Loading...

Follow Mixology.eu on Feedspot

Continue with Google
Continue with Facebook
or

Valid
Mixology.eu by Nicolas Kroeger - 3w ago

Mehr als jede andere Spirituosengattung hat Rum zwei Gesichter: Reichtum und Elend, Glamour und Suff, Prestige und Prekariat oder Ehrlichkeit und Lüge liegen beim Rum oft nur ein paar Meter voneinander entfernt.  Doch die Branche boomt. Unser Autor, einer der führenden Rum-Experten Deutschlands, mit zehn Anmerkungen und Wünschen an die Hersteller, wie man die Rum-Welt noch etwas besser machen könnte.

1 KULTUR

Wo Zuckerrohr wächst, wird Rum gebrannt – also auf allen Kontinenten. In Deutschland kennen wir vor allem Rum aus der Karibik, der größte Rum-Produzent ist hingegen Indien.
Oft werden allerdings gewisse Stile kopiert. Hier wäre es schön, wenn sich die Produzenten verstärkt auf die Gegebenheiten ihrer Umgebung konzentrieren würden. „Nine Leaves“ aus Japan ist ein gutes Beispiel: Mit seinem Rum, gewonnen aus dem schwarzen Zuckerrohr aus Okinawa, begeistert das Haus unsere Sinne!

2 DIE VIELFÄLTIGSTE SPIRITUOSE DER WELT

Mit Abstand! Zahllose Herstellungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung: von hölzerner Pot Still der (geschlossenen) Destillerie „Versailles“ bis hin zu fast neutraler Column-Still. Verarbeitung der Rohstoffe: ob Melasse, frisch gepresster Zuckerrohrsaft oder Sugar Cane Honey (ein Sirup aus dem Saft). Und natürlich der Einfluss des Klimas! Dies bietet eine Vielfalt an Geschmacksnoten und eine Komplexität, die von keiner anderen Spirituosenkategorie erreicht werden kann. Doch selbst hier besteht noch mehr Potenzial (siehe Punkt 1 & 4).

3 SCHNELLER REIFEPROZESS VS. EGO

Aufgrund der hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Herstellungsländer reift Rum in der Regel deutlich schneller als andere Spirituosen wie z. B. schottischer Whisky. Bis viermal so schnell schreitet die Reifung voran und bis zu 12 % Angels’ Share (in Schottland gerade mal 1 – 3 %) bereichern die Homosphäre.

Doch Vorsicht: Das schwierige Thema der Fasslagerung verlangt eine Menge Verständnis für Materie und Erfahrung. Überlagerung und ein unausgewogenes Geschmacksbild sind schnell das Resultat falscher Anwendung. Das Haus »New Grove« zum Beispiel hat dies erkannt, professionelle Hilfe geholt und seitdem die Qualität deutlich gesteigert. Doch gerade in der Karibik steht das Ego der Hersteller der Vernunft oft im Weg.

4 LANGWEILIGE FASSAUSWAHL

Immer das Gleiche: Da Bourbon für mindestens zwei Jahre in unbenutzter amerikanischer Weißeiche gelagert werden muss, gelangen diese Fässer anschließend oft zu den Rumherstellern. Wenn jemand was Besonderes wünscht, greift er zu ehemaligen Sherry- oder Port-Fässern.

Ihre Berechtigung haben solche Rum-Stile durchaus – doch dass es viel spannender geht, zeigt uns z. B. Brasilien mit seinem Cachaça. Diese wundervolle Schwester des Rums überzeugt mit spannenden Abfüllungen, ausgebaut in tropischen Hölzern, die dem Destillat etwa eine herrliche Zimtnote verleihen (beim Amburana-Fass).

5 MONOKULTUR UND ANDERE NATURSCHÄDEN

Zuckerrohr bedient nicht nur 70 % des Zuckermarktes, sondern auch immer mehr die Nachfrage nach Bioethanol – gerade in Ländern wie Brasilien (mit Abstand der größte Produzent der Welt). Zuckerrohr ist dadurch lukrativer als der Anbau anderer Pflanzen, was zu einer Monokultur führt, am Leben erhalten durch die Verwendung erheblicher Düngemengen.

Hinzu kommt, dass die Felder einen Tag vor der Ernte abgebrannt werden, um das Unkraut und die Blätter zu entfernen. Länder wie Thailand (viertgrößter Produzent) haben das Abbrennen bereits verboten, aus den Blättern wird nun Energie gewonnen. Ein guter erster Schritt.

6 SCHLECHTE ARBEITSBEDINGUNGEN

Gerade in vielen Entwicklungsländern wird nicht nur die Natur ausgebeutet, sondern auch die Arbeiter. Die Arbeitsbedingungen sind häufig eine Katastrophe – gerade bei großen Destillen, die die Preise enorm drücken müssen, um die immensen Marketingkosten zu tragen.

»Centenario« etwa zahlt den Mitarbeitern nicht nur deutlich mehr als die meisten Mitbewerber, sondern kümmert sich auch nachhaltig um die nachfolgenden Generationen: Die Kinder der Arbeiter werden zur Schule geschickt und versorgt, statt auf den Feldern zu arbeiten. Bravo!

7 FARBSTOFF

Heikles Thema mit viel Konfliktpotenzial – fast alle sind dagegen. Doch so einfach ist es nicht: Die Entwicklung des Geschmacks hat bei der Reifung nichts mit der Farbe zu tun. So können zwei Fässer sehr ähnlich schmecken, obwohl die Farbe komplett unterschiedlich ist. Da sich der Konsument enorm durch optische Einflüsse täuschen lässt, greift der Master Blender auf einen hochkonzentrierten Karamell zurück, um für eine einheitliche Farbe zu sorgen. Richtig angewendet ist Zuckercouleur bei gereiften Spirituosen mit der menschlichen Sensorik auch nicht schmeckbar.

Dass das kein Loblied auf die schwarzgefärbte Billigplörre aus dem Discounter sein soll, versteht sich hoffentlich von selbst!

8 MEHR TRANSPARENZ!

Leider ist Farbstoff oft nicht der einzige Zusatz. Riesige Mengen Zucker (teilweise bis zu 120 g pro Liter) wurden bei einigen Marken gemessen. Auch Zusätze von Glycerin etc. konnten gefunden werden.

Es ist überhaupt nichts an gesüßten oder aromatisierten Produkten auszusetzen. Wenn der Kunde ein solches Geschmackserlebnis wünscht, dann soll er es auch kriegen. Doch das sollte dann auch genau so kommuniziert werden – nämlich auf dem Etikett! Und bitte: Auf chemische Zusatzstoffe sollte wirklich jeder verzichten. Solche Skandale schaden der gesamten Industrie ungemein und unterminieren die liebevolle Arbeit ehrlicher Hersteller.

