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Mixology.eu by Nils Wrage - 4d ago

Yeehah und willkommen zur Inventur! Heute blicken wir nach Köln zum kommenden Bar Symposium, außerdem in den Schwarzwald. Und wir gehen der interessanten Fragestellung nach, um was genau es sich eigentlich bei „Bitch Beer“ handelt. 

Yeehah! Nein, das ist kein Scherz, denn wir melden uns heute mit der Inventur direkt aus dem Süden der USA, wo vorgestern das Finale von Brown-Formans Education- und Wettbewerbsprogramm Master Of American Whiskey zu Ende gegangen ist. Wir durften das Finale begleiten und mit unserem Chefredakteur Nils Wrage überdies einen der Juroren stellen. Den Sieg sicherte sich der Düsseldorfer Bartender Stephan Körner aus der Bricks Bar. Wir gratulieren Körner, stoßen mit einem Gläschen Bourbon an und wenden uns den weiteren spannenden News und Themen der Woche zu.

Bar Symposium Cologne: Nun gilt’s!

Nur noch eine gute Woche, dann beginnt in der Domstadt das erste Bar Symposium Cologne, federführend ausgerichtet von Dominique Simon, dem Betreiber der beiden preisgekrönten 

Kölner Bars Spirits und Sudermann. Am 23. und 24. April geht es beim Symposium in zahlreichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Panels um zentrale Fragen des Berufsstandes, Konzeptbildung, um Herausforderungen der Digitalisierung sowie generell um den aktuellen Stand und die Zukunft des Bar-Business.

Noch gibt es Tickets für das Symposium zu kaufen. Doch es heißt schnell sein, denn die Kapazität der Location – dem New Yorker Harbour Club – ist begrenzt. Wer sich also diese mehr als spannende Veranstaltung, viel Wiedersehensfreude mit Barkollegen aus allen Ecken des Landes und natürlich die Kölner Bars nicht entgehen lassen möchte, der bucht sich schnell noch eine Karte. Tickets zum Preis von 19 Euro (Tagesticket) bzw. 35 Euro (für beide Tages) gibt es ganz simpel online zu erwerben. Sehen wir uns dort?

Der Black Forest Bar Cup geht wieder los

Für alle Bartender, die sich ganz besonders der Arbeit mit heimischen Spirituosen verschrieben haben, gibt es natürlich unsere eigene Made in GSA Competition, die am 28. Mai in Frankfurt am Main über die Bühne gehen wird. Dem gleichen Gedanken widmet sich jedoch seit geraumer Zeit auch der Offenburger Gastronom und Barbetreiber Willi Schöllmann, der deswegen in diesem Jahr erneut zum Black Forest Bar Cup einlädt.

Einreichen können Bartender eine Cocktailrezeptur, die mittels einer Zutat einen Bezug zum Schwarzwald aufweist. Neu ist in diesem Jahr zudem die zweite Wettbewerbskategorie „Barfood“, die sich dezidiert an Köche richtet. Ausgetragen wird der Black Forest Bar Cup dann am 25. und 26. Juni 2018 im Roomers Hotel Baden-Baden. Weitere Informationen zur Teilnahme und den Regularien gibt es hier oder unter info@blackforestbarcup.de.

Bitch Beer: Über den schrägen Umgang mit der Weiblichkeit

Eigentlich sollte man ja meinen, dass eine so junge und moderne Szene wie die junge Bierlandschaft – jaja, Craft Beer – kein Problem mit alten Geschlechterrollen oder Sexismus hat. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Darauf hatte etwa Juliane Reichert in unserem Schwestermagazin Bier, Bars & Brauer vor einigen Monaten sehr unterhaltsam hingewiesen. Damals ging es jedoch nur um Etiketten.

Wie erheblich allerdings große Teile der neuen Bier- und Brauszene mit tief in den alten Mechanismen der Bierwelt verankertem Sexismus zu kämpfen haben, zeigt das eindrucksvolle Dossier, das Gray Chapman für PunchDrink angefertigt hat. In beeindruckend recherchierter und umfassend erzählter Weise geht der Autor dem Phänomen des „Craft Beer Bro-Code“ auf den Grund und entlarvt jene in der Szene gern gebrauchten Begriffe wie „Chick Beer“ oder „Bitch Beer“ als reinsten Männerclubsexiusmus ältester Schule. Ein wunderbares Lesestück als Begleitung für das erste Bier des Tages. 

Der Beitrag Inventur am 15. April 2018 erschien zuerst auf Mixology.

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Wer um den Wissensdurst von Klaus St. Rainer weiß, wird erahnen, dass er in seiner neuen Bar Wabi Sabi nicht die Goldene Bar kopiert. 

Mit seiner Partnerin Leonie von Carnap widmet sich der Münchener Bar-Querdenker japanischen Traditionen, Tee-Ritualen und der generellen Schönheit des Minimalismus.

Eine zweite, kleinere Goldene Bar stand nie zur Debatte. Zum einen, meinen Leonie von Carnap und Klaus St. Rainer, hat jede Bar ihre eigenen Einzigartigkeiten, die sie ausmacht und die keine Kopie zulassen, zum anderen stand hinter allen Überlegungen immer der Wunsch nach Verkleinerung, nicht nach Vergrößerung.

Am Anfang der Wabi Sabi stand das Hobo-Sign

Im Gespräch mit Klaus sitzen wir in der Goldenen Bar, uns umgibt das Gold der vier Wände mit ihren detaillierten Zeichnungen. Die Bar ist gut besucht, ein reges Tratschen bespielt den Hintergrund. Dann greift sich Klaus St. Rainer einen seiner Stifte und malt in Blau ein Zeichen auf Papier. Es ist ein ‚Hobo Sign‘, ein Graffiti von und für Landstreicher, das bedeutet: „In diesem Haus gibt es Alkohol“; und damit beginnt eine neue Geschichte.

Mit ihr entfernen wir uns vom gegenwärtigem Trubel und von der vergoldeten Bar, die bald eine Art Bruder mit kaum gemeinsamen Verwandtschaftsgrad bekommen wird. Die Geschichte erzählt von Selbstverwirklichung und Freiheit, sie wurde schon vor Jahrzehnten zu erzählen begonnen, als Klaus sich für Japan, das Land der Traditionen, zu interessieren beginnt.

Wer sich ebenfalls für Traditionen interessiert, weiß, dass hier viel mehr Prozesse und Transformationen eine Rolle spielen, als man meint, fast wie bei der Eröffnung einer neuen Bar. Fixe Ideen sind leittragend, doch können sie auf einem langen Weg häufig zu Engpässen und Sackgassen führen. Irgendwann muss man einfach umdenken und auch mit Notlösungen hantieren.

Klaus St. Rainer und der Tee

Eine besondere japanische Tradition ist die Teezeremonie, erzählt Klaus. Diese hat sich über Jahrhunderte weiterentwickelt, weil Dinge passiert sind, mit denen man nicht gerechnet hat. Im 13. Jahrhundert etwa war ein Vandalismuskrieg gerade dabei, den Brauch zu zerstören, als man sie mit etlichen Notlösungen am Leben erhalten konnte.

Kaputtes chinesisches Porzellan wurde durch einfacheres Geschirr ersetzt oder wieder repariert, das konservative Verständnis des Teetrinkens wurde immer weiter gelockert und auch die Ärmeren konnten nun teilhaben. Alles war weniger Schick als zuvor, aber jetzt war es eine Sache für jeden. Wabi Sabi sagt man – und so soll die neue Bar heißen.

Wabi Sabi oder die Wahrnehmung der Schönheit

Japanische Künstler entdeckten damals die Teezeremonie für sich. Ein Tag begann mit Tee, ging weiter mit Alkohol und endete in Kunst, Inspiration und guten Geschichten. Übersetzt und heruntergebrochen bedeutet Wabi Sabi „die Wahrnehmung von Schönheit“ und wird wohl bald in so einigen Münchner Smartphones zur Autokorrektur hinzugefügt werden.

Liegen wird die Bar nahe des Odeonplatzes, mit einer kleinen Terrasse und einem kleinen Innenbereich. Die gastronomische Zeremonie soll dort schon früh am Morgen beginnen, mit Tee, Kaffe und gutem Essen. Dazu ein spezieller Conceptstore mit Blumen, Porzellan, Silberarbeiten und einigen weiteren Details, die dann weiter zu erforschen sind. Allein der Raum selbst hat so viel Eigenart, dass seine Ungewöhnlichkeit wie ein Charakter scheint, der entspannt und unkompliziert den Gästen entgegenkommt und irgendwie kreativ macht.

