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Techtextil Blog by Ronny Eckert - 4d ago

Wie verschafft sich einer der weltweit größten Polymerhersteller mit einem Umsatz von 14,6 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf der Techtextil gesteigerte Aufmerksamkeit? Mit einem clever beschichteten Hundebett samt „Wachhund“.

Franz von Assisi soll einst gesagt haben: „Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst du, o Mensch, sei Sünde? Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde“. Auch im Trubel am Covestro-Messestand bleibt ein zotteliger Vierbeiner treu – und selbst die hartgesottenen Fachbesucher können einem solchen Plüsch-Magneten offenbar nicht widerstehen.

„Wir sind selbst ein bisschen überrascht, wie gut das Hundebett ankommt“, sagt Thomas Michaelis, Leiter Textilbeschichtung für Europa bei Covestro. Das Körbchen selbst hat natürlich auch einen Messebezug: Das „Die Insel“ genannte Bettchen für Vierbeiner stammt vom Münchner Unternehmen „StyleSnout“, einer „innovativen Marke für den Haustierbedarf“, wie es auf der Internetseite der Firma heißt.

Snout-Gründerinnen Sandra Baumeister und Katja Dalhöfer haben dafür lösemittelfreies Kunstleder verwendet, das mit einem wässrigen Polyurethan aus dem Hause Covestro beschichtet ist. „Wir verzichten bei unseren Produkten bewusst auf tierische Materialien. Aber auch darüber hinaus ist uns das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig“, lässt Dalhöfer sich in einer Pressemitteilung zitieren.

Laut Covestro passt die hauseigene Beschichtung perfekt zu dieser Philosophie, ermöglicht sie doch die Herstellung von Funktionstextilien und Kunstleder mit kleinerem ökologischem Fußabdruck als jenem konventioneller Polyurethan-Beschichtungen. Baumeister und Dalhöfer sind übrigens auch sonst tierlieb: 2013 gründeten sie mit Partnern einen Tierschutzverein, der streunenden Hunden in Rumänien hilft. Da wünschen wir Assisi-Jünger weiter viel Erfolg!

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Der Techtextil-Aussteller Schmitz Textiles hat es geschafft: Das Unternehmen hat ein wirksames Mittel gegen Falten und Krähenfüße entwickelt. Allerdings nicht für den Menschen – sondern für Cabrios.

Elvis Presley ließ in einem offenen Cadillac Eldorado seine Tolle wehen. Marylin Monroe rollte in einem schwarzen Ford-Thunderbird-Cabrio durchs Land (Der 2018 für über 400.000 Euro versteigert wurde. Whaaaaaaaat?). Und auch in der berühmten Schlussszene des Films „Thelma & Louise“ spielte ein Auto des gleichen Modells (für alle, die den Film noch nicht kennen: Spoiler-Alarm für den Link!) eine herausgehobene Rolle.

Dabei erging es den Textilverdecken der Cabriolets wie ihren berühmten Fahrerinnen und Fahrern: Je älter sie wurden, desto mehr Charakter bekam ihr Äußeres. Der Faltdach-Fachmann spricht von „White Marks“, Krähenfüßen, Knickfalten, Fadenverschiebungen und Einfallstellen – allesamt kratzen sie am perfekten Äußeren.

Verdeck-Projekt mit Daimler

Der neuartige Cabrioverdeckstoff von Schmitz Textiles soll gegen solche Alterungs- und Abnutzungserscheinungen nahezu immun sein. Das Unternehmen hat ihn gemeinsam mit Daimler eigens für eine Sonderedition des Mercedes-AMG-Modells C 63 entwickelt. „Unser Spezialgewebe hat ein sehr gutes rückstellelastisches Verhalten“, sagt Schmitz-Textiles-Geschäftsführer Stefan Ruholl. Hinzu komme eine hohe Passgenauigkeit des Stoffes, der zudem recycelbar sei.