9 KEINE EINHEITLICHEN GESETZE

Ein großer Nachteil, den eine internationale Spirituosenkategorie mit sich bringt. Schottischer Single Malt wird gerne als Gegenbeispiel genannt. Kein fairer Vergleich, da hier nationale Regularien greifen. International betrachtet leidet Whisky sogar stärker unter mangelnden einheitlichen Gesetzen: Oft wird nicht mal Getreide, sondern Melasse als Rohstoff verarbeitet und anschließend als »Whisk(e)y« vermarktet, da die Nachfrage höher und das Image besser ist.

Für eine bessere Transparenz wären einheitliche Gesetze dennoch wünschenswert. Da aber die jamaikanischen Brenner z. B. ihren kolumbianischen Kollegen nichts vorschreiben können, sind wenigstens verschärfte EU-Richtlinien ein guter Schritt!

10 KONSUMVERHALTEN

Rum ist extrem flexibel: ob als Cocktail oder Longdrink, kräftig oder leicht. Pur – gerne mit angenehmer, zugänglicher, leichter Süße oder aber als gehaltvolle, würzige Fassstärke. Nur leider hat Rum – gerade in den GSA-Ländern – nach wie vor ein immenses Imageproblem. Daran ist die Industrie aber mitschuldig, da bis vor Kurzem fast ausschließlich sinnloses, neutrales Rum saufen propagiert worden ist.

Mauritius und Organisationen wie Rhum Agricole Tour, geführt von Benoît Bail, gehen da mit gutem Beispiel voran, die jeweils gemeinsam als Land auf Messen und Veranstaltungen auftreten und den Horizont des Verbrauchers erweitern, indem sie ihre Qualitätsprodukte zugänglich machen.

Anm.: Dieser Text erschien in leicht veränderter Form in der Print-Ausgabe 01-19 von MIXOLOGY – Magazin für Barkultur.

Der Beitrag BITTERSÜSSE WAHRHEITEN erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 
Mixology.eu by Roland Graf - 1M ago

Die Redaktion stellt jeden Monat ausgewählte Whisk(e)y-Neuerscheinungen vor – schottisch, japanisch, irisch, amerikanisch oder auch exotisch.

 Den Anfang machen ein taiwanesisches Zwillingspaar und ein alter schottischer Bekannter.

ZWEI CHÂTEAUX FÜR TAIWAN

Knapp vor Jahresende 2008 brachte Kavalan seinen ersten Single Malt auf den Markt – und setzte damit die Insel mit dem früheren Namen Formosa auf die Whisky-Landkarte. Das zehnjährige Jubiläum feiert man mit einer Sonderedition, die zwei Fass-Finishes in französischen Premier-Cru-Rotweinfässern einschließt: „Kavalan Bordeaux Margaux“ und „Kavalan Bordeaux Pauillac“. Stellt man sie zusammen, erscheinen das römische „X“ für zehn sowie ein Ziffernblatt, das sich über beide Flaschen zieht. Während die Vorbelegung mit dem einzigen Premier Cru in Margaux klar ist (Château Margaux), gibt es in Pauillac mehrere Möglichkeiten, bei welchem Edel-Bordeaux man fündig wurde. Lafite? Latour? Oder gar Mouton-Rothschild? Darüber schweigt sich Master Blender Ian Chang aus, verspricht aber „ähnliche Innovationen bei Kavalan auch im nächsten Jahrzehnt“. Der Einfluss des Holzes ist hier stärker: Schwarze Johannisbeere und Kreuzkümmel, aber auch Vanille prägen den mysteriösen Pauillac vom Schneeberg der Region Ylan. Die jeweils 3000 1-Liter(!)-Flaschen in Fassstärke von 57,8 % Vol. kommen in einer Geschenkbox à 285 US-Dollar (ca. 250 Euro) mit zwei originalen Glencairn-Gläsern auf den Markt. Ein globaler Launch der „Geburtstagspräsente“ ist angekündigt, Sammler sollten sich aber jetzt die taiwanesischen Raritäten sichern.

BAUCHIGE BEAUTY-KUR

Sieben Jahre lagen die Markenrechte von The Glenrothes beim Londoner Händler Berry Bros. & Rudd. Im Vorjahr kamen sie zu Destillerie-Eigentümer Edrington zurück, und die Glasgower haben der kompletten Range einen neuen Auftritt verpasst. Die Reifung in Sherryfässern gibt der „Soleo“-Kollektion aus fünf Abfüllungen den Namen (er spielt auf die Trocknung der spanischen Trauben an). Das bauchige Flaschendesign der Speyside-Brennerei wurde beibehalten, allerdings finden sich zusätzlich zu den Aromen, die Master-Whisky-Maker Gordon Motion notiert hat, auch Flavourmaps auf den Etiketten. Vor allem setzt man wieder auf Age-Statements: The Glenrothes wird als 10-Jähriger, 12-Jähriger, 18- Jähriger und 25-Jähriger angeboten. Der von Vanille und Brioche geprägte „10 Years“ stellt dabei den Einstieg dar, den fruchtig-süßen Haus-Stil repräsentiert der „12 Years“ mit seinem Mix aus Melonen und Tropenfrüchten (Papaya und Banane) am besten. Lediglich der „Whisky Maker’s Cut“ trägt keine Altersangabe, er kommt mit 48,8 % Vol. in die Flasche. Angekündigt ist auch ein „40 Years“, der dieses Frühjahr die neue Palette von The Glenrothes abrundet. Vertrieben werden die damit sechs Abfüllungen von Beam-Suntory Deutschland.

Anm.: Dieser Text erschien in leicht veränderter Form in der Print-Ausgabe 01-19 von MIXOLOGY – Magazin für Barkultur.

Der Beitrag Whisk(e)y News März 2019 erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 
Mixology.eu by Redaktion - 1M ago

Heute blicken wir nach Singapur auf einen Rant gegen den Guide Michelin, außerdem wir nach Kleve, wo Bar&Brot von sich reden macht. Und sonst? Zur Underberg AG, die nun Diversa übernommen hat, und nach Österreich zum Foodporn-Verweigerer Juan Amador.

Städtereisen liegen nach wie vor im Trend. Laut Reisereporter.de, das sich auf Ergebnisse des Beratungsunternehmens und Wirtschaftsprüfers Pricewaterhouse Coopers (PwC) für 2019 beruft, ist einer der beiden angesagtesten Hotspots nach wie vor Paris. Wie schön, so doch die Cocktail Spirits Paris bereits in unser Blickfeld gerät. Die renommierte Bar- und Spirituosenmesse findet in diesem Jahr zum 12. Mal statt. Am 26. und 27. Mai 2019 werden erneut die Tore des Palais de Tokyo mit Blick auf La Tour Eiffel für Fachbesucher, die Industrie, Bartender und Akteure des Baruniversums geöffnet. Et en passant lässt sich durch das Pariser Nachtleben samt Cocktailkultur flanieren. Eine Messe-Registrierung ist derzeit noch nicht möglich. Wir halten Sie diesbezüglich auf dem Laufenden.