Im Wabi Sabi herrscht Mono-Spirituosenkultur

Wobei die Kreativität hier sowieso einfach gestrickt ist. Im Wabi Sabi will man weg von unerträglichen und unnachgiebigen Trends, wie die fast täglich neuentdeckten Gin-Quellen, die aus dem Boden zu sprudeln scheinen. Im neuen Laden wird es eine Mono-Spirituosenkultur geben, also für jede Kategorie nur einen Vertreter.

Außerdem entscheidet man sich dauerhaft für nur eine einzige Säurequelle, und zwar die Limette. Keine Zitrone, keine Grapefruit, keine Orange, kein Verjus. Hier greifen Leonie und Klaus wieder auf die japanische Philosophie des Wabi Sabi zurück und fragen sich: Wie viele Zutaten kann man von seinem Lieblingsgericht weglassen, dass man es noch als dieses erkennt?

Eine spannende Frage, die tatsächlich das gesamte Barkonzept beeinflusst. In letzter Zeit ist Genuss stark in die Komplexität gerutscht, unzählige Geschmäcker tummeln sich in vielen unserer Gerichte und Drinks. In der japanischen Teezeremonie geht es aber um die „Schönheit des Unvollkommenen“, und damit scheinen sie ein paar Schritte zurück zu gehen. Stattdessen aber wird man einfach nur etwas schlichter, andächtiger und auch respektvoller zu den Zutaten.

Kintsugi als Antwort auf Zero Waste

Die Kreativität im Wabi Sabi beginnt also genau dort, wo man mit dem Auskommen muss, was man zur Verfügung hat. Hier wird man also nicht alles so bekommen, wie man es kennt, sondern muss Altes neu kennenlernen. Wer seinen Old Fashioned dringend mit einer Orangenzeste will, glaubt hier vielleicht nicht glücklich zu werden, doch wer der Barfrau oder dem Barmann vertraut, der lässt sich beraten und probiert eine Neuinterpretation.

Noch eine weitere Richtlinie im Wabi Sabi ist Kintsugi. Schon mal davon gehört? Das ist eine traditionell japanische Methode für Reparaturarbeiten von zerbrochenem Porzellan und ist die Antwort von Leonie und Klaus auf die Zero Waste-Bewegung. Natürlich geht es darum, Müll zu vermeiden und keine Rohstoffe zu verschwenden, doch auch um Materialien, die in unserer Wegwerfgesellschaft zu früh im Müll landen, obwohl sie dafür noch gar nicht reif sind. Wieder spielt hier der Gedanke mit, die Dinge ins Einfache zu übersetzen, dadurch harte Bandagen zu verlieren und eine neue Barsituation zu schaffen.

Wabi Sabi schließt um Mitternacht

Auch die Zeit scheint anders zu ticken, denn schließen wird die Bar schon gegen Mitternacht. Bars, die bis in die Morgenstunden offen sind, gibt es in München zur Genüge, doch nur wenige Gäste gehen auf den früheren Aperitif, auf den guten Drink am Nachmittag, der einen wieder auf Null zurücksetzt und alles auf Pause stellen kann.

Ende April geht es schon los, pünktlich, wenn in München die Sonne höher geht und der Durst schon gegen Mittag am Gaumen juckt. Alles weitere ist Geschichte.

Der Beitrag Wabi Sabi: Der Monospirituosen-Tempel des Klaus St. Rainer erschien zuerst auf Mixology.

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Die Gin-Welle hat auch Südafrika erreicht. Robert Schröter blickt auf seiner Afrika-Tour hinter die Kulissen einer der vielfältigsten Nationen der Erde. 

Dort entdeckt er eine Aufbruchstimmung wie im Ostberlin Ende der 1990er-Jahre und einen Hang zu lokalen Produkten. Aber auch manch ungewohnten Engpass, den es zu überwinden gilt.

Meine alkoholische Expedition des subäquatorialen Afrikas wird auch nach dem traumhaften und vor Rhum überfliessenden Mauritius fortgeführt. Via dem alkoholisch wenig interessanten Kenia geht es in den Hochsicherheitstrakt Johannesburg. Ich komme mit leichtem Gepäck in der Stadt der Diamanten und des Goldes an, mein Koffer ging irgendwo in Nairobi verloren. Zum Glück habe ich keinen hochwertigen Schnaps gekauft! Schon im Flughafen werden Edelsteine parallel mit „top shelf liquors“ beworben. Ein guter Start, der Markt scheint Qualität herzugeben.

Gin im Zug nach Johannesburg

Die Sicherheitslage von Johannesburg zwingt mich, selbst kürzeste Wege von zwei Blocks auch tagsüber nur in Autos zurück zu legen. Unangenehmerweise wird mir schnell klar, dass mein Hotel sehr weit weg vom anscheinend coolen Sandton liegt, welches den Großteil der überregional bekannten Bars beherbergt.

Gleichzeitig stellt sich zügig heraus, dass ich im erst kürzlich der organisierten Kriminalität vorsichtig aus den Klauen gelösten Stadtteil Maboneng nächtige. Und hier Afrika in all seinen Facetten schillert – im Gegensatz zum „weißen“ Schickimicki-Sandton.

Junge Designer, lokale Restaurants und eine Aufbruchstimmung wie im Ostberlin Ende der 1990er bewegten auch die Destillerie Time Anchor dazu, hier ihren Anker zu werfen. Aktuell stellen sie einen London Dry Gin her, der viele lokale Kräuter und Wurzeln nutzt. Trotz seiner soliden Qualität und charmanten Aufmachung hinterlässt er jedoch keinen bleibenden Eindruck. Sehr viel interessanter hingegen ist ihr „African White Rum“, welcher in meinen Augen auf neuartige Weise Geschmacksprofile eines leichten, an Rhum Agricol erinnernden, sehr jungen Rums mit klaren Noten eines Gins zu verbinden weiß. Es gibt eine offensichtliche Kräuternote, welche ein Novum ist. Gepanscht wird aber wohl nicht, denn die Rumrichtlinien des pro Jahr 17 Millionen Tonnen Zuckerrohr produzierenden Landes sind ähnlich klar definiert wie in der EU oder der Karibik. Im Gegensatz zu Indien, beispielsweise. Und unterscheiden sich primär nur im Mindestalkoholgehalt von 43% Vol.

Abseits von Time Anchor findet sich jedoch primär Diageo oder Pernod Ricard in den Regalen. Bei lokal gebrautem Bier steht bisher vor allem Soweto Gold im Fokus. Und obwohl die Barszene hier noch in den Kinderschuhen steckt, sind Kreativbier und handgemachte Spirituosen ein boomendes Thema in Südafrika. Doch kommen fast all jene Abfüllungen aus der Kapregion.

Zug um Zug zum Kap

Richtung Kapstadt nehme ich den Zug und mache Bordküche und Getränkeservice unsicher, 1.500 Kilometer und 30 Stunden lang. Während die Kalahari, steile Bergpässe und wie mit einem Messer gekappte Berge an meinem Schlafwagen vorbei ziehen, kann ich bereits Weine und Brandys aus der Kapregion verkosten.

Und erneut bestätigt sich, dass Speisen und Getränke aus der gleichen Region ein gutes Pairing ergeben. Die heimische Züchtung des Pinotage-Rotweins passt sehr gut zur lokalen, „Wors“ genannten Wurst mit Schakalaka-Paprikasauce. Der hiesige Brandy hingegen bildet einen tollen Digestif nach Kalahari-Curry und Maisbrei, genannt Pap.

Ein Spitzenprodukt der lokalen Brandywirtschaft ist zum Beispiel Die Mas aus der Karoo genannten Steppe. Nach meiner Ankunft in Kapstadt werde ich ihn auch in der wohl experimentierfreudigsten Bar der Stadt finden: Cause Effect leistet sich Küche und Bar, sammelt viele Ingredienzien selbst im Umland und fokussiert sich auf Instagram-fähige Präsentation jedes einzelnen Drinks. Sie trauen sich als Erste, den auch hier mit angestaubtem Image belasteten lokalen Brandy voranzubringen. Denn es ist offensichtlich, wie sehr die hiesigen Weinländereien sich ebenso bemühen, die europäische Vielfalt in höherprozentigen Gefilden zu erreichen. Es werden mehrere lokale, verstärkte Weine à la Sherry, Port oder Wermut produziert.

Hervorgehoben werden muss dabei auf jeden Fall die Familienfirma Boplaas Cellar, welche jährlich Medaillen für ihre Weine im Portstil sowie Muskat-Süßweine einsammelt. Monis hingegen stellt einen Flor Method-Wein her. Er lässt noch etwas Tiefe und Charakter vermissen, weist ansonsten hingegen einen klaren Oloroso-Charakter vor.