Idee auf früherer Techtextil entfaltet

Die Idee für das neue Verdeck sei übrigens auf einer früheren Techtextil entstanden, erinnert sich Ruholl. Damals hätten sich Fachbesucher aus dem Automobilbereich für Stoffe des Unternehmens interessiert, aus denen Überdachungen für Boote entstehen. „Wir haben uns dann intern gleich zusammengesetzt und überlegt, wie wir das angehen“, sagt Ruholl. In Bezug auf die erste öffentliche Vorstellung des fertigen Verdecks hier auf der Messe zieht er ein erfreuliches Fazit: „Die Resonanz ist sehr positiv; Automobilzulieferer signalisieren uns deutlich, dass sie das spannend finden.“ Laut aktuellen Verkaufszahlen gehen die Neuzulassungen von Cabrios zwar zurück, aber vielleicht startet ja von der Techtextil aus die Renaissance des mobilen Frischluftvergnügens.

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Der Auftritt des Vliesstoffherstellers Nanowetlaids am Gemeinschaftsstand des Bundeswirtschaftsministeriums für junge Unternehmen fällt so unscheinbar aus, dass niemand ahnen kann, dort auf Außergewöhnliches zu stoßen: eine Textilfamilie mit Jahrzehnten erblicher Faser-Erfahrung.

„Letzte Woche kam der Anruf meines Sohnes“, erzählt Paul A. Senn (oben). „Kannst du mich auf der Techtextil vertreten? Ich schaffe es leider nicht“, klagte der Junior. Der Grund: Er müsse genau in dieser Woche im brandenburgischen Friedrichsdorf die Produktion von Vliesstoffen überwachen. Sohn Philipp Senn liefert von dort aus mit seiner Firma Nanowetlaids seit letztem Jahr spezielles Vliesfasermaterial für Automobil-, Hygiene- und Filtrationsanwendungen. „Natürlich“, antwortete der Papa. Zwar habe er nach eigenen Worten nicht so viel Ahnung von Vliesstoffen wie der Sohnemann, der sich laut Aussagen von Senn senior schon früh für dieses Material interessiert habe. Aber der Junior wusste natürlich, warum er den Papa um Hilfe bat.

Textilfamilie: Großvater, Vater, Sohn und Tochter

Denn der hatte schon Anfang der 1970er die Samtex Textil-Handels-GmbH gegründet, verkaufte Stoffe an Bekleidungsfirmen. „Ich habe jeden Strukturwandel der Textilindustrie in den letzten 60 Jahren mitgemacht“, sagt Senn der Ältere. Nach dem Studium zum Textilingenieur an der Hochschule Reutlingen (Sohn Philipp absolvierte dort später den gleichen Studiengang) habe er zunächst bei einem Chemiefaserhersteller gearbeitet, der im Zuge der Globalisierung jedoch in ziemlich schwieriges Fahrwasser geraten sei. Also gründete Senn die Samtex. Doch auch hier rissen Globalisierungsprozesse in den 90ern wichtige Fäden ab. „Ich bin dann Anfang der 2000er-Jahre mit meiner Frau in die Innere Mongolei aufgebrochen, um dort eine Kaschmir-Produktion aufzubauen“, erinnert er sich. Und wirft unvermittelt ein: „Übrigens: Mein Vater war auch schon Textiler, er hat in einer Fabrik im Schwarzwald gearbeitet.“

Auf die Frage, wer denn eigentlich ihn in seiner Firma vertrete, während er hier den Platz des Sohnes einnimmt, erwidert Senn: „Na, da ist doch schon seit einer ganzen Weile meine Tochter Eva Inhaberin.“ Wie bitte, die Tochter macht auch Textil?! „Aber natürlich“, sagt Senn. Ob er denn keine Angst habe, dass alle Senns ihre Entscheidung beim nächsten Textil-Strukturwandel bereuen. „Kein bisschen“, lautet die Antwort. „Schauen Sie mal, wie groß diese Messe ist, wie viele spannende Unternehmen hier ausstellen“, sagt er mit ausladender Geste in die Halle hinein. Und fügt nach kurzer Pause hinzu: „Ich bin sehr stolz auf meine Kinder.“

Zum Titelbild: Textilpapa: Tochter Eva und Sohn Philipp folgen dem textilen Lebensfaden von Vater Paul Senn

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Techtextil Blog by Ronny Eckert - 5d ago

„Die deutsche Textilwirtschaft gehört zur absoluten Spitzengruppe der innovativen Branchen, vergleichbar mit dem Maschinenbau“, heißt es auf der Webseite des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Der „Techtextil Innovation Award“ zeigt, warum das stimmt.