Alkoholfrei nach wie vor im Trend

Es war einmal. Als Gäste, die aus verschiedenen Gründen auf Alkohol verzichten wollten oder mussten, lediglich die Wahl zwischen Wasser, mit dem wir in unseren Breitengraden glücklicherweise gesegnet sind, Cola oder Limonaden hatten. Die Zeiten des dadurch genusslosen und langweiligen Alkoholverzichts samt Außenseiterrolle bei geselligen Anlässen sind vorbei. Einerseits des gestiegenen Angebots alkoholfreier Getränke wegen. Andererseits wegen alkoholfreier „Spirituosen“. Diese liegen im Trend. Sie fluten die Gastronomie, fließen in Bars und sogar Restaurants. Wie in Sebastian Franks „Hórvath“, wo die alkoholfreie Menübegleitung aufwendig durch „heiße Filtration“ selbst hergestellt wird. Pur oder als Basis in Drink-Kompositionen bieten alkoholfreie Destillate oder Getränke eine Alternative und sollen das gleiche Genusserlebnis ermöglichen wie ihre hochprozentigen Dauerbrenner. Der englische Vorreiter Seedlip oder der deutsche Wonderleaf von den Rheinland Distillers sind schon lange keine Ausnahmeerscheinungen mehr. Unzählige Produkte machen es heute so einfach wie nie, auf Alkohol zu verzichten, schreibt Die Welt.

Semper idem? – immer das Gleiche!

Denn es wird Zeit für Veränderung. Schon ab 1. April dieses Jahres wird das Traditionshaus Semper idem Underberg AG in Rheinberg hundertprozentiger Besitzer der Diversa Spezialitäten GmbH, eines der führenden Distributionshäuser für Spirituosen im Premium- und Premiummainstream-Preissegment in Deutschland, sein. Underberg hat die verbliebenen Anteile von Rémy Cointreau, das nach zehn Jahren turnusgemäß aus dem Joint Venture ausgeschieden ist, erworben. Nun will Underberg die strategische Neuausrichtung der Diversa in Eigenregie noch intensiver und effizienter vorantreiben. „Wir sehen großes Potenzial für die Diversa und sind von dem zukünftigen Erfolg überzeugt“, sagt Thilo R. Pomykala, Vorstand der Semper idem Underberg AG. Mit vereinten Kräften und einem gemeinsamen Fokus auf dieses Geschäftsjahr will Underberg das Sortiment richtungsweisend ausbauen, neue Marken für das Portfolio dazugewinnen, Getränkeinnovationen lancieren und gestärkt wachsen.

Bar&Brot aus Kleve erhält Deutschen Gastro-Gründerpreis 2019

Im Rahmen der internationalen Gastromesse Internorga wurden auch die fünf Gewinner des Deutschen Gastro-Gründerpreises 2019 gekürt. Unter den Siegern aus den Metropolen Berlin, Hamburg und München macht sich auch eine Bar aus der Kleinstadt Kleve an der deutsch-niederländischen Grenze bemerkbar. Mit selbstgebrannten Spirituosen aus der familieneigenen Brennerei und selbstgebackenem Brot überzeugt das Gastro-Startup „Bar&Brot“ die Jury, der auch Patrick Rüther, Bullerei- und ÜberQuell-Mitgründer angehört. Die Frau hinter der Bar und natürlich dem Brot heißt Eva de Schrevel. Die studierte Wirtschaftspsychologin brennt für das Hochprozentige in der familiären Niederrhein-Destille und stellt vor allem Brände, Liköre, Geiste und Whisky her, lässt sie im hauseigenen Fasslager reifen und kreiert die Drinks. Das Konzept für Bar & Brot mit traditionell hergestellten und regional produzierten Produkten stammt aus ihrer Feder, ihre Umsetzung erfolgt in der Schlossstraße in Kleve mit zusätzlichen Tastings, Craftbeer, Ginwoch an jedem ersten Mittwoch im Monat, Bar & Steak oder Bar & Burger-Abenden.

Amador: Foodporn geht gar nicht!

Seit 2016 betreibt Juan Amador das Wiener Restaurant Amador, das mit zwei Michelin-Sternen und 18 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet ist. Vorstellbar, dass Gäste dort den einen oder anderen Menüpart festhalten wollen. Schließlich leistet man sich auch das Wiener Publikum nicht alle Tage eine solch‘ kostspielige Verkostung in gehobener Kulinarik-Atmosphäre. Juan Amador aber hat genug von der Handymania und in sozialen Foren geposteten Live-Manien bei Tisch. Mit dieser Auffassung ist der Spitzenkoch nicht alleine. „Food-Fotos sind heute zur härtesten Währung in der weltweiten Gastronomie geworden…“, meint er gegenüber tophotel.de. Diese oberflächliche Entwicklung, die jegliche, beim Essen entstehende Emotion verschlinge, möchte er nicht weiter unterstützen. „Essen ist Emotion. Und die braucht keinen Filter“, findet Amador, der nun jegliche visuelle Oberflächlichkeit aus dem eigenen Haus-Netz filtert und stattdessen auf Stimmungs- und Detailfotografie oder Live-Übertragung aus der Küche setzt. Auch Gäste bittet er, nicht die Fotokamera, sondern lieber Messer und Gabel zu zücken, um sich nicht selbst „um die Magie des Genusses zu betrügen“. Das finden wir gut!

Und Marco Pierre White will gar keine Sterne mehr

Viele Köche streben nach der wohl berühmtesten und weltweit gültigen Auszeichnung der Gastronomie. Das Erreichen eines Guide Michelin-Sterns oder vielleicht sogar mehrerer bedeutet für viele Antrieb, Motivation und das höchste der Gefühle im Berufsdasein – den Oscar der gastronomischen Hochkultur. Auch der britische Rockstar unter den Köchen und jüngster Drei-Sterne-Koch aller Zeiten, Marco Pierre White („MPW“), empfand in jungen Jahren so, wie er gegenüber Rolling Pin einst behauptet hat. Schon vor 20 Jahren aber hinterfragt er die französische Institution und verzichtet auf drei ihm von jener zum wiederholten Male verliehenen Sterne mit der Begründung: „Maintaining three stars is pretty boring“. Für Guide Michelin bleibt auch die Türe zu MPWs in Singapur ansässigem Restaurant The English House geschlossen. Eine Berücksichtigung dieses Restaurants im Guide Michelin 2019 schlägt der Brite White aus. Auch Branchenkollegen stellen die Bedeutung dieser Guide Michelin-Bewertung samt Medienecho in Frage. In unserer Branche kommt wohl die Kür zu einer der The World’s 50 Best Bars dem Sterneregen am nächsten. Welchen Stellenwert messen junge Kolleginnen und Kollegen eigentlich dieser Auszeichnung bei?