Ale, Witbier und Pils

Die Geschichte Kapstadts ist seit langem von Handel, Aufwertung niederer Güter und Einfallsreichtum geprägt. Mehr oder weniger als Raststätte der frühen Seefahrrouten gegründet, wurde Ernährung der Stadt bereits in die Wiege gelegt. Und so findet sich heute nicht nur vieles, sondern vor allem eine vielfältige Essens- und Getränkekultur.

Abseits von klasse Kaffee, vielfältigen Tee-Optionen und dem allseits bekannten Wein surfen hier vor allem Kreativbier und Gin auf einer Hype-Welle. Devil’s Peak oder Woodstock Breweries brachten auch hier diverse Ales, Witbiere oder auch Pilse aufgrund herausragender Qualität Ruhm, womit sie im Zentrum der Gegenbewegung zum Hopfen-Einheitsbrei von SABMiller stehen, das alle sechs der verkaufsstärksten Marken Südafrikas besitzt.

Kap der guten Gin-Hoffnung

Noch interessanter wird es hingegen beim Gin. Als Lucy Beard und Leigh Link vor vier Jahren ihre Destillerie Hope on Hopkins gründeten, waren sie die Dritten mit einem Craft-Gin auf dem Markt. Inzwischen muss sich ihre Firma in einem Markt aus 135 Teilnehmern beweisen.

Ein explosionsartiges Wachstum, welches auch die beiden selbst mit ihrer vielfältigen Kontraktbrennerei anfeuern. Unabhängig von der stark wachsenden Gin-Nachfrage macht dem hiesigen Markt aber nicht nur das Überangebot zu schaffen. Leigh teilt mit: „Eine der größten Engpässe ist für uns inzwischen, Flaschen zum Befüllen zu finden!“

Denn die lokalen Glasproduzenten sind an derlei Kleinmengen nicht interessiert. „Deshalb importieren wir nicht nur unseren Wacholder aus England, sondern auch unser Glas aus Frankreich.“ Ein Umstand, der diesen extrem isolierten Markt natürlichen Wachstumsgrenzen unterwirft. Denn wo liegt der nächste, nicht-muslimische Markt mit notwendigem Lebensstandard für die Südafrikaner?

Demnach bleibt abzuwarten, was in zehn Jahren noch übrig ist von dieser Gin-Welle, oder ob sie schlichtweg im Sande verläuft. Aktuell ist Gin jedoch scheinbar nicht zu stoppen. Dennis Williams leistete mit seiner Ende 2013 gegründeten Gin Bar diesbezüglich Pionierarbeit und ist auch immer noch ganz oben auf den Listen der besten Bars der Stadt zu finden. Allerdings nutzten er und seine Partner Jeanne Marais und Michael De Klerk ihre gewonnene Erfahrung und Kapital zur Weiterentwicklung. Und besitzen nun unter anderem The Botanical Bar. Hier werden ganz offensiv selbstgemachte Bitters, Shrubs und Mazerate in den Fokus gerückt. Vormals Leichenschauhaus des Hospitals des Herztransplationspioniers Barnard, werden hier nun die mitunter innovativsten Getränke der Stadt bereitet. Lokale Kräuter, Rinden und Wurzeln werden in Brandys und Weine des Kaps transplantiert und ergeben so überaus herzliche Getränke. Inklusive einer Art „Kap Campari“. Und ist so auch eine der ganz wenigen Kapstädter Bars, die sich des langweiligen Klammergriffs der Spirituosen-Großkonzerne entziehen.

Kein Ende der Brände?

Unterm Strich ist gerade die Kap-Region also weiterhin ein überaus vielversprechender Treiber exquisiter Getränke. Wein und Bier, aber auch Spirituosen wie Gin werden anders und neu gedacht und lohnen allemal einen Vergleich. „Lokal“ wird auch hier großgeschrieben und birgt aufgrund der fast einzigartigen Artenvielfalt viele uns sonst unbekannte Aromen und Geschmäcker für eine zunehmend interessante Barszene.

Sollte Kapstadt also seine nun inzwischen dreijährige Dürre bald überwinden können (und Tourismus und Gastronomie an dem ab dem 12. April 2018 geplanten, absoluten Wasserstop nicht zu Grunde gehen), lohnt sich eine Reise hierher allemal!

Der Beitrag Südafrika und seine Spirituosen: Es craftelt zwischen Kalahari und Karoo erschien zuerst auf Mixology.

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Mit dem Dude, dem Schluckspecht und dem Kawenzmann ist Till Deininger so etwas wie der Großunternehmer der Barszene in Bamberg. Auf dem Karriere-Zettel hatte das der Politikstudent nicht unbedingt. Jetzt hat er aber umso mehr Lust darauf, wie er im MIXOLOGY ONLINE-Porträt verrät.

Viel haben wir in den letzten Wochen über Bamberg berichtet und uns mit einzelnen Akteuren der dortigen Barszene beschäftigt. So haben wir Mehmet Imrak in seinem Freiraum interviewt und den amtierenden, deutschen World Class Bartender Sven Goller im Das Schwarze Schaf besucht. Als Abschluss dieser kleinen Reihe (und wir kommen mit Sicherheit wieder, handelt es sich um eine äußerst vitale Szene) haben wir uns auf ein Gespräch mit Till Deininger in seiner neuesten Bar getroffen: hohe Decken, ein lang gezogener Tresen aus Holz, Palmentapete, Masken. Willkommen im Neo-Tiki-Paradies namens Kawenzmann.

Am Anfang stand das Milchpulver

„Das war eine schwere Geburt“, sagt Till Deininger und meint damit die Namensfindung, dessen Ursprung in der Seemannssprache liegt und eine große Welle beschreibt. „Die Seefahrt passt gut zur Tiki-Kultur – auf ins Unbekannte!“ Und eine Tiki-Bar wollten Till Deininger und sein Geschäftspartner Lars Baldes unbedingt machen, „denn so etwas gab es in Bamberg bis dato noch nicht.“ Unterstützung bekommen die beiden von Linda Le, die wiederum als Managerin im Kawenzmann arbeitet und auch im Dude tätig ist, dem ersten Laden, den Deininger und Baldes 2012 eröffneten. „Das waren ja noch ganz andere Zeiten“, sagt der Anfang 30-Jährige. „Damals fragte mich Lars, ob ich nicht Lust hätte, mich zu beteiligen, er wolle eine Bar aufmachen. Mit Highend-Drinks hatte das allerdings nichts zu tun.“

Im Gegenteil, setzten die beiden ganz auf White Russians, die sie teilweise mit Milchpulver anrührten. „Wir hatten wirklich keine Ahnung und haben uns das erst nach und nach angeeignet. Kaum vorzustellen.“ Doch der Laden wurde schnell zum Anlaufpunkt vieler Studierender, vielleicht auch deshalb, weil Till Deininger und Lars Baldes selbst noch am Studieren waren und einfach wussten, was gut ankommt.

Gestatten: Till Deininger, Politikstudent

Dass er eines Tages Besitzer mehrerer Bars sein würde und das auch noch in Bamberg, hätte sich der gebürtige Stuttgarter früher nie erträumt, kam er ursprünglich eben wegen seines Politikstudiums in die Stadt. „Mit BWL hatte ich eigentlich nie viel am Hut und musste mir dementsprechend viel selbst beibringen.“

Seinem Geschäftspartner ging es ähnlich: Als Student der Literaturwissenschaften lag die Welt der Zahlen und ökonomischen Prozesse nicht in unmittelbarer Nähe, doch dank professioneller Unterstützung unter anderem in Form eines Unternehmensberaters eigneten sich beide im Laufe der Zeit viel Knowhow an. Sein Studium hat Till Deininger dennoch beendet, für den Fall, dass es mit der Selbstständigkeit nicht klappen sollte – eine Angst, die er mittlerweile nicht mehr hat.

So jung expandieren wir nicht mehr zusammen

Das ist auch gut so, haben das Team Baldes/ Deininger innerhalb der letzten sechs Jahres einiges auf die Beine gestellt: Der Dude – in Anlehnung an The Big Lebowski – ist aus der Bamberger Kneipen- und Barszene nicht wegzudenken, im Retrostil der 1970er Jahr lädt er zu hochwertigen White Russians sowie einer feinen Bier- und Cocktailauswahl ein.