Der Innovation Award erregt traditionell viel mediale Aufmerksamkeit: Hier erklärt Dr. Klaus Opwis vom Textilforschungsinstitut Krefeld die Rückgewinnung von Edelmetallen aus Industrieabwässern mittels Textilien

Einer der Awards ging in der Kategorie „New Technology“ an die Robert Bosch GmbH, den größten Automobilzulieferer der Welt, und die H. Stoll AG, Reutlingen, für einen gestrickten Sensorhandschuh. Mit dem aus Silber-Garn 3D-flachgestrickten Handgewand sollen künftig virtuelle Welten, multimediale Oberflächen und Maschinen bedient werden. „Wir wollten mit dem Projekt zeigen, dass es möglich ist, Silberfäden an einem Stück zu einem smarten Handschuh zu stricken“, sagt Martin Legner, Produktmanager Technische Textilien beim Strickmaschinenhersteller Stoll.

Auch in der Kategorie „New Application“ räumte ein smartes Textil ab. Der Sicherheitsmantel E-Caption 2.0 der Universität Beira Interior aus Portugal soll Arbeiter an Sendemasten, deren Zahl wegen der steigenden Mobilfunk- und Internetnutzung rasant zunimmt, vor Radiofrequenzstrahlung (RF) schützen. Auf die Außenseite des Mantels applizierte LEDs warnen den Träger mit optischem Signal, sollte die von der EU empfohlene RF-Strahlenbelastung überschritten werden.

Für sein neuartiges Färbe- und Funktionalisierungsverfahren bei Kleidung auf Basis von Pilz-, Pflanzenextrakten und Enzymen heimste ein portugiesisches Kooperationsprojekt mit dem sinnhaften Namen „Picasso“ einen Award in der Kategorie „Sustainability“ ein. Ein neues Garn aus Kork erhielt unterdessen den Preis in der Kategorie „New Material“. Aus dem Laien eher von Sekt- und Weinflaschen bekannten Material soll künftig unter anderem flexible Mode gefertigt werden. Auch eine aufstickbare, induktive Ladespule für Hybrid- und Elektroautos wurde prämiert, über die es hier mehr zu erfahren gibt.

Schuhe statt Sektpulle: Mit solchen Tretern aus Kork will die Textil- und Bekleidungsindustrie nachhaltige Pfade beschreiten

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Techtextil Blog by Ronny Eckert - 5d ago

Klimawandel, Umweltvermüllung und Bevölkerungsexplosion – die Welt steht vor gewaltigen Herausforderungen. Alternative Lösungen für mehr Nachhaltigkeit sind ein Muss. Einige spannende Ansätze finden sich auf dem Techtextil-Sonderareal „Urban Living – City of the Future“.

Laut Vereinten Nationen soll die Zahl der Megastädte mit jeweils mehr als zehn Millionen Menschen weltweit bis 2030 von heute 32 auf 43 steigen. Die meisten ihrer Bewohner dürften mit dem Auto von A nach B fahren wollen, von dem seit 2010 weltweit über eine Milliarde über die Straßen düsen. Das Problem: Bereits heute sieht die WHO (Weltgesundheitsorganisation) im Verkehr die am schnellsten wachsende Quelle von Kohlendioxid-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Alternative Transportansätze sind also ein Muss – oder besser: ein (Elon) Musk.