Der Frühling dringt noch nicht ganz durch, und der Sommer lässt auf sich warten. Einstimmen kann man sich allerdings schon ein wenig. Dem gebürtigen Brasilianer Guilherme Kilpp Gonzatti aus der preisgekrönten Provocateur Bar Berlin, die bei den Mixology Bar Awards 2019 unter anderem zur besten Hotelbar gekürt wurde, ist mit seinem „Moulin Rouge“ bei der ersten Pussanga Sommerdrink Competition ein siegreicher Cocktail gelungen. Was steckt drinnen? Natürlich Pussanga, frisch gepresster Orangensaft und starker Früchtetee. Für Petra Spamer-Riether und Tochter Janina Riether von der HS Heidelberg Spirits, die Pussanga vor einigen Jahren entwickelt haben, ist es der erste Cocktail-Wettbewerb mit der Spirituose aus der peruanischen Pussanga-Pflanze, Kräutern und Gewürzen. Das rege Interesse an dieser Competition sehen Mutter und Tochter als Ansporn für einen größeren Wettbewerb im kommenden Jahr in der Rhein Neckar Region, Mannheim oder Heidelberg. Vorerst aber gehen sie mit Guilherme Kilpp Gonzatti auf Siegerreise nach London. Wir wünschen einen schönen Aufenthalt und Ihnen, liebe Leser, einen schönen Wochenendausklang.

Der Beitrag Inventur am 17.März 2019 erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 
Mixology.eu by Redaktion - 1M ago

Phil Duff zieht sich bei den „Tales“ zurück und in der Berliner Markthalle Neun gibt es erneut Zoff. Um Gentrifizierung geht es auch in einem Text vom Betreiber der Lugosi Bar – allerdings mit einem erfrischenden Blickwinkel. Und was hat eigentlich ausgerechnet der Flughafen Kassel mit einem Gin-Weltrekord zu tun?

Seit Aschermittwoch ist es Schluss mit Alaaf, Helau und Trallala. Seit einer Woche auch im Lannis S52: Der bunte Berliner Gastrohund Andreas Lanninger wollte die Party-Bar aufgrund eines neuen Mietvertrages mit saftiger Mieterhöhung sowieso zusperren und rief daher vergangenen Sonntag zur letzten Clubsitzung in die Schlüterstraße. Dieses letzte Abfeiern wollte sich auch die Berliner Polizei nicht entgehen lassen und mischte sich mit richterlichem Dursuchungsbeschluss und Staatsanwalt, wie ein Gast gegenüber der B.Z. bekundet, unter das Partyvolk, das daraufhin wahrscheinlich keine Lust mehr zu feiern hatte. Ging auch nicht mehr, denn der Laden wurde früher als erwartet geschlossen.

Gentrifi-what? Gründer der Lugosi Bar bezieht eindeutig Stellung

Seit acht Jahren führt Behzad Karim-Khani die Lugosi Bar in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg. Die damalige Möglichkeit, seine Bar auch am Kottbusser Damm in A-Geschäftslage zu etablieren, hatte er bewusst ausgeschlagen. Zu teuer wäre die Miete gewesen, die er folglich mit extremen Cocktail-Preisen an seine Gäste weitergeben hätte müssen. Das wollte er nicht. Lieber einen Laden – eben die Lugosi Bar – in damaliger C-Lage, die mittlerweile zur B-Lage „avanciert“ ist. Diese Entwicklung, gekennzeichnet durch Gentrifizierung, steigende Mietpreise bei Wohnungsknappheit und überhöhter Nachfrage, Billigläden, Waxing und Nagel-Studios, wirkt sich auch auf seine Außenwahrnehmung als Bartender aus: „Ich bin einer dieser Typen, die Hipstergastronomen genannt werden“, schreibt er sich seinen Ärger über die so genannte Hipster-Gastronomie, angeblich „bunte“ Kieze, Gentrifizierung und Missgunst in tipBerlin von der Seele.

Markthalle Neun: „House Of Food“ vs. Aldi

Der seit 1977 in der Kreuzberger Markthalle Neun ansässige Aldi-Markt soll durch einen Drogeriemarkt der Kette dm ersetzt werden, weil laut Halle-Betreiber deren Unternehmensphilosophie besser zum Markthalle-Konzept passe. Auch der Gästewunsch nach Babynahrung oder Putzmittel sei ein Argument für den Aldi-dm-Tausch, der sehr zum Ärger langjähriger Besucher der Halle mit den Motti „Halle für Alle“ oder „gutes Essen für alle“ passiert – Besucher, die auf Angebote im Niedrigpreissegment angewiesen sind. Als Vorbild der Markthalle Neun gilt das „House of Food“ in Kopenhagen, eine städtische Institution, die in über 1.000 kommunalen Küchen für saisonales Essen bei Verzicht auf Convenience in Bildungs-, Gesundheits- und Verwaltungseinrichtungen zuständig ist. „Wäre schön, wenn es uns gelänge, das Projekt nach Kreuzberg zu holen, weil es letztendlich die Antwort auf Aldi ist: Gutes Essen für Alle“, erklärt Nikolaus Driessen von der Markthalle Neun gegenüber dem Tagesspiegel.

Carlsberg öffnet die Tür nach Craft-China

Sie sind mit 20-Liter-Eimern, einer Handvoll Zutaten und dem Traum, das beste Bier Chinas zu produzieren, im Jahre 2012 an den Start gegangen. So schildern die Gründer der chinesischen Jing-A Brewery Alex Acker und Kris Li ihre Vision und die Anfänge ihrer kleinen Biermanufaktur in Peking, in der sie mit Ingwer und anderen chinesischen Kräutern und Gewürzen Bierstile wie IPA oder Stout interpretieren. Seit kurzem erhalten die beiden Brauer Unterstützung aus Dänemark. Der Carlsberg-Konzern mit Sitz in Kopenhagen hat sich mit einer Minderheitsbeteiligung an der kleinen Jing-A Brauerein eingeklinkt. Durch diesen Kontinentalschritt bekundet Carlsberg sein Interesse an dem wachsenden Markt des handwerklich hergestellten Bieres in China und ist damit nicht alleine. Heineken hat bereits im Vorjahr mit einer 40-prozentigen Beteiligung in China Resources Enterprise seinen Anker im Bier-Reich der Mitte gesetzt.

Ein Gin-Weltrekord – in Kassel?!