2014 eröffneten die beiden den Zapfhahn, ein Restaurant mit dem Fokus auf Burger und fränkischen Bieren. Teil dieses Gebäudekomplexes ist ein kleiner Raum, den sie zunächst für geschlossene Gesellschaften nutzten, bis ihnen auffiel, dass sie damit eigentlich Potential verschwendeten. Kurzerhand funktionierten sie ihn zur Bar um, genauer gesagt zur Vintagebar Schluckspecht. Mit einer feinen Auswahl an Highballs, klassischen Drinks und verschiedenen Whiskys und Rums, ist sie eine echte Bereicherung für die Bamberger Gastroszene.

„Unser Prinzip ist: Schnell expandieren, so lange wir noch jung sind. Hier ist auf jeden Fall noch einiges möglich und wir haben darauf Lust“, erklärt Till Deininger die Herangehensweise sowie Motivation, und bisher geben alle ihre Projekte ihnen Recht.

Bamberg bleibt Bamberg

Unterstützung bekommt Till Deininger auch von seiner Familie; dass er sich selbstständig gemacht hat, finden sie gut. „Nur manchmal werde ich nach einer Altersvorsorge gefragt“, gibt er lachend zu. Weg aus Bamberg kommt für ihn nicht in Frage, auch weil das Klima zwischen den verschiedenen Bars gut ist. „Wir unterstützen uns gegenseitig. Ich habe bei Sven im Das Schwarze Schaf quasi die Cocktailkunst kennengelernt und verbringe nach wie vor gerne Zeit bei ihm. Ich möchte behaupten, dass es ohne ihn diese Szene auch gar nicht gäbe.“

Es ist eben diese Kollegialität, die die Bamberger Barbetreiber und Mixologen auszeichnet; anstatt zu konkurrieren ziehen sie den Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung vor. Dies auch über die Grenzen der fränkischen Kleinstadt hinaus: Zusammen mit ihren Regensburger Kollegen und Kolleginnen veranstalten sie seit 2016 ein Mal jährlich das Baraid – ein Bartenderaustausch-Charity-Event, bei dem die Bamberger Barkeeper nach Regensburg und umgekehrt fahren und sich einander beim Mixen unterstützen. Zehn Prozent der Einnahmen an diesem Abend kommen einem wohltätigen Zweck zu Gute – ganz zu schweigen davon, dass sie auf ihren Stundenlohn verzichten.

Bamberger All-Stars mit Besuchsfreude

Sogar einen Verein haben einige der Bamberger Bartender gegründet, als „Regnitz Allstars – Bamberger Rührsportverein“ verstehen sie sich als Kollektiv für experimentelle Cocktailkunst und mixen für einander – was für gut befunden wird, schafft es auf die Karte. „Ich bin Gründungsmitglied und habe das Logo entworfen“, sagt Till Deininger und das zu Recht mit Stolz, denn was diese Barszene innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend.

Hört man sich die vielen lobenden Worte an, die sie übereinander sagen, ist es auch schwer vorzustellen, dass sich trotz des Erfolges und der steigenden Popularität Grundlegendes in näherer Zukunft ändern wird. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall, denn als Gast fühlt man sich gleich doppelt wohl, wenn nicht nur die Drinks schmecken, sondern auch die Atmosphäre familiär und vertraut ist – wie eben in Bamberg, wo die Barkeeper auch mal in Allstar T-Shirts mixen und sich an freien Abenden gegenseitig in ihren Bars besuchen.

Der Beitrag Till Deininger: So jung expandieren wir nicht mehr zusammen erschien zuerst auf Mixology.

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Mixology.eu by Redaktion - 1w ago

Frohen Sonntag allerseits! Heut’ gehen wir auf einen Bacardi Cuarto aus, und zwar an eine Museumsbar. Außerdem geht’s nach New Orleans und an den Zapfhahn. Prost!

Herzlich Willkommen! Letzte Woche haben wir fünf Exemplare handsignierter DVDs der limitierten ersten Edition von Schumann’s Bargespräche unter unseren Lesern verlost – und zwar handsigniert von Charles Schumann persönlich. Wir bedanken uns für die gewaltige Resonanz, noch nie haben an einer auf MIXOLOGY ONLINE durchgeführten Verlosung so viele Menschen teilgenommen wie diesmal. Die fünf glücklichen Gewinner jedenfalls bekommen ihr Exemplar in den kommenden Tagen geschickt. Die Preise gehen nach: Verden, Berlin, Buxtehude, Altdorf und Reinbek. Wir wünschen viel Vergnügen mit den Bargesprächen und wenden uns wie jeden Sonntag den interessantesten Themen und Texten der hinter uns liegenden, flüssigen Woche zu.

Bacardi launcht „Cuarto“ als neue gereifte Qualität

Schon seit einigen Wochen kündigte sich der Launch branchenintern an, seit Mittwoch ist es offiziell: Bacardi ergänzt seine feste Rum-Range mit der neuen gereiften Abfüllung namens „Cuarto“. Der Name nimmt damit, ganz in der Tradition des „Ocho“, schlicht und einfach Bezug auf das Alter der in dem Blend enthaltenen Destillate, die allesamt mindestens vier (cuarto) Jahre lang im Holzfass gereift worden sind.

Mit dem Cuarto, der Aromen von Vanille, Holz, Honig und Nelken ins Glas bringen soll, nimmt der familiengeführte Konzern ganz klar die Stärkung des hauseigenen Premiumsegments ins Visier. Der Cuarto empfiehlt sich sowohl als Sipping-Qualität wie auch als Mix-Rum. Eine UVP zum Cuarto liegt bislang noch nicht vor. Wir sind gespannt.

Cocktails vom Zapfhahn – Fluch oder Segen?

Drinks, die fix und fertig aus dem Hahn, also auf Englisch „on tap“, gezapft werden, sind seit einiger Zeit wieder auf dem Vormarsch. Wer da nun an Sweet & Sour-Mix und die unvermeidliche Soda-Gun aus schlechten Party-Bars denkt, liegt falsch, denn die Vorteile hochwertiger, in einzelnen Batches vorgefertigter Cocktails sind unübersehbar: Absolut gleichbleibender Geschmack, konsistente Qualität und ein unheimlich schneller Service auch zu Stoßzeiten. Überdies gewinnt so mancher Drink gar, wenn seine Zutaten sich über einen gewissen Zeitraum miteinander verbinden können. Das wissen immer mehr gute Bars, die gerade Standard-Drinks wie etwa Negronis, Boulevardiers oder gar Manhattans vom Hahn servieren.

Dennoch bleibt ein ganz simpler, negativer Beigeschmack: Geht mit gezapften Cocktails nicht ein großer Teil des Bar-Zaubers für den Gast verloren, der doch so gern dem Bartender bei der Zubereitung eines Cocktails zuschaut? Welchen Esprit hat schon ein Drink, der einfach aus dem Hahn läuft, im Vergleich zu einem à la Minute gerührten Old Fashioned? Oder ist das letztlich nur falsche, längst überholte Romantik? Die Kollegen von The Spirits Business gehen der Sache auf den Grund und lassen einige der führenden Bartender zu Worte kommen, die sich mit der Materie befasst haben, u.a. Rich Woods aus dem Londoner „Duck & Waffle“.

Auf ’nen Drink ins Museum

Museumsgastronomie hat unter Kennern keinen guten Ruf. Kein Wunder: Schließlich braucht sich ein Gastronom in einem Museum eigentlich auch keine Mühe geben – die Leute werden schon auf einen Kaffee, eine Cola oder ein Bier kommen, wenn sie zwischendurch durstig werden. Wo sollen sie auch sonst hin?

Was aber, wenn die Perspektive sich ändert? Wenn also Getränkegastronomien in Museen so attraktiv und durchdacht angelegt werden, dass sie bewusst Gäste anziehen und möglicherweise gar dem Museum ein Mehr an Besuchern bescheren? Denn da ist vielen möglich und die Entwicklungen stecken noch in den Kinderschuhen. In Deutschland etwa kann man getrost „Die Goldene Bar“ im Münchener Haus der Kunst als Paradebeispiel für ein solches Unterfangen als Beispiel nennen. Auf SevenFiftyDaily geht es um weitere Ideen von überall auf der Welt. Und wir sehen: Man braucht eigentlich nur ein gutes Konzept. Dann muss große Kunst auch nicht mit schlechten Drinks flankiert werden. 

Einmal Ramos-Express, bitte!

Hassliebe Ramos Gin Fizz. Der ganz besondere Fizz aus New Orleans, der sowohl Sahne als auch Eiweiß enthält, ist in positiver wie negativer Weise legendär: Einzigartig in Geschmack und Textur, sorgt er mit der erforderlichen, ewigen Schütteldauer gern für Schweißperlen auf der Bartenderstirn und ausgeleierte Arme am Ende der Schicht. Doch es geht auch schneller!