Der Technik-Visionär hatte 2015 einen Wettbewerb für sein Hyperloop-Projekt ins Leben gerufen. Dabei sollen künftig Kapseln in unterirdischen, luftleeren Röhren Menschen wie eine Art Rohrpost mit bis zu 1.200 Stundenkilometer transportieren – schneller und umweltschonender als ein Flugzeug, günstiger als die Bahn. Hunderte Teams präsentierten seitdem ihre Prototypen in einem 3,2 Kilometer langen Tunnel unterhalb von Los Angeles. In der Stadt hat auch Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX seinen Hauptsitz. Inzwischen sind nur noch rund 20 Teams im Rennen, darunter das der Technischen Universität Delft, das die aktuellste Version seines Hyperloop-Pods auf dem diesjährigen Techtextil-Sonderareal „Urban Living – City oft he Future“ präsentiert. Das Konzept war in Zusammenarbeit mit Creative #olland entstanden.

Hier prüft der Chef noch selbst: Bei einem früheren Testlauf schaut Elon Musk beim Hyperloop-Team der TU Delft vorbei/ Quelle: Hyperloop-Team der TU Delft

Fasern in der Röhre

„Wir sind 40 Leute im Team, die von der Konstruktion über die Fertigung bis hin zum Marketing alles selbst machen“, erzählen die TU-Delft-Studentinnen Chiana Ardemani und Asja Föllmi. Dem Textil-Kenner fällt am Pod sofort die charakteristische Wabenstruktur des Chassis und der Batterieabdeckung auf: Hier ist kohlenfaserverstärkter Kunststoff im Spiel, auch Carbon genannt. Das Material verwenden die „Delfties“ nicht ohne Grund: „Die Hyperloop-Röhren sollen zwar luftleer sein, damit die Pods schneller fahren können, aber ein perfektes Vakuum gibt es nicht“, erklärt Ademani. Mit Carbon minimiere man bremsende Reibungskräfte, außerdem sei Carbon nun mal leichter als Alu, Stahl oder Titan. Genau aus diesem Grund setzen die Technik-Profis der Formel-1 auf den Werkstoff: Chassi, Flügel, Aufhängung, Monocoque und Motorabdeckung – die Rennboliden bestehen größtenteils aus dem ultraleichten Faserverbundwerkstoff.

Im Kalender des Hyperloop-Teams der Delfter Uni ist der 21. Juli fett rot markiert: Dann präsentieren die Niederländer gemeinsam mit den anderen übrig gebliebenen Teams unter den Argusaugen der SpaceX-Ingenieure ihre aktuellste Pod-Version. „Bis zu 120 Sicherheitstests müssen dann absolviert werden“, sagt Asja Föllmi. Allerdings komme es auch auf die Geschwindigkeit an: „500 Stundenkilometer wollen wir schaffen“. Damit würden die Holländer das konkurrierende Team der TU München überholen, das mit 467 Stundenkilometern bislang den Geschwindigkeitsrekord hält.

Außerdem im „Urban Living“-Areal zu finden: Aniol Lopez und Marc Benito präsentieren ihren nachhaltigen Ansatz, aus recyceltem Plastik und anderen Materialien Sonnenbrillen herzustellen

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Techtextil Blog by Ronny Eckert - 5d ago

Wie die Fäden einer emsigen Spinne wachsen derzeit smarte Garne aus der Textilindustrie in vielerlei Branchen, etwa Mode, Automobil oder Luftfahrt. Dort leuchten, leiten, messen und wärmen sie direkt aus dem Stoff. Und das smarte Netzwerk nimmt weiter Form an.

„Wir wollen zeigen, wie intelligente Textilien wirken“, sagt Sophia Krinner, Produktmanagerin beim Textilmaschinenhersteller Karl Mayer. Das Wort „Wirken“ ist Programm: Denn die Spinnen-Steuer-Bandage, die per Infrarotschnittstelle mit dem kleinen Krabbeltier auf dem Fußballtisch kommuniziert, stammt von einer Wirkmaschine des Unternehmens aus dem hessischen Obertshausen. Die leitfähigen Fäden im Gewirk aus Polyamid und deren Verschaltung hat das Textilforschungsinstitut Thüringen Vogtland e.V. beigesteuert.

