgendjemanden noch? Ich meine außerhalb dieser Blase? 

Annette: „Das interessiert keinen, aber das schlägt ganz extrem aufs Selbstwertgefühl. In Mailand geht das ja noch, weil Mailand immer noch so mein Hometurf ist, aber ganz schlimm ist es in Paris. Ich komme immer total frustriert aus Paris zurück. Das war schon zu InStyle-Zeiten so.”

Aber den Lesern ist es doch total wurscht, ob Du überhaupt da warst, oder nicht? 

Annette: „Meine Follower interessiert es einen Sch***dreck, ob ich in Mailand oder Paris bin. Die wollen von mir schöne Looks sehen und an meinem Leben teilhaben. Aber für die Auftraggeber ist es wichtig, wenn Du dort gesehen wirst. Und, wenn Du in die amerikanische Vogue kommst, oder auf Stylestalker landest, oder wie sie Seiten alle heißen. Dann ist das schon super für die Reichweite.”

Und dafür wechselst Du mehrmals täglich die Kleider?

Annette: „Wir brauchen ja Content… . Also erstens wirst Du ausgestattet für die Schauen, auf die Du eingeladen wirst. Und dann muss man die Sachen auch anziehen. Das ist der Deal.”

Du bekommst also auch Geld dafür?

Annette: „Zum Teil, ja, natürlich. Manche Schauen machst Du auch mal so. Du kriegst dann die Ausstattung, die muss dann auch fotografiert werden und Du hast dann geilen Content. Und Du zeigst Dich der Weltöffentlichkeit. Das hat man ja auch nicht so oft. Aber es gibt einige Blogger, z.B. die Maja Wyh, die macht das einfach nicht. Das ist so geil!”

Stimmt.

Annette: „Andererseits, ich bin ja auch ne Journalistin. Ich will ja auch was von der Branche wissen: Was gibt es Neues? Welche großen Trends kommen? Was sagen die Geschäftsführer, die Designer? So eine Fashion Week ist ja auch ein Kommunikationstreffen.”

Das letzte Mal, als wir uns sahen, sagtest Du, dass Du eigentlich nur noch einen Look pro Tag tragen möchtest bei den Fashion Weeks, weil Du das ständige Umziehen so würdelos findest…

Annette: „Ja, das war früher viel besser! Da hattest Du nur einen Look pro Tag und das war schon anstrengend genug.”

Ja, Danke.

„Am liebsten hätte ich wieder nur einen Look. Das geht aber nicht.”

Annette: „Stattdessen musst Du Dich mühsam in Autos umziehen. Da sitzt der Chauffeur vorne und glotzt noch blöd. Also bei mir jetzt vielleicht nicht, haha, aber bei der Viky, haha. Das ist entwürdigend, aber was willst Du machen?”

Anm. d.Red: Viky ist die ehemalige Partnerin von Annette bei Glamometer. Die beiden trennen sich gerade, weil sie unterschiedliche Vorstellungen von der Blogausrichtung haben. Viky möchte lieber auf Englisch kommunizieren. Annette hingegen möchte weiterhin auf Deutsch schreiben. Viky wird dafür weiterhin sich und ihre Kinder unter ‚Viky and the Kid‘ vermarkten. 

Annette (rechts) mit Viky bei der Mailänder Modewoche im vergangenen Sommer

Was würdest Du zu den Fashion Weeks tragen, wenn es nicht um die Instagram-Reichweite ginge?

Annette: „Ich würde schon die Brands anziehen, die ich auch sonst immer anziehe. Ich mag Max Mara wahnsinnig gerne, ich mag Prada, und ich trage viel von der Frauke Gembalies. Da siehst Du immer gut mit aus! Ich kombiniere Frauke aber mehr so mit Jeans. Jeans macht sie ja keine.”

Annette in München: Mit AG Jeans, einem Pullover von Frauke Gembalies und einem Mantel von Max Mara

Was magst Du nicht so gern?