Ja, wirklich. Für PunchDrink hat sich Kara Newman auf die Suche nach echten Ramos-Hacks gemacht. Wie lässt sich die Zubereitung des Klassikers vereinfachen, ohne Zugeständnisse an die Güte des Endergebnisses zu machen? Ihr Beitrag liefert nicht nur Antworten, sondern gar eine angebliche Qualitätssteigerung. Doch lesen Sie selbst!

Der Beitrag Inventur am 8. April 2018 erschien zuerst auf Mixology.

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Maputo ist eine der aufregendsten Städte im östlichen Afrika. Am Tage fasziniert die Hauptstadt von Mosambik mit spektakulärer Architektur, bei Nacht mit eigenwilligen Bars. Die Musik und die Feierwut der Menschen treiben diese Metropole an, die seit dem Ende des Bürgerkrieges 1992 ständig wächst. Markus Orschiedt hat sich das aus nächster Nähe angesehen.

Maputo ist das Rio Afrikas – so sagt man. Faszinierend schön und abstoßend hässlich. Pulsierendes Nachtleben, Kunst, Musik, Bars und Barackas. Frauen und Männer, schön und makellos wie Michelangelo-Skulpturen oder die Gedanken von Einstein, auf dem Bürgersteig ein wacher Bettler. In seinem alten Bürgerkriegsschienbein ein Loch, so groß wie ein Whisky-Tumbler, in das Passanten Münzen hineinwerfen.

Zukunft und Vergangenheit, Hoffnung und Elend. Straßenhändler im alltäglichen Kampf ums Überleben: „Hey, my friend, wanna buy?“ Selten aufdringlich. Das Abendlicht malt die Stadt, die sonst so grell ist, in verführerisches Pastell, zerrt Gauner und Nachthungrige ins Halbdunkel.

Oben und unten, Bars und Paläste

Als ich Maputo 1998 das erste Mal besucht habe, gab es schon die beiden widerstreitenden Welten. In der Oberstadt (Cima) das feine Viertel Polana mit dem gleichnamigen Kolonialhotel mit Blick auf den Indischen Ozean, dem Präsidentenpalast, den Botschaften, Villen und dem ehemaligen Teilwohnsitz von Nelson Mandela. Dann noch das fastfeine Hotel Cardoso unweit des wunderbaren Museums für Naturkunde und der inzwischen berühmten Künstlergruppe Nucleo de Arte mit Galerie und Divebar.

Wo sich damals nur wenige Autos, sondern mehr Handkarren durch die Straßen schoben, stauen sich heute zweispurig die fetten Geländewagen und legen Zeugnis von der Entwicklung Mosambiks ab. Fußgänger wuseln gegen die Kaminwinde, ventiliert durch die vielen neuen Hochhäuser, die sich arrogant über die portugiesisch-kolonialen Gebäude und die – man glaubt es kaum – dominierende Bauhaus-Architektur erheben.

Dann die Unterstadt (Baixa), noch heißer, noch menschen- autogedrängter. Ein Lahar aus Blech und Leibern. Nächtliches Epizentrum ist die Hafengegend. Lebensfreude, Lust und latente Gefahr definieren den Reiz. Die Straßennahmen künden noch von der Revolutionszeit in den 1970er Jahren und feiern die alten Helden: Mao Tse-tung, Lenin, Ho Chi Minh, Karl Marx, Patrice Lumumba und Julius Nyerere heißen hier die Avenidas oder sie sind benannt nach wichtigen Daten dieser Epoche der Dekolonialisierung von Portugal.

Zwischen den Welten

Der unvermeidliche Sundowner muss unbedingt im „Dhow“ genossen werden. Sicherlich einer der angesagtesten Bars im Moment mit atemberaubendem Blick auf die Maputo Bay. Man trinkt Wein aus Südafrika und Bier. Vor allem die lokalen Marken 2M und Manica stehen hoch im Kurs. Die Mosambikaner, die etwas auf sich halten und zu Wohlstand gekommen sind, trinken die Importmarken Castle oder Heineken. Vereinzelt sieht man auch einmal eine Margarita, Caipirinha oder einen Mojito auf dem Tisch. Cocktails haben hier keine ausgeprägte Kultur.  Mao ist weit weg.

Auf dem Weg zurück ins pulsierende Zentrum ist ein Besuch bei „Nucleo de Arte“ Chronistenpflicht. Die Rastas und Künstler hängen rum, Besucher in der Galerie, Rum und Cola kreisen mit Joints um die Wette im Biergarten, während die Band beim Soundcheck lärmt.

Ein paar Schritte weiter, im Hotel Cardoso, weht der Wind des nächtlichen Maputo über den Pool. Die Bar ist fest in der Hand astraler Schönheiten. Die Models sind bereit für die Modenschau. Gin & Tonic und Whisky on the Rocks wandern in die Kehlen des fast ausschließlich weißen Publikums, stets umhegt von einer Armee livrierter Kellner. Hartes Kontrastprogramm. Maputos Lichter funkeln.

Wer Maputo besucht, kommt eigentlich am Mundos nicht vorbei. Diese von Südafrikanern betriebene Mischung aus Sportsbar, Restaurant und Bar ist eine Institution bei Touristen und Einheimischen. Zwei große Räume füllen sich bereits am frühen Abend. Regierungs- und Parteihengste, von NGOs gemästete Geländewagenfahrer, Blink-Blink-Ladies und hippe Jungs dominieren die Szene, eingerahmt von Familien und Geburtstagsgesellschaften. Die postsozialistische Jeunesse dorée Maputos startet bei Wein und Piña Coladas in die Nacht. Das Mundos ist seit gefühlten 100 Jahren ein Fels in der Brandung, jenseits aller Moden des nächtlichen Glittertrubels und seiner Schnelllebigkeit.

Schöne Hölle, geile Höhle

Um die Ecke, im Dolce Vita, ist der Name Programm. Zu Sushi schlürft man Fruchtsaftmischungen und Castle Lite. Ein Klassiker des Nachtlebens. Modernes, helles Design. Ein Raum, der sich inszeniert wie sein Publikum. Eine Bar, wie man sie auch in jeder europäischen Metropole finden kann. Die Musik ist schrill, die Stimmung aufgeheizt. Nur die Bartender sind nicht ganz auf der Höhe. Der Gin & Tonic kommt völlig verwässert und fast ohne Eis lauwarm an den Tisch. Aber immerhin hat die Reklamation Erfolg und der zweite Versuch kann sich trinken lassen. Im Dolce Vita lässt sich auch die Kultur des gemeinsamen Konsums verfolgen. Man sitzt in einer Gruppe zusammen am Tisch, ordert eine Flasche Vodka oder Cognac, dazu reichlich Eis und Filler und genießt zusammen.

In der Unterstadt befindet sich in eine Legende. Das Gil Vicente ist das Hochamt der Live-Musik. Der Laden platzt aus allen Nähten, die Luft lädt zum Schwimmen ein, Zigarettenqualm und Schweiß parfümieren den Raum. Sauna mit Musik und Nikotinaufguss. Beliebter Ort ist die Treppe zum oberen Raum. Überall zu den Beats der Band zuckende Leiber, schöne Hölle. Das Publikum ist sexy, aber nicht überdreht. Künstlervolk, Studenten, Musikfreaks. Geile Höhle. Wer hier etwas anderes als Bier in Strömen trinkt, macht sich verdächtig. Die Bartender nehmen die Schreiorders entgegen und werfen die Gerstenkaltsuppe in die reckenden Hände der gierigen Meute. Epiphanie des Bieres.

Um anschließend in die tiefsten Abgründe der Nacht zu tauchen, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder ins Coconuts, oder ins Rotlichtviertel am Hafen. Das Coconuts ist eine Großdisko mit Garten und Live-Bühne an der Marginal, der Uferpromenade. Wir lassen es heute einmal marginal sein und driften ab in die tieferen Tiefen. Was im Gil Vicente im geschlossenen Raum stattfindet, passiert hier schon auf der Straße. Dabei ist es nicht nur ein von Nutten und Freiern bespieltes Areal. Hier mischen sich die Szenen und Akteure. Oben Stundenhotel, unten Club. Semiprofessionelle, Verirrte, Staunende, Schöne, Reiche, Arme, Opfer, Drogen – alles da. Klein-Frankfurter Bahnhofsviertel in Maputo. Um so enttäuschender, dass ausgerechnet der Ort, der das alles in sich vereint, geschlossen ist – das skandalumwitterte Luso.