„Mittels Wirken lassen sich leitfähige Fäden und damit die smarten Funktionen ohne zusätzliche Fertigungsschritte im laufenden Prozess in das textile Grundmaterial einarbeiten“, erklärt Krinner. „Smarte Textilien sind für uns eindeutig eine Zukunftstechnologie“, sagt die Managerin, die auch keine Sorge haben muss, falls die Batterie ihres Smartphones schlapp zu machen droht: Direkt neben dem Spinnen-Fußballtisch befindet sich ein smartes Induktionstextil, auf dem sie den Akku kontaktlos laden kann.

Wird (textil) geladen: Inzwischen sind leitfähige Fäden auch in der Lage, mobile Geräte kontaktlos mit Energie zu versorgen

 Achtung: Smarte Textilien können überfordern

Damit setzt das Unternehmen offenkundig auf das richtige Pferd, ähh, die richtige Spinne: Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums soll das weltweite Marktvolumen smarter Textilien bis 2022 auf knapp fünf Milliarden Euro anwachsen. Für 2030 wird ihnen allein für Deutschland ein Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro vorhergesagt.

Das smarte Potenzial hat auch Björn Sobischek erkannt. Der Gründer des Ingenieurbüros Future Lighting Technologies präsentiert auf der Techtextil berührungslose Schalter, Leuchtkissen und Heiz-Vliese, die er unter anderem in enger Zusammenarbeit mit Automobil, Bahn- und Flugzeugherstellern entwickelt hat. Der ehemalige Automobiler gesteht: „Jeder, der smarte Textilien zum ersten Mal sieht, ist damit überfordert“. In der Automobilindustrie etwa gebe es Ingenieure für Licht, für Oberflächen, Textilien usw. „Wir aber haben in einem intelligenten Textil so viel Technologie auf einmal vereint, da glaubt uns immer keiner, dass das geht“, sagt Sobischek.

Auf den Kissen des Unternehmens Future Lighting Technologies geht jedem ein Licht auf

Smarte Musik-Licht-Performance

Das Unternehmen Lunative zeigt auf der Techtextil erstmals die „Luna Smart IoT“-Technologie. Damit sollen sich ins Textil eingearbeitete LunaLight-Komponenten per Benutzeroberfläche, Mobilgeräten oder auch komplett passiv steuern lassen. Beispielhaft wird das an einer speziellen Leuchtjacke demonstriert, deren Licht passend zum Takt beliebiger Musik „mitgeht“. Dahinter stecken Polymere Optische Fasern (POF), also Lichtwellenleiter aus Kunststoff, die vor allem bei der Datenübertragung im Einsatz sind, sich aber als Seitenlichtfasern auch für die passive Beleuchtung nutzen lassen. „Smarte Textilien sind bereit für die Serienfertigung“, ist sich Lunative-Entwicklungschef Achim Pörtner sicher.

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Wer heutzutage statt Jura, Lehramt oder Medizin etwas mit Textil studiert, erntet nicht selten ratloses Kopfschütteln. „Textil? Ist das nicht tot?“ – dass es lebendiger kaum sein kann, zeigen sechs Studentinnen der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

„Ich wollte eigentlich Medizin studieren, aber mein NC war nicht gut genug“, sagt Anna-Lena (oben, rechts). Rückblickend sei es das Beste, was ihr passieren konnte, versichert sie. Dank ihrer Passion fürs Stricken sei sie auf die Idee gekommen, „was mit Textilien“ zu studieren. „Heute finde ich Textil viel cooler als Medizin – damit wird ja auch unglaublich vielen Menschen geholfen, zum Beispiel mit gestrickten Herzklappen oder Aorten“, sagt sie. Das Problem: Außerhalb der Branche nehmen das selbst Experten aus Anwenderzielgruppen oft (noch) nicht wahr.