Die große Nachfrage und der stete Ticketausverkauf der Tasting-Reihe „Beef & Gin“ hat die Hospitals Kellerei dazu veranlasst, ihre laufende Veranstaltungsreihe ein wenig zu modifizieren und mehr daraus zu machen. Aufgrund der großen Resonanz plant der Kasseler Fachhandel für Wein, Champagner und Spirituosen einen Gin-Tasting-Weltrekord zu initiieren. Dieser soll am 14. September 2019 im Flughafen Kassel/Calden über die Bühne gehen. Die Destillateure der vier zu verkostenden Gins und ein Hamburger Richter zur Rekordabnahme werden vor Ort sein. Der familiengeführte Betrieb in dritter Generation rechnet mit maximal 450 Teilnehmern. Die Tickets für die sodann gin-tastische Flughafengesellschaft sind demnächst,  weitere Informationen unter hospitals-kellerei.de erhältlich.

Tales Of The Cocktail: Phil Duff nimmt seinen Hut

Von Irland aus zog es Philip Duff an die unterschiedlichsten Bartresen auf der Welt. Er agierte als Markenbotschafter von Bols, Berater der Spirituosenindustrie, Netzwerker und Autor, so auch mehrere Jahre bei MIXOLOGY. In den vergangenen sechs Jahren zeichnete Philip Duff unter anderem als Ausbildungsdirektor bei der Tales of the Cocktail Foundation verantwortlich. Diese Funktion legt er nun nieder. Der Wahl-New-Yorker möchte sich zukünftig mehr seiner im Jahre 2017 gegründeten Spirituosenmarke Old Duff Genever widmen und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Duff wird der Organisation, deren Flaggschiff das jährliche Cocktail Festival in New Orleans ist, auf andere Weise verbunden bleiben. Das Festival Tales of the Cocktail findet von 16.-21. Juli 2019 statt.

Nordic Beverage Competition 2019: Treffpunkt für Hersteller und Interessenten

Ein Spirituosen- und Weinwettbewerb, der Hersteller von Spirituosen, Wein und Schaumwein sowie Händler und Interessenten zusammenführen will, feiert mit dem Fokus auf Nordeuropa eine neu auferlegte Premiere. Die Nordic Beverage Competition ist ein Wettbewerb, der vor allem jungen Herstellern und neuen Marken den Eintritt in die Branche, an den Tresen, ins Ladenregal sowie zu den Interessenten erleichtern soll. Einkäufer, Importeure, Sommeliers oder Fachjournalisten aus vorwiegend nordeuropäischen Ländern bilden ein Jurorenteam, das eingereichte Produkte blind verkostet, anhand bestimmter Kriterien bewertet und die gebündelten Ergebnisse und Geschmackserfahrungen aller vereint, um folglich Händler und Hersteller leichter zusammenzuführen. Bis zum 31. März können sich Hersteller mit ihren Produkten noch registrieren. Weitere Informationen dazu gibt es unter auf der Website.

Die Arbeitswoche war kurz in Berlin. Grund dafür ist der zu Jahresanfang im Abgeordnetenhaus zum Berliner Feiertag erhobene Internationale Frauentag oder Weltfrauentag am 8. März. Mit diesem Tag will Berlin ein Signal für die Forcierung der Gleichstellung zwischen Mann und Frau, ein Zeichen gegen Gewalt und Ungerechtigkeit setzen. Ein Signal, das seit 1921 als internationaler Frauentag fest verankert gilt, dessen Laut konstant und weltweit zu hören sein muss.

Der Beitrag Inventur am 10. März 2019 erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 

Der Lückenschluss des Jugendschutzgesetzes war überfällig, trotzdem trifft das Urteil des Landgerichts Bochum den Handel für Spirituosenversand an einer empfindlichen Stelle. Whiskey, Vodka & Co. unterliegen nun der Verifizierung der Volljährigkeit des Käufers. Was das bedeuten kann.

Ein Urteil des Landgerichts Bochum wird Versandhändlern von Spirituosen in Zukunft die Arbeit erschweren. Das Gericht hat nämlich im Januar festgestellt, dass Alkoholika auch aus dem Versandhandel heraus nur an verifiziert volljährige Personen abgegeben werden dürfen.

Seither hagelt es Abmahnungen für Händler. Und auch etwa bei Amazon prangt unter alkoholischen Artikeln ein neues Banner, das auf eine Altersprüfung während des Bestellvorgangs hinweist.

Lückenschluss §9 Jugendschutzgesetz: Jetzt erst?

Nun, bei allem Gejammer um den scheinbaren Angriff auf die komfortable Infrastruktur des Spirituosen-Versandhandels, ist natürlich vorerst zu sagen: „Wie, jetzt erst?“ Denn wenn man ehrlich ist, war der Lückenschluss von §9 des Jugendschutzgesetzes längst überfällig. Während für Tabakwaren und Datenträger mit jugendgefährdenden Inhalten schon seit langem der Versandhandel ganz explizit in den Gesetzestext mit eingeschlossen wird, steht im Paragraphen für Alkoholika immer noch ganz allgemein: „in sonstiger Öffentlichkeit“.

Und genau zu diesem unspezifischen „in sonstiger Öffentlichkeit“ hat das Landgericht Koblenz im Jahr 2007 geurteilt, dass der Versandhandel vom Wortlaut unberührt bleibe, zum Unverständnis vieler Rechtsexperten und des Bundesfamilienministeriums. So kann sich 2019 in demselben Land, in dem der Tatort in der ARD-Mediathek erst ab Punkt 20 Uhr abrufbar ist, ein Zwölfjähriger, der über das nötige Taschengeld verfügt, in nur wenigen Klicks von Absinth bis Vodka saufen. Also, machen wir es kurz: Man hätte damit rechnen können.

Die Folgen für den Spirituosenversand

Tobias Keuper vom Spirituosenhändler und Importeur DTS & W etwa hat tatsächlich damit gerechnet, seit längerem. „Wir haben uns schon vor einiger Zeit damit befasst, weil wir davon ausgegangen sind, dass ein Gesetz kommen wird“, gibt er zu Protokoll. Aber dann sei nichts passiert, und so habe sich das Thema etwas verlaufen.

Jetzt ist es aber endgültig auf dem Tisch, und die Frage, wie die neue Richtlinie nach dem Urteil aus Bochum umzusetzen ist, wird eifrig diskutiert. Bei DTS & W wird man, vorbehaltlich einer rechtlichen Prüfung, wohl mit dem „Alterssichtprüfung“ Angebot von DHL arbeiten. Eine verhältnismäßig günstige Möglichkeit, um zumindest das Alter des Empfängers zu bestimmen. Da ist der Schnaps allerdings schon beim Kunden. Unter Umständen muss der Händler dann, mit größerem Aufwand, die bereits bezahlte Ware rückabwickeln.