Annette: „Dieses ganze „In your face“-Zeugs… Wenn Du Dir vorstellst, so einen Total-look von Gucci… Den trägst Du genau ein einziges Mal. Vielleicht zweimal, wenn Du Glück hast dreimal, und dann kannst Du ihn nicht mehr anziehen. Max Mara ist schön ruhig.”

Aber wie ist das? Du kommst dann in so einem Total-look von Max Mara zur Show an und dann tragen, sagen wir mal, 15 andere Influencer auch einen Total-look von Max Mara. Das ist doch komisch…

Annette: „Ja, aber es ist so, dass es vorher genau festgelegt wird, wer welchen Look anhat. So, dass nicht die gleichen in dem gleichen Look auftauchen. Das ist total gewährleistet, ist auch richtig so.”

„Und dann gibt es ganz viel Tränen: Uahh, ich hab den Mantel nicht gekriegt.”

Was wirst Du zu den kommenden Fashion Weeks in Mailand und Paris tragen? Wie bereitest Du Deine Looks vor?

Annette: „Die Wahrheit ist: Ich hasse das so sehr, dass ich immer erst auf den letzten Drücker anfange. Dann gehe ich zu den Agenturen und leihe mir die Sachen aus.”

Machst Du Dir vorab Fotos von den Looks, wie Du sie tragen wirst?

Annette: „Das ist die Idealvorstellung. Du musst halt erst einmal gucken, was Du überhaupt kriegst. Es gibt viele Firmen, die meinen es gut mit mir. Die schicken mir dann so Sachen, die für mein Alter aber nicht passend sind, z.B. zu dekolletiert. Mir steht ja auch nicht alles.”

Wonach suchst Du für die neue Saison?

Annette: „Ich will jetzt keine Ugly Sneakers mehr. Da sieht man als erwachsene Frau einfach sch*** aus. Dieses Oversize ist ja der allergrößte Trend und ich bin echt gespannt, wie eine schicke Frau dieses Oversize-Thema umsetzt ohne Sneakers. Weißt, was ich meine? Ich freue mich jetzt schon auf Carine Roitfeld! Wie will man dieses geile Oversize… damit es nicht zu lesbisch wird… wenn Du auch noch Sneakers dazu anziehst!”

Du möchtest schauen, wie Carine Roitfeld das Problem löst?

Annette: „Natürlich, haha! Ich klau ja immer alles, hehe.”

Müssen es eigentlich immer die aktuellen Kollektionen sein, die Du da trägst? Kann es nicht auch mal 2003 Margiela sein?

Annette: „Ich habe ganz oft alte Sachen dabei. Unlängst hatte ich eine rote Helmut Lang-Hose aus Satin dabei. Das sah so hot aus! Aber es ist komischer Weise so, dass die Streetstyle-Fotografen das nicht fotografieren. Und Du selbst fühlst Dich nicht gut darin. Ich habe festgestellt, wenn Du einen guten Designer trägst, dann hebt das Dein Selbstbewusstsein. Es ist sch****, dass ich das jetzt so sage, aber es ist so. Weißt Du, in Prada fühlst Du Dich wie Prada, und in Zara wie Zara.”

Selbst, wenn es besser aussieht?

Annette: „Selbst, wenn es besser aussieht! Und je älter Du wirst, desto mehr musst Du darauf achten. Das ist leider Gottes so.”

Oder, wenn Du einfach die Einstellung änderst?

Annette: „Ja, aber dann kannst Du nicht in der Mode arbeiten. Wenn ich jetzt 60 bin oder 50 und nur Zara trage, dann ist das ganz nett für die Hausfrau, aber ich werde im Leben nicht einen Auftrag kriegen. Warum auch?”

Der Beitrag „Das ist entwürdigend, aber was willst Du machen?” erschien zuerst auf Modepilot.

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