Wer so lacht, hat sich richtig entschieden: Anna-Lena mit der Vorderseite eines noch unfertigen Poloshirts

Auch Elen Judith (oben, zweite von rechts) bescheinigt all jenen, die Textil als „tot“ empfinden, ein Wahrnehmungsproblem. „Wir sind von mehr Textilien umgeben als von Autos, aber das Auto hat in Deutschland einen viel höheren Stellenwert – das ist schon etwas seltsam“, sagt sie. Eigentlich wollte sie nach ihrer Ausbildung zur Bekleidungstechnischen Assistentin Modedesign studieren, hat sich dann aber für den Studiengang Textil- und Bekleidungsmanagement entschieden. „Ich brauche Herausforderungen und Komplexität, deshalb wollte ich in die technologische Richtung gehen“, sagt Elen Judith.

„Mit Bügeln kann man retten, was verloren schien“, sagt Elen Judith. Wie mit der Textilindustrie: Viele hielten sie für verloren, doch das ändert sich gerade wieder

Keine Sorgen um die Zukunft

Die beiden und ihre vier Kommilitoninnen Valentina, Katharina, Tatjana und Jasmin (oben von links nach rechts) sind zwischen 20 und 30, studieren an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und haben sich ganz bewusst für eine textile Zukunft entschieden. An der von den Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf mit Partnern gestalteten „Digital Textile Micro Factory“ sind sie dafür genau richtig. Sie soll dem Fachbesucher zeigen, wie Kleidung in Zukunft effizienter, nachhaltiger und digitaler produziert werden kann. Die verschiedenen Stationen reichen vom Digital Prototyping, bei dem das Kleidungsstück dreidimensional designt wird, über einen Virtual- und Augmented-Reality-Showroom, der „reale“ Händler-Meetings zur Begutachtung neuer Kollektionen überflüssig machen könnte, bis in die flinken Hände der sechs Textilstudentinnen, die die einzelnen Teile zu einem Poloshirt zusammenfügen.

„Es ist die optimale Symbiose aus High-End-Technologien und klassischem Textilhandwerk“, sagt ihr Prof. Christian Kaiser (oben, Mitte), der die Schwerpunkte 3D-Simulation, Augmented-/Virtual-Reality und Prozesskettendigitalisierung lehrt. Auf die Nachwuchssorgen der Textil- und Bekleidungsindustrie angesprochen, gerät Kaiser überraschenderweise ins Schwärmen: „Wenn ich sehe, mit welcher Begabung und Begeisterung meine Studierenden an das Thema Textil rangehen, mache ich mir überhaupt keine Sorgen um die Zukunft der Branche“, sagt er. Im Gegenteil: „Immer wieder überraschen sie mich damit, was mit Textil alles möglich ist“.

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Bereits zum 15. Mal wurde der Techtextil-Förderpreis „Textile Strukturen für neues Bauen“ an Studierende und Jungabsolventinnen und -absolventen vergeben. Manche Gewinner griffen bei der Materialwahl für ihre Entwürfe tief in den eigenen Kleiderschrank.

„Wir haben Strumpfhosen aus Nylon für unsere Verschattung verwendet“, sagt Isidora Kojovic, die oben auf dem Foto neben Nevana Jeremic (Mitte) und Masa Zujovic (links) unter ihrem Wettbewerbsentwurf zu sehen ist. Die drei Architekturstudentinnen der Universität Belgrad überzeugten ihre Professorin Jelena Milosevic bei einem akademischen Architektur-Wettbewerb mit einem halben Dutzend Gruppen aus je drei bis vier Studierenden – der Lohn war die Teilnahme am Techtextil-Förderpreis. „Daheim haben wir gewonnen – und hier jetzt schon wieder“, freut sich Nevana Jeremic. So sicherten sich die „Voro-Membrane“ der drei jungen Serbinnen souverän den 1. Platz in der Kategorie „Urban Living – Stadt der Zukunft“.