Alternativen für den Spirituosenversand – und ein Teufelskreis

Wer sich das sparen und schon beim Bestellvorgang sicher gehen möchte, dass der Kunde volljährig ist, kann zum Beispiel zu dem relativ komplizierte Verfahren „Post-Ident“ der Deutschen Post greifen. Deutlich kostenaufwendiger kann man dort aus verschiedenen Produkten wählen, die jedoch alle mit einem gewissen Mehraufwand für den Bestellenden verbunden sind. Dabei muss der Kunde im schlimmsten Fall erstmal persönlich in der Postfiliale vorstellig werden.

Und um sich bei der Post in die Schlange zu stellen (zumindest in Berlin), braucht zumindest der Autor dieses Textes einen kräftigen Schluck guten Alkohols. Ein Teufelskreis also.

Der Beitrag Zum Versand von Spirituosen: Es wird kompliziert erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 

Max Faber hat mit „Klappstullen“ ein Buch vorgelegt, das viele Aspekte sowohl moderner Küchenkultur als auch deren moderner Darstellungsformen vereint. Die titelgebenden Stullen hat er dabei nicht fotografiert, sondern mit einem hochauflösenden Scanner eingescannt und durchleuchtet. Auch sonst besticht das Werk durch meisterhafte Formsprache.

Als ich klein war, hat meine Mutter zu mir gesagt, dass ich den Käse gefälligst nicht „so“ essen solle. Sie meinte damit, dass ich den Käse nicht ohne Brot essen, dass ich sowieso mehr Brot essen, zumindest mehr Brot als Käse essen solle. Wer diese oder ähnliche Unappetitlichkeiten in seiner Kindheit auch über sich hat ergehen lassen müssen, der weiß: Die Deutschen und ihr Brot, das ist eine ernste Sache.

Deutsche Brot-Connaisseure und Weißbrot essende Südländer

So kann ein ganzer Italienurlaub – ohne Regen, mit Wein und Tanz, gutem Essen und feinen Sandstränden – in der Nacherzählung genau deshalb furchtbar gewesen sein, weil es „die ganze Zeit nur dieses Weißbrot gab, furchtbar!“ Im Grunde haben sich in den Augen deutscher Brot-Connaisseure die Weißbrot essenden Südländer bereits von der Zivilisation verabschiedet. Und „Knäcke“ krümelnde Nordmänner sind auch nur ein paar Schritte vom Kulturkollaps entfernt.

Im angloamerikanischen Raum gibt es eine andere Tradition. Mit Blick auf den 4. Earl of Sandwich sind die Brotscheiben dort in erster Linie Besteck. Bei den Deutschen ist die Stulle vor allem Brot. Entsprechend hoch ist natürlich die Dichte an klassischen Rezeptbüchern für belegte Brote. Dabei geht es primär um möglichst abgefahrene Rezepte für Aufstriche, wilde Kombinationen von Zutaten, die man nie (nie!) in Verbindung mit einer Scheibe Brot auch nur zu erahnen gewagt hätte, und Hochglanzbilder von gebauten Brot-Türmen, die nie und nimmer (nie und nimmer!) in eine Brotdose passen würden.

Klappstullen von Max Faber ist kein typisches Kochbuch

Max Faber hat mit „Klappstullen“ nun ein besonderes Buch vorgelegt, das viele Aspekte sowohl moderner Küchenkultur als auch deren genauso moderner Darstellungsformen vereint und dabei doch nichts mit dem typischen Kochbuch zu tun hat. Das Buch kommt in Fadenbindung mit offenem Rücken daher und grenzt sich auf diese Weise schon äußerlich weit vom Mainstream ab. Auf den ersten Seiten gibt es dann ein paar Fun Facts und tatsächlich erstaunliche Zahlen und Statistiken über den Laib an sich, seine Rekorde und skurrilen Auswüchse.

So gibt es etwa in der Schweiz (wo sonst?) das teuerste Sandwich der Welt (mit Wagyu-Schinken, Trüffel-Mayo und Foie gras), Versace hat seinen Toast am liebsten mit Spiegeleiern gegessen und natürlich haben Wissenschaftler herausgefunden, wie das perfekte Sandwich aufgebaut ist.

Meisterhaft manipulierende Formsprache

Dann folgen vor allem erstaunliche Bilder. Das besondere an Fabers Buch ist aber nicht nur die Bildsprache selbst, sondern auch die Technik, mit der diese Bilder ihren Weg auf die 200 Seiten des Kunstbandes geschafft haben: Der gelernte Koch und Foodstylist Max Faber hat seine Stullen nämlich nicht fotografiert, sondern mit einem hochauflösenden Scanner eingescannt und durchleuchtet. Durch die so entstehende Formsprache werden Struktur, Farbe und Tiefe derart meisterhaft manipuliert, dass man meinen könnte, jedes Bild sei ein kleines, aber vielstimmiges Konzert, dirigiert von Faber.

So dekonstruiert er etwa auf einem der Bilder ein Full English Breakfast und setzt es zum belegten Brot zusammen. Auf einem anderen werden einige Klassiker vorgestellt, vom Butterbrot mit Meersalz über eines mit Erdnussbutter, ungesalzenen Erdnüssen, karamellisierter Banane und kross gebratenem Speck bis zum Mett-Brot mit hauchdünnen Zwiebelringen und Pfeffer. Wieder andere werden zu zweidimensionalen, ornamentalen Zeichnungen aus Pumpernickel und Gurke oder Schinken und Käse.

Dabei hat der Band durchaus alles, was ein seriöses Kochbuch ausmacht: Warenkunde, die etwa über Roggen, Weizen und Mischverhältnisse aufklärt; Anleitungen zum Eierkochen und Backzeiten für Toastbrot. Die Bildbeschreibungen, die häufig auf sonst leeren Seiten den eigentlichen Abbildungen nachgestellt sind, funktionieren als Rezepte. Max Faber balanciert also standsicher auf der Grenze von Kunst und Koch. Da ist er nun nicht der erste – aber genauso sicher einer der besseren.

Klappstullen verdient besonderen Platz im Bücherregal

In einem empfehlenswerten Artikel zur Lage des Kochbuchs in der Effilee-Ausgabe Winter 18/19 beschreibt Stevan Paul, wie, und vor allem warum, Kochbücher immer mehr zu Bildbänden werden. Und vielleicht hat es ja auch etwas mit der Aufmerksamkeitspanne zu tun, die sich von Jahr zu Jahr, von Facebook zu Instagram, von Rezept zu Foodie-Foto verkürzt. Klappstullen hingegen ist ein Kunstband, der zu einem Kochbuch geworden ist, mit Bildern, die herausfordern. Und einem Künstler, der seinen Gegenstand kennt. Klappstullen hat einen besonderen Platz in meinem Bücherregal.