Maputo: So hässlich kann schön sein

Aber Hilfe ist nah. Im Nachbarhaus befindet sich das Gypsi. Thema getroffen, Absturz pur. Zwischen Schnäpsen und Longdrinks, die hier in halsbrecherischem Tempo über den Tresen wandern, immer wieder Anbahnungsversuche der Semiprofessionellen, die es abzuwehren gilt. Oder auch nicht. Die Pizza zur späten Stunde ist jedenfalls sensationell. Maputo ist wirklich schön und hässlich  – eher schön.

Der Beitrag Lokalaugenschein Maputo: Vibrieren zwischen Oberstadt und Unterstadt erschien zuerst auf Mixology.

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Mixology.eu by Nils Wrage - 2w ago

Die Berliner Kantine Kohlmann holt sich mit Jonas Stein und Dominik Berberich eine süddeutsche Doppelspitze, in Zürich kehrt ein alter Bekannter zurück nach Hause und das Freiburger „Pony“ schlägt wieder zu. Dazu darf sich Mario Kappes über eine Beförderung der luxuriösen Art freuen. Cheers!

Herzlich willkommen zurück zu unserem zweiten Überblick über die aktuell wichtigsten Personalwechsel der flüssigen Zunft. Der Winter bleibt und bleibt und bleibt – das ist der Barszene egal, hier ist immer etwas im Wandel. So auch etwa im Münchener Trisoux, das im März gleich zwei prominente Neuzugänge hinter der Theke begrüßen konnte: Susan MacKenzie (vormals Goldene Bar) und Martin Bieringer (ehemals Barroom, überdies aktiv als Autor für MIXOLOGY) verstärken das Team von Philipp Fröhlich in der angesagten Bar in der bayerischen Hauptstadt.

Jonas Stein & Dominik Berberich entern die Kantine Kohlmann

Im Prenzlauer Berg fürchtet man die Schwaben, Kreuzberg hingegen darf sich auf eine neue Badische Doppelspitze in einer altbekannten Trinkinstitution freuen: Jonas Stein und Dominik Berberich heuern gemeinsam in der Kantine Kohlmann an.

Dominik Berberich, zuletzt etwa im Lugosi tätig, und Jonas Stein, lange Zeit bei Willi Schöllmann in Offenburg hinterm Brett, können überdies beide auf eine Station bei Paul Sieferle in Mannheim verweisen. Gemeinsam wollen beide nun „mit ein wenig südlichem Lebensgefühl und Gastfreundschaft den Kiez um die Skalitzer Straße noch ein wenig bunter machen“.

Aktuell orientieren sich die zwei Bartender noch, vor allem Jonas Stein kommt als Neu-Berliner gerade richtig an. „Wir wollen uns noch ein wenig Zeit lassen und mit dem Team zusammenwachsen, bevor wir ein neues Getränkekonzept entwickeln“, erklärt Stein. Und wir von MIXOLOGY sind dann doch ein wenig traurig, unser altes Büro in Laufweite der Kantine kürzlich aufgegeben zu haben.

Mario Kappes wird luxuriös

Besuch erhalten Stein und Berberich dann vielleicht bald von Mario Kappes. Den bärigen, früheren Barchef des Le Lion kann man sich zwar auch hervorragend mit Zigarre im Whirlpool vorstellen, sein neuer Posten als „Luxury Brand Ambassador“ im Hause Borco Marken-Import bedeutet jedoch etwas anderes.

Denn der „Mixologe“ und „Gastgeber des Jahres“ bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2015 tritt nach zwei Jahren als Markenbotschafter für Nikka Whisky und The Dalmore eine komplett neu geschaffene Stelle beim hanseatischen Traditionshaus an und repräsentiert ab sofort einen großen Teil von Borcos Prestige-Portfolio, etwa Chartreuse, Elijah Craig, Champagne Lanson und die beiden Rums Vacilón und Ron Abuelo.

„Sich entwickeln zu dürfen, ist nicht in jedem Unternehmen möglich“, meint Kappes. „Umso mehr freue ich mich über das Vertrauen, das die Borco-Familie in mich setzt. Jetzt für 15 Brands auch international zuständig sein zu dürfen und auch Emotionen hinter den Marken zu transportieren, ist extrem spannend und herausfordernd.“ Und angesprochen auf die Vielzahl der zu vertretenden Marken meint Kappes nur lächelnd: „In 21 Jahren Bar hatte ich noch mehr Flaschen im Rückbüffet und hatte doch stets individuelle Fakten und Geschichten für jeden Gast parat. Insofern passt das schon alles.“ Wir wünschen ihm dabei viel Erfolg!

Back Home: Wolfgang Mayer wieder im Widder

Gleichzeitig einen Schritt zurück und vorwärts geht in diesen Tagen Wolfgang Mayer. Der sympathische Allgäuer verlässt nach rund zwei Jahren seinen Posten als Bar Manager im Luxushotel The Chedi Andermatt, um ins Widder Hotel nach Zürich „heimzukehren“. Dort hatte er bereits vor seinem Engagement in den Alpen als rechte Hand des früheren Manager Dirk Hany die Geschicke der vielfach ausgezeichneten Bar in dem Zürcher Traditionshotel mitgeprägt.

Mayer tritt im Widder einen neu geschaffenen Posten als „Manager & Gastgeber The Bar & Lounges“ an, die gastronomischen Zeichen im Widder stehen ja nach großem Umbau derzeit ohnehin auf Wandel. „Als ich das Angebot bekommen habe, konnte ich einfach nicht nein sagen. Die Widder Bar & Kitchen ist für mich eine der schönsten Bars des Planeten“, kann Mayer seine Freude über die neue Aufgabe nicht verbergen. Insgesamt kümmern er und sein Team sich künftig nicht nur um die Bar & Kitchen, sondern ebenfalls um die „Widder Garage“, die „Bibliothek“, die Summer Lounge und sogar den Room Service. Und Mayer kündigt an: „Nach dem abgeschlossenen Umbau werden auch wir als Team etwas jünger und ‚frecher‘ auftreten – aber natürlich noch immer mit dem perfekten, klassischen Service, den dieses Haus verspricht“.

Chloé Merz-Salyer does the Trick!

Eigentlich nur ein kurzer Weg über die Grenze am Dreiländereck – doch barkulturell ein großer Fortschritt: Die Gewinnerin der Made in GSA Competition 2017 und amtierende „Newcomerin des Jahres“ der MIXOLOGY BAR AWARDS, Chloé Merz-Salyer, trifft man nun nicht mehr im Baseler Conto 4056, sondern in der aktuellen Superstar-Bar Deutschlands, dem One Trick Pony in Freiburg.

Dort wird allmählich der Platz für die Urkunden eng, denn die Bar konnte selbst bei den zurückliegenden Awards gleich drei Preise mit in den Breisgau nehmen. „Meine bisherige Bar-Karriere hat nur in Basel stattgefunden“, eröffnet Merz. „Als ich Boris [Gröner, d. Red.] und Andi [Andreas Schöler, d. Red] eröffnet habe, dass ich vorhätte, künftig in so vielen Bars wie möglich zu arbeiten, waren sie sofort sehr ‚einladend‘.“ Für die Bartenderin mit dem herzlichen Lachen beginnt nun also eine bewusst befristete Zeit in einer der aktuell innovativsten deutschen Bars. Mit Barchef Jan Jehli hat sie darüber hinaus den aktuellen „Mixologen des Jahres“ an ihrer Seite, und mit Alexander Mayer, der ab April dazustoßen wird, einen ihrer Vorgänger als Gewinner der Made in GSA Competition. Und die Nähe zur Heimat in Basel ist sogar doppelt schön: „Ich bin tatsächlich jetzt schon ein wenig traurig, dass ich sie irgendwann wieder verlassen muss. Aber auch dann ist Freiburg ja so nah, dass ich die Jungs jederzeit besuchen kann“, meint Chloé – und lächelt.

Damit beendet das Karussell der Nacht für diesmal seine Fahrt. Kennen Sie jemanden aus dem Bar-Zirkus, der aktuell eine neue Stelle angetreten hat? Oder hat sich das Karussell vielleicht für Sie selbst gedreht? Zögern Sie nicht, sich unter redaktion@mixology.eu an uns zu wenden – ebenso, wenn Sie von einer spannenden freien Position zu berichten wissen. Wir freuen uns auf ihre Post!

Der Beitrag Karussell der Nacht XXVII erschien zuerst auf Mixology.

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Frohe Ostern nochmals! Heute, am Ostermontag, sind es noch exakt sieben Tage: Solange läuft die Bewerbungsfrist für die Made in GSA Competition 2018 mit Finale am 28. Mai in Frankfurt am Main. An dieser Stelle erklären wir ein letztes Mal die Teilnahmebedingungen sowie die zu gewinnenden Preise.