Die Jury zeigte sich nicht nur vom gelungenen Konzept beeindruckt, sondern würdigte auch die Durchgängigkeit der Entwurfsidee und die mathematische Geometriegenerierung. Denn die Voro-Strukturen wurden nicht zufällig gefunden, sondern nach den räumlichen Gegebenheiten am Anwendungsort mathematisch abgeleitet. „Unsere Aufgabe war es, neue Strukturen für einen Flur an unserer Uni zu konstruieren“, erklärt Masa Zujovic. Fenster, Türen, Lampen und (ausschließlich) bereits vorhandene Befestigungsmöglichkeiten dienten dabei als hilfreiche „Hindernisse“, um in der Kombination aus mathematischen Minimalabstandsprinzipien und cleverer Formfindung das besondere (Strumpfhosen-)Spiel aus Licht und Schatten zu kreieren. Die drei Gewinnerinnen wollen auch künftig mit textilem Material arbeiten: „Damit hat man einen unglaublich großen und kreativen Gestaltungsspielraum“, sind sie sich einig.

Kunsthochschule Weißensee, schon wieder!

Da scheint sich was zu verstetigen: Bereits vor zwei Jahren sahnten Studierende der Weißensee Kunsthochschule Berlin (KHB) beim Förderwettbewerb ab. In diesem Jahr gewann KHB-Studentin Rebecca Schedler mit ihrem Wandsystem „Airdapt“ den ersten Preis in der Kategorie Mikro-Architektur. Ihr Trennwandmodul aus Polyester-Akustikfilz öffnet und schließt sich pneumatisch. „Einige der Prinzipien habe ich mir bei der Natur abgeschaut“, sagt Schedler. So gleiche der Öffnungs- und Schließmechanismus jenem der Venusfliegenfalle: Strömt Luft ein, klappen die Flügel der kleinen Ellipsen zusammen; wird Luft abgelassen, öffnen sie sich wieder. Die „Venusfliegenfallen-Wand“, die erhofft ohne fleischige Beute auskommt, soll künftig zum Beispiel große Büros in kleinere Einzelräume unterteilen, die sich je nach Bedarf per Knopfdruck öffnen oder – für konzentriertes Arbeiten – schalldicht schließen lassen.

Prämierte Abschlussarbeit: Textil- und Flächendesign-Studentin Rebecca Schedler sicherte sich mit ihrer ausgezeichneten Trennwand auch gleich ihren Bachelor-Abschluss

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Techtextil Blog by Ronny Eckert - 1w ago

Wer wissen will, wie Textilien und Vliesstoffe sich anfühlen, muss ihnen zuhören. Denn wer ihr Flüstern entziffert, kann das optimale Faser-Feel-Good-Geräusch entdecken. Die Firma Emtec Electronic zum Beispiel hört ganz genau hin.

Der Messgeräte-Hersteller aus Leipzig belieferte lange Zeit vor allem die Papierindustrie mit Messeinrichtungen, um die Weichheit von Küchen- oder Toilettenpapier zu bestimmen. Ein Kunde des Unternehmens, der neben Papier- auch Vliesstoffprodukte herstellt, gab den entscheidenden Anstoß, die Messfühler zusätzlich in Richtung Textil auszustrecken. Seit etwa zwei Jahren messen Faser- und Textilhersteller mit Emtec-Geräten nun schon Stoffe für Autogurte, Socken, Kunstleder und selbst Neoprenanzüge auf Glätte/Rauigkeit, Weichheit, Steifigkeit, Plastizität und Elastizität. „Haptik und Weichheit spielen auch bei Textilien eine große Rolle“, sagt Emtec-Bereichsleiter Stefan Rübsesam. Schließlich sitze man auf ihnen oder trage sie direkt auf der Haut; da sei es wichtig, wie sie sich anfühlen. Und um das genau zu wissen, muss man sich die Fasern anhören.

Das Faser-Feel-Good-Geräusch

Dazu wird das Material in ein Emtec-Messgerät gelegt (siehe Foto oben), das mit Rotorblättern ausgestattet ist. Eine Software hört sodann ganz genau hin, welches Geräusch die Rotorblätter hervorrufen, wenn sie über das Textil streichen. „Das funktioniert ähnlich wie ein Plattenspieler“, sagt Rübesam. Die entstehenden Töne geben Auskunft darüber, wie glatt bzw. rau die textile Oberfläche ist. Doch auch die Vibration der Rotorblätter selbst wird akustisch erfasst. Weil abstehende Fasern sie in Schwingung versetzen, sind die kleinen Schaufeln ein Indikator für das optimale Faser-Feel-Good-Geräusch: Je weicher und biegsamer ein Stoff, desto weniger vibrieren die Blätter. Wir lernen: Am besten ist es, wenn Textilien nur flüstern.