Max Faber: Klappstullen

Westkreuz Verlag

200 Seiten mit 141 Bildern

32 Euro

Der Beitrag Max Faber verwischt mit „Klappstullen“ die Grenze von Kunst und Koch erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 
Mixology.eu by Redaktion - 1M ago

Ein Blackout hatten wir alle schon einmal. Was Berliner Spitzenköche bei einem Blackout Dinner vorhaben, verraten wir Ihnen in dieser Inventur. Darin blicken wir unter anderem auch nach Neukölln auf die mit einem Michelin Stern ausgezeichnete Coda Bar, nach Kentucky, wo der Turkey Dew sich umtreibt und nach Hamburg, wo Disaronno zu Borco zurückgekehrt ist.

Auf der Suche nach einem Sonntagsausflug? „Underground Architecture“, die Dauerausstellung der Berlinischen Galerie, wäre sehr zu empfehlen. Dort sind die Berliner U-Bahnhöfe 1953 bis1994, die Inseln des Berliner U-Bahnnetzes, in einer Dauerausstellung bis zum 20. Mai 2019 zu sehen. Sofern nicht gerade wieder gestreikt wird, prägen die Berliner U-Bahnhöfe der Nachkriegs- und Postmoderne unseren Alltag. Wenn Sie lieber zuhause bleiben und lesen möchten, können wir Zigarrenliebhabern den Blog from the Origen empfehlen. Schauen Sie rein und verfolgen Sie den Herstellungsprozess von Zigarren in der Dominikanischen Republik mit täglich neuen Einblicken rund um die traditionelle Handwerkskunst, atemberaubende Landschaft und Menschen, die diesem Beruf nachgehen. Nun aber eine schöne Auszeit mit unserer Inventur.

Berliner Spitzenköche mit einem Blackout für das Dinner

Beim Blackout Dinner kochen Berliner Spitzenköche der Hauptstadt ohne Elektrizität und setzen damit ein Zeichen für den Klimaschutz. Wenn die Lichter am 27. März 2019 im Rahmen des Earth Day und der Earth Hour ausgehen, dann ist dies der Startschuss für einen Abend voller Überraschungen und Besonderheiten. Die Restaurants Horváth, Herz & Niere, Lode und Stjin, Nobelhart & Schmutzig sowie Mrs. Robinson’s kochen im Schlackekeller ohne Strom. Ihre Speisen werden am Grill zubereitet, verköstigt wird bei Kerzenlicht. Das Blackout Dinner startet um 19 Uhr. Tickets dafür werden seit 1. März verkauft. Vorreiter in Sachen Blackout in der Küche ist ein Lokal in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Natürlich, Kopenhagen! Die Idee dazu entstand durch einen zufälligen Stromausfall im Amass, das im Folgejahr absichtlich zum Kochen ohne Strom lud und den Chefkoch-Kreis internationalisiert hat. Die Berliner Gastronomen organisieren für den 27. März 2019 die erste Berliner Auflage. Wir bleiben an dieser Stelle in der Küche und setzen fort mit dem druckfrischen Guide Michelin.

Michelin: Sterne über Neukölln

„Die Küche gibt den Takt vor, die Bar findet sich in den Rhythmus ein. Im Vordergrund aber steht das Dessert, Cocktails sind der Tanzpartner dazu“, so die Einleitung unserer Vorstellung des mutigen Konzeptes der Coda Bar in Neukölln auf MIXOLOGY ONLINE vor nicht mal drei Jahren. Das Konzept des Betreiberquartetts hat auf sich aufmerksam gemacht, und die Betreiber haben nun allen Grund zum Feiern. Seit dieser Woche ist die Coda Dessert Dining & Bar, in der Patissier René Frank auf weißen Zucker, Weizenmehl, Laktose und Fett verzichtet, stolze Trägerin eines Sterns im neuen Guide Michelin. In der Neuköllner Dessertschmiede leuchtet ab sofort einer von derzeit 27 Michelin-Sternen in Berlin. Ein Drei-Sterne-Haus hingegen gibt es in der deutschen Bundeshauptstadt noch immer nicht.

Weit entfernt vom Sterneregen: Der Turkey Dew

Laut Punch Magazine scheint in den USA eine neue Strömung salonfähig zu werden. Der Turkey Dew breitet sich aus. In der Allianz dieser Formation, um nicht Cocktail sagen zu müssen: Kentuckys Wild Turkey Bourbon und das US-kultige Mountain Dew des Pepsi-Konzerns. In Kentucky geboren, ist diese Mischung, die gerade in Pop-Up-Events und Challenges kultiviert wird, nicht unbekannt. Zumal sie meanwhile sogar als „Highball“-Ausgabe und mit weiteren Zutaten auf Barkarten auftaucht. In der Klasse eines Penicillin Cocktails wird der Turkey Dew wohl nie landen. Darüber ist sich auch Josh Seaburg, Bartender der Norfolk Bar in Virginia und Mitbegründer der Turkey Dew-Welle, im Klaren, meint aber: „It’s never going to not be funny to me“. Tja, Geschmäcker und Ohrfeigen sind bekanntlich grundverschieden. Aber ob man zum Spaßhaben wirklich Mountain Dew mit anständigem Bourbon verpanschen muss?

Italienischer Lifestyle: DiSaronno zurück bei Borco

Unter dem Slogan „Italian Lifestyle“ lancierte die Hamburger Borco-Marken-Import die Disaronno Gastronomie-Promotion bereits vor langer Zeit und zeichnete insgesamt zehn Jahre lang bis 2010 für die Distribution von DiSaronno verantwortlich. Danach wanderte der italienische Superstar unter den Likören in die Hände weiterer Vertriebspartner. Auch Campari Deutschland und Kammer-Kirsch verantworteten den Vertrieb des in 160 Ländern weltweit erhältlichen Likör der italienischen Familie Reina. Nun kehrt Disaronno nach Hause zurück und hat Tia Maria mit im Gepäck. Das Familienunternehmen Borco hat am Freitag, 1. März 2019, die Distribution des weltweit beliebtesten und am häufigsten konsumierten italienischen Likörs Disaronno in Deutschland erneut übernommen. Auch der Kaffeelikör Tia Maria reiht sich seither in das Borco-Portfolio. „Dass Disaronno in unser Portfolio in Deutschland zurückkehrt und zusammen mit Tia Maria nun unsere Likör-Range bereichert, bedeutet für uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen, geschäftsführende Gesellschafterin und Teil der Borco-Inhaberfamilie Matthiesen. Mit der Aufnahme dieser beiden italienischen Marken baut das hanseatische Spirituosenunternehmen sein Angebot im Bereich Premium-Liköre entscheidend aus.

Mit einem Kebekuss den Richtigen finden?