Bartender aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol sind aufgerufen, sich mit einer modernen Cocktailkreation für das Finale zu bewerben, das zum insgesamt sechsten Mal ausgetragen wird. Die Made in GSA Competition ist in ihrer konzeptionellen Form als von vielen Marken und Produzenten getragener Wettbewerb nicht nur einzigartig, sie zählt zu den wichtigsten Cocktail-Competitions im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr wird der Wettbewerb durch die Rekordzahl von 47 heimischen Partnern aus den GSA-Ländern unterstützt, die insgesamt über 100 Produkte bieten, aus denen die Teilnehmer für die Entwicklung ihres Drinks wählen können.

Regeln, Formulare, Preise

Noch bis 9. April um 23:59 Uhr können sich alle Interessenten auf made-in-gsa.de über das entsprechende Formular mit ihrem Cocktail bewerben. Die wichtigsten Regeln:

  • Eingereicht wird eine (1) Cocktailrezeptur. Dabei steht die Wahl frei, ob es sich um einen Short Drink oder Long Drink handelt.
  • Die Basis des Drinks muss ein Partnerprodukt sein, das den Charakter des Cocktails bestimmt.
  • Es dürfen auch Produkte verwendet werden, die nicht zum Partner-Pool gehören. Diese dürfen jedoch nicht bestimmende Zutat der Rezeptur sein.
  • Für einen Long Drink muss der entsprechende Filler aus dem Partner-Pool stammen.
  • Zusätzlich zur Rezeptur muss der Bewerbung eine kurze Story zum Drink sowie eine Kalkulation anfügen. Auch hierfür stehen bei der Bewerbung spezifische Fenster zur Verfügung.
  • Jede Rezeptur, die eine Zutat aus einer der beiden diesjährigen Sonderkategorien – „Limonade & Filler“ und „Wermut & Likör“ – enthält, nimmt automatisch auch an der jeweiligen Sonderwertung teil.
  • Die detaillierten Regeln und Teilnahmebedingungen finden sich auf der Website der Competition.

Die Bewerbungen werden anonymisiert und der Jury zur Bewertung vorgelegt. Die Jury besteht in diesem Jahr aus der Münchener Barlegende Charles Schumann, Branimir Hrkac (Gekko Group, Frankfurt), Thomas Huhn (Les Trois Rois, Basel) und Gerhard „Geri“ Tsai (Tür 7, Wien).

Die Jury wählt in geheimer, gleicher Wahl die vielversprechendsten Rezepturen aus, die entsprechenden Bewerber werden von MIXOLOGY zum Finale am 28. Mai 2018 in Frankfurt eingeladen, wo sie ihren Drink samt Story der Jury präsentieren. Durch das Finale führt wie schon mehrfach MIXOLOGY-Herausgeber und Made in GSA-Gründer Helmut Adam.

Die Preise der Made in GSA Competition

Und die Teilnahme lohnt sich! Den Gewinnern des Jahres 2018 winken folgende Preise:

Auch drei Preise auf einmal möglich

Da Rezepturen, die eine Sonderkategorie bedienen, auch automatisch in der Gesamtwertung teilnehmen, haben Bartender, die sich für eine Sonderkategorie entscheiden, gar die Möglichkeit, gleich mehrere Preise zu gewinnen. Zum Beispiel: Ein Long Drink enthält einen Partner-Wermut und einen Partner-Filler, der Finalist liegt in der Gesamtwertung auf dem 3. Rang. Spricht die Jury ihm zudem den Gewinn in beiden Sonderwertungen zu, gewinnt er gar drei Preise!

Im vergangenen Jahr konnte die Made in GSA Competition rund 180 Bewerbungen verzeichnen – das ist weit mehr als bei einigen der „großen“, markengetriebenen Competitions. Dieser Umstand zeigt, dass es bei der Made in GSA Competition um mehr geht als nur die Arbeit mit einer bestimmten Marke. Es geht um eine Idee davon, heimische Zutaten und Spirituosenspezialitäten ins rechte, zeitgemäße Licht zu setzen. Wir freuen uns auf Dein Rezept!

Der Beitrag Made in GSA 2018: Jetzt aber schnell! erschien zuerst auf Mixology.

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Mixology.eu by Redaktion - 2w ago

Frohe Ostern – und auch noch einen guten 1. April! Anlässlich des Feiertages verlosen wir heute sogar ein paar ganz besondere DVDs. Vorher aber schauen wir nach London. Also auf geht’s zur neuesten Inventur.

Okay, so offensichtlich geht es dann doch nicht: Unsere Aprilscherze der letzten Jahre waren doch immer auf recht viel Glauben gestoßen – trotzdem produziert MIXOLOG doch noch keinen eigenen Gin für 160 Euro pro Flasche, gibt es keine Tonic-Akademie in Berlin, und auch unser Büro ist letztlich nicht nach Frankfurt umgezogen (wiewohl wir durch unseren echten Umzug vor ein paar Wochen allerdings nur noch einen Steinwurf vom Frankfurter Tor entfernt sind). Jedenfalls: Wenn schon oben dick und fett „Inventur am 1. April 2018“ drübersteht, dann kann und soll man das mit dem Aprilscherz in diesem Jahr einfach mal den anderen Medien überlassen. Wir wenden uns also wie jeden Sonntag den interessantesten und hoffentlich vollkommen realen Themen und Nachrichten der letzten Bar-Woche zu. Viel Spaß beim Lesen – und natürlich bei der Eiersuche.

Erik Lorincz sagt „Adé, Savoy“

Am Karfreitag kam die Meldung zunächst exklusiv bei Drinks International: Erik Lorincz, einer der führenden und einflussreichsten Bartender unserer Zeit, verlässt nach acht Jahren als Head Bartender die legendäre „American Bar“ im Londoner Savoy Hotel, um in der britischen Hauptstadt sein erstes eigenes Barprojekt zu eröffnen. Fast zweifellos steht jetzt schon fest: Dabei handelt es sich um die Bar-Personalie des Jahres.

Der gebürtige Slowake hatte mit der Stelle als Head Bartender der American Bar im Jahre 2010 das Erbe solch legendärer Barleute wie Harry Craddock, Ada Coleman und Peter Dorelli angetreten, zuvor hatte er bereits in der ebenfalls weltberühmten Connaught Bar gearbeitet. Gemeinsam mit Manager Declan McGurk und seinem Barteam schaffte es Lorinzc, der 2010 auch die Diageo World Class gewann, die American Bar wieder an die absolute Weltspitze zu führen: Er verlässt die Bar zu einem Zeitpunkt, an dem sie sowohl den Titel „World’s Best Bar“ als auch jenen der „Besten Europäischen Bar“ der MIXOLOGY BAR AWARDS führt. An seiner eigenen Bar arbeitet Lorincz nach DrinksInt-Agaben bereits seit mehreren Jahren, er tut es damit seinem früheren Savoy Kollegen Chris Moore (Ex-Barchef der „Beaufort Bar“ im selben Hotel) gleich, der mittlerweile mit der „Coupette Bar“ eine angesagte Boutique-Bar in der Stadt führt. Es bleibt daher, wie immer eigentlich, spannend in London.

Nur Lokales im Lokal – geht das auch an der Bar?

„Lokal“ als Küchenmerkmal ist die radikalere und strengere Form des „Regionalen“. Doch während letzteres peu à peu eher zur Trendvokabel zu verkommen scheint, gibt es keinen Zweifel: Für Restaurants, die sich die Maßgabe auferlegen, nur wahrhaft lokale Produkte, also Ware aus der mehr oder weniger direkten Umgebung, zu verarbeiten, ist jene Formalie fast automatisch das zentrale Programm. Restaurants wie das Kopenhagener „Noma“ oder das „Nobelhart & Schmutzig“ in Berlin zeigen, wie viel Beachtung solche Konzepte heutzutage vollkommen zu Recht erhalten.

Noch wesentlich schwieriger als für Restaurants ist die Umsetzung dieses strikten Ideals für Bars. Nur Spirituosen aus einem Land oder gar einer bestimmten Provinz zu servieren und zu verarbeiten, bedeutet meist entweder die Fokussierung auf spezifische Kazegorien oder Zugeständnisse in Sachen Qualität. Dass es doch geht – und dass derartige Bars durch ihre langjährige Arbeit gar in der Lage sind, Entwicklungen abzubilden und zu beeinflussen – demonstrieren Bars wie das Londoner The Hide. Diese und andere Bars stellen die Kollegen von The Spirits Business in einem großen Beitrag zum Thema vor. Ursprünglich aus der englischen Print-Ausgabe, nun auch endlich online lesbar.