Prüfen mit Liebherr

Doch nicht nur die textile Weichheit wird genauestens erfasst. Auch über ihren Feuchtegehalt und ihre Dicke sollen Fasern Auskunft geben – etwa Messgeräten des Baumaschinenherstellers Liebherr. Das Unternehmen mit weltweit über 46.000 Mitarbeitern und mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz (2018) präsentiert auf der Techtextil spezielle Messsysteme genau dafür. „Hersteller prüfen mit unseren Geräten zum Beispiel beschichtete Textilien auf deren Wasseranteil oder wann die optimale Beschichtungsmenge aufgebracht ist“, erklärt Laura Zell, Vertriebsmitarbeiterin Messtechnik und Sensortechnologien bei Liebherr. Die Sensoren, die den Feuchtegrad in Textilien bestimmen, sind übrigens in anderen Branchen schon gut vorgereift: Seit über 30 Jahren detektieren sie jedes Tröpfchen Feuchtigkeit beispielsweise in Sand, Reis, Margarine, Marzipan oder Tierstreu.

Kein Tropfen zu viel im Textil: Liebherr-Mitarbeiterin Laura Zell erklärt den Sensor eines Textil-Feuchtemessgeräts

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Techtextil Blog by Ronny Eckert - 1w ago

Es gibt Techtextil-Aussteller, die lassen für ihre Produkte Fußballstars wie Ronaldo, Messi, Neymar und viele namhafte Kicker laufen. Wie machen die das?

„Bei jeder Fußballwelt- und -europameisterschaft brummt bei uns der Laden“, sagt Peter Kemper, Regionalleiter für Beschichtung und Additive bei der Schweizer Firma Ems-Griltech. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Fasern, Schmelzklebstoffen und Klebgarnen für technische und textile Anwendungen. Und weil zum Kundenkreis Logo-Hersteller gehören, die mit großen Sportartikelherstellern zusammenarbeiten, um Markenlogos auf Sportler-Trikots zu kleben, schnellen die Bestellungen bei Ems-Griltech zuverlässig zu den eingangs erwähnten Sportereignissen rasant in die Höhe.

Warum aber werden die Logos nicht aufgenäht? „Das würde viel zu lange dauern“, weiß Kemper. Die Devise deshalb: Kleben statt Nähen (oder Sticken). Die Besonderheit dabei: Weil Polyester, die wichtigste Kunstfaser der Welt, bei etwa 250 Grad Celsius ihren Schmelzpunkt hat, muss der des Klebers weit darunter liegen. „Sonst verbrennen die Fasern“, sagt Kemper. Textil-Kleber müssen folglich entwicklungstechnisch mit ihrem Schmelzpunkt genau „eingepasst“ werden.

Der geklebte Blumentopf

Auch Techtextil-Aussteller Lohmann ist das Kleben von Textilien lieber als das Nähen. Der Klebebandhersteller aus Neuwied hat sich ein besonderes (Green-)Give-Away für die Messe ausgedacht: einen Blumentopf zum Zusammenkleben. Erde und Samen bekommt der Fachbesucher gleich mit in die Hand gedrückt – und zwar von der Kapuzinerkresse. Statt kunstlederner Pflanzenbehälter halten die doppelseitigen Lohmann-Klebebänder üblicherweise Kite-Drachen und Kevlar-Schichten in Schutzwesten zusammen; oder – richtig sportlich heute! – sie verbinden einzelne textile Flächen zu Sportschuhen. Mmh, ob sie am Lohmann-Stand wissen, dass einige Kressesorten bis zu drei Meter groß werden können?

Textil statt Terracotta: Am Lohmann-Stand steigen nicht nur die Wachstumsraten technischer Textilien, sondern auch Kapuzinersamen in die Höhe

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