Die deutsche Schauspielerin und Komödiantin Carolin Kebekus ist Namensgeberin eines neuen Likörs aus dem Hause Gaffel. „Kebekuss“ heißt der kölsche Pflaumen-Birnen-Likör, den die Brauerei in Zusammenarbeit mit Kebekus entwickelt hat. „Seit Jahren arbeiten wir freundschaftlich zusammen“, sagt Thomas Deloy von Gaffel. Daher habe die Idee bzw. der Name zu einem gemeinsamen Produkt mit Kebekus auf der Hand gelegen. Die Spirituose kombiniert Rheinland-Pflaumen mit Birne und hat milde 15% Vol., der aus Gaffel Kölsch zweifach destilliert worden ist. Die Rezeptur wurde von Gaffel zusammen mit Carolin Kebekus entwickelt, von der Auswahl der Früchte bis zur geschmacklichen Abstimmung. Die erste Charge wurde bereits im Januar in 0,7 Liter-Flaschen abgefüllt, ist im Kölner Handel und der Gastronomie sowie bundesweit im Internet erhältlich. Und wird wahrscheinlich an den noch übrigens Tagen der Karnevalssaison für ein paar anständig verstimme Mägen und Gedächtnisse sorgen.

Bar Symposium Cologne 2019 streckt seine Fühler aus

Anknüpfend an den Erfolg des Vorjahres findet am 6. und 7. Mai 2019 das zweite Bar Symposium Cologne im Kölner Harbour Club statt. Der Fokus dieses Branchentreffens liegt auf Inspiration, Weiterbildung und Netzwerken. „Darauf bauen wir auf und wollen mehr Gastronomen aus dem direkten Einzugsbereich ansprechen“, erklärt Spirits-Barchef Dominik Mohr, der die Branchenveranstaltung zusammen mit Spirits-Inhaber Dominique Simon und Felix Engels, Geschäftsführer der Suderman Bar, ins Leben gerufen hat. Vorträge und Diskussionsrunden zu speziellen Themen werden auf der Hauptbühne stattfinden. Der Themenblock „Ethics“ beispielsweise geht der Frage nach, wie Unternehmer ihr Handeln zu mehr Nachhaltigkeit im ökologischen Kontext sowie im Personalbereich modernisieren können. Konzeptbühnen bieten Raum für zehn spannende Gastronomiekonzepte. Weitere Informationen zum Ablauf, den Öffnungszeiten und den Konzeptbühnen sowie Tickets sind unter barsymposium.com erhältlich.

Zum Ausklang dieses Sonntagnachmittags greifen wir noch in die Filmschublade. Sie erinnern sich bestimmt an den grünen, geheimnisvollen Code zu Beginn eines jeden Matrix-Filmes. Dessen Geheimnis ist gelüftet: Die mysteriöse Zahlen- und Buchstaben-Sequenz basiert auf einer Reihe von japanischen Sushi-Rezepten und stammt von Produktionsdesigner Simon Whiteley. Zum Abschluss dürfen wir Ihnen noch einen zeitnahen Termin mitgeben: Die internationale Venuez 19, eine Branchenveranstaltung mit Fokus auf Hospitality, findet von 17. bis 19. März 2019 im belgischen Antwerpen statt.

Der Beitrag Inventur am 3. März 2019 erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 

Copycats sind kein Phänomen der Start-up-Industrie. Abgekupfert wurde auch bei Cocktails früh, wie „Dr. Cases New Recipe Book“ beweist. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist das Buch aus dem Jahre 1882 ein perfektes Anschauungsbeispiel, wie sich der Markt der alten Cocktailbücher entwickelt hat.

Das Sammeln alter Cocktailliteratur ist eine edle, jedoch kostenintensive Beschäftigung. Die Renaissance der Bar hat zu einer massiven Preisexplosion im Bereich der alten Bücher geführt, und pauschal kann man sagen, dass alles Gedruckte mit einem Alter über 80 Jahre auf jeden Fall dreistellige Preise fordert, ob das Buch nun selten ist oder nicht, ob da inhaltlich was geboten ist oder nicht.

Der heilige Gral kostet mehrere tausend Dollar

Von ganzem Herzen gedankt sei deshalb an dieser Stelle der MIXOLOGY, die mich darüber schreiben lässt, weswegen wiederum ich meiner Frau erklären kann, was für ganz eindeutig vernünftige Anschaffungen diese Bücher waren.

Für den heiligen Gral, die Jerry-Thomas-Erstausgabe von 1862, werden Beträge von vielen tausend Dollar verlangt und auch bezahlt –was schon erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass diese „Erstausgabe“ über mehr als ein Jahrzehnt hinweg in immer neuen Bindequoten mit unterschiedlichen Preisen und Einbänden in einer Gesamtauflage von wahrscheinlich insgesamt 8.000 Exemplaren nachgedruckt wurde. Nicht gerade Blaue-Mauritius-selten; höchstens FDP-selten.

Der Richtwert des Preises liegt in der Entstehungszeit. Zweiter Weltkrieg: teuer. Prohibition: sauteuer. Prä-Prohibition: leckmichamarsch-teuer. Und dann gibt es noch die Bücher von vor 1900, dem Kambrium der Cocktailgeschichte, eben mit Harry Johnson und Jerry Thomas als den mythischen Urvätern der alkoholischen Ursuppe, und da wird dem preislichen Wahnsinn dann nochmal ein Krönchen aufgesetzt.

Dr. Cases New Recipe Book: Von Brotrezepten bis zu Cobblers

Da kann man mal damit beginnen, die Verwandtschaft um ihre überflüssigen Nieren anzubetteln, weil man mit den eigenen Organen nicht besonders weit kommt. Und dann stolpert man über ein altes Werk mit dem Titel „Dr. Cases New Recipe Book“, einen Almanach aus New York von 1882, der dem geneigten Leser „2000 Valuable Recipes“ für alle denkbaren Lebenslagen anbietet. Aber wirklich alle. Eine Bibel des Do it Yourself. Auf 160 eng bedruckten Seiten erfährt man Schmelzverhältnisse für metallische Legierungen, Mittel gegen Krätze, Fadenwürmer und Sommersprossen, Mischungsanleitungen für Schnupftabak, Rezepte für Brot, Kuchen und Apfelmus, für Essig und Dünger.

Und?

Und für Cocktails, Cobblers und Punches. Das Buch hat tatsächlich sein eigenes „Bar-Keeper’s Department“, und das erstaunt dann schon. 1882, wie gesagt. Die Erstausgabe von Jerry Thomas datiert von 1862, und nur 20 Jahre später hatte seine Form von Spezialwissen offensichtlich Einzug in den populären Alltagsgebrauch gefunden. Wenn der New Yorker Landmann seinen frisch angerührten Dünger auf seinen Acker in der Bronx ausgebracht hatte, beschlug er vielleicht noch ein Pferd, goss ein paar Kugeln für seine Flinte und gönnte sich danach einen selbstgemachten Mint Julep. Ein eigenartiges Bild.

Jerry Thomas brach mit der Geheimnistuerei

Mit einer Vorstellung muss man dabei aufräumen