Über eine Zutat: Shiso – die Minze von morgen?

Sie sind auch in vielen hervorragenden Bars unserer Breitengrade schon lange keine Unbekannten mehr: Shiso-Blätter, die ursprünglich ihre Heimat in der japanischen Küche haben. Tatsächlich scheint sich aber von Jahr zu Jahr ein unaufhaltsamer Siegeszug der dekorativen, gezackten Blätter an den Bars rund um den Planeten anzudeuten.

Dieser Umstand darf eigentlich auch nicht verwundern, ist Shiso doch auch neben seiner bestechenden Optik ein echter Aromen-Alleskönner. Anlass genug für das Imbibe!-Magazine, sich der Pflanze und ihrer Verwendung in den besten Bars in einem kleinen, aber aufschlussreichen und – man kann es nicht anders sagen – appetitanregenden Beitrag zu widmen. Durst?

Das Beste zum Schluss: Schumann’s Bargespräche: Wir verlosen fünf handsignierte DVDs!

Der Dokumentarfilm Schumann’s Bargespräche aus dem letzten Jahr ist der meistbeachtete Film seit vielen Jahren, der sich mit der Bar und einem ihrer wichtigsten Protagonisten der letzten 100 Jahre beschäftigt: dem legendären Münchener Barbetreiber Charles Schumann. In intimen und ausgiebigen Sequenzen bringt der Film von Regisseurin Marieke Schroeder den weltberühmten Lebemann und Bar-Innovator auf komplexe Weise näher.

Passend zum Launch der DVD von Schumann’s Bargespräche am 27. März haben wir die Freude, in Kooperation mit Boxfish Films fünf Exemplare der limitierten Erstauflage zu verlosen. Doch damit nicht genug: Die DVDs sind –  garantiert kein Aprilscherz! – überdies von Charles Schumann persönlich handsigniert. Wie man an eins der fünf besonderen Stücke gelangt? Ganz einfach. Dafür gilt es, die folgende Frage zu beantworten:

Wo wird man Charles Schumann voraussichtlich am 28. Mai 2018 antreffen können?

Die Antwort schicken Teilnehmer bitte bis einschließlich Mittwoch, 4. April 2018, mit dem Betreff „Verlosung Schumann“ an redaktion@mixology.eu. Die Gewinner werden von unserem Redaktionsteam ausgewählt und persönlich benachrichtigt. Wir wünschen viel Erfolg!

Der Beitrag Inventur am 1. April 2018 erschien zuerst auf Mixology.

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Mixology.eu by Nils Wrage - 2w ago

Mit einem sagenhaft aromatischen Cocktail gewann Chloé Merz-Salyer die Made in GSA Competition 2017. Im Interview spricht sie über die Idee hinter ihrem „The Travelling TombstoneAußerdem verrät die Schweizerin mit dem ansteckenden Lachen, wie man es vielleicht schafft, die kleinen Extrapunkte zu sammeln, die am Ende den Sieg ausmachen.

Der Sieg von Chloé Merz-Salyer bei der Made in GSA Competition 2017 in Wien war gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Die sympathische Bartenderin aus Basel gewann den Wettbewerb nicht nur als erste Frau, sondern ebenfalls ging der Sieg erstmals in die Schweiz. Überdies konnte sie die Jury mit einem kantig-aromatischen, schnörkellosen Whisky-Cocktail begeistern, der in dieser Form selten zu Gast bei der Made in GSA Competition ist.

Im Interview verrät sie uns, warum auch ein Grabstein ein schlüssiger Name für einen Cocktail sein kann, wie sich Idee, Form und Inhalt gegenseitig beeinflussen – und warum letztlich Aufrichtigkeit, Herzlichkeit und Freude an der Sache das Allerwichtigste sind.

Wie ist die Rezeptur Deines Drinks entstanden? Bist Du von einer Basisspirituose ausgegangen und hast dann nach passenden Begleitern gesucht? Oder stand von vornherein ein klares Aromenprofil im Raum, das Du umsetzen wolltest?

Chloé Merz-Salyer: Ich wollte unbedingt einen Cocktail mit einem rauchigen Whisky kreieren. Nachdem ich mir die Sponsorenliste angesehen hatte, war mir auch klar, dass ich mit Bergamotte von Faude Feine Brände arbeiten wollte. Die nächste Frage war dann, wie man die Zutaten zueinander in Harmonie bringen kann. Es waren also eher die spezifischen Zutaten, die mich gereizt haben, ich habe also grundsätzlich mit zwei Geschmacksprofilen begonnen und eine Kombination sozusagen zu erzwingen versucht.

     »Ich wollte unbedingt einen Drink mit einem rauchigen Whisky entwickeln.«

Der Name Deines Drinks beinhaltet den Begriff „Tombstone“, also „Grabstein“. Das mag auf den ersten Eindruck bei manchen Leuten etwas irritierend wirken, da man solch eine Assoziation nicht unbedingt mit einem Drink in Verbindung setzt. Wie kam es dazu? Steckt da eine Programmatik hinter?

Chloé Merz-Salyer: Der Name „ The Travelling Tombstone“ kam mir in den Sinn, weil der verwendete Whisky von Ziegler ja „Aureum 1865 Grave Digger Edition“ heißt – also den Totengräber im Namen trägt. Der ursprüngliche Gedanke war: Was gräbt ein Totengräber so? Ist klar. Und ganz oben auf dem Grab liegt dann eben der Grabstein.

Welchen Stellenwert hatte die Story hinter dem Drink? Was war zuerst da? Hat die Story den Namen ebenfalls beeinflusst?

Chloé Merz-Salyer: Definitiv! Die Geschichte hinter meinem Drink sollte die Verbindung zwischen den drei verschiedenen Bereichen zeigen, aus denen der Whisky, der Wermut und Bergamotte stammen – daher der Begriff „Travelling“, es geht um Dynamik und Verbindungen. Der Name des Cocktails wurde also auf jeden Fall auch von der Geschichte hinter dem Cocktail beeinflusst.

    »Mit dem Namen wollte ich zeigen, dass verschiedene Bereiche zum Drink beigetragen haben.«

Was war Deine generelle Motivation, an der Made in GSA Competition teilzunehmen?

Chloé Merz-Salyer: Meine Motivation, am GSA-Wettbewerb teilzunehmen, war ganz klar die Idee, lokale Produkte zu verwenden und zu inszenieren. Schon bei meiner täglichen Arbeit im Conto 4056 [der damalige Arbeitsplatz von Chloé Merz-Salyer, d. Red] war es sehr wichtig für mich, saisonale und lokale Zutaten zu verarbeiten. Und es ist einfach eine großartige Chance für alle Beteiligten, an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem die Produkte wirklich in den GSA-Ländern hergestellt werden.

Du hast beim Finale in Wien ganz bewusst auf Schwyzerdütsch präsentiert. Welche Rolle spielt regionale Identifikation für Dich beim daily work an der Bar? Die Bar ist ja zunächst mal ein sehr „unregionaler“ Ort.

Chloé Merz-Salyer: Ich wollte Schwyzerdütsch sprechen, weil ich mich immer noch relativ unbehaglich fühle, wenn ich versuche, vor vielen Menschen Hochdeutsch zu sprechen. Ich glaube auch, dass es ja gerade bei diesem Wettbewerb darum geht, Deutschland, die Schweiz und Österreich zu repräsentieren. Jedes Land, jede Region hat ja einen eigenen Dialekt. Bei der Arbeit spreche ich ebenfalls meistens Schwyzerdütsch und Englisch, und solange die Leute mich verstehen, ziehe ich es vor, in meinem Dialekt zu sprechen – anstatt verfälscht zu sprechen und zu versuchen, jemand zu sein, der ich nicht bin.

Welchen Ratschlag würdest Du den Finalisten für das Jahr 2018 geben? Gibt es etwas, bei dem Du glaubst, dass es Dir bei Deinem Sieg im letzten Jahr geholfen hat?

Chloé Merz-Salyer: Der wichtigste Ratschlag an die Finalisten lautet wohl wie fast immer: üben, üben, üben! Außerdem würde ich jedem mit auf den Weg geben: Sei authentisch und so bequem wie möglich auf der Bühne. Sprich während der Präsentation! Manche stehen ja dort und machen schweigend ihren Drink. Wie soll man so die Aufmerksamkeit der Jury behalten? Und am allerallerwichtigsten: Have fun!

Chloé, wir danken Dir ganz herzlich für das Interview!

Der Beitrag „Sei authentisch!“ erschien zuerst auf Mixology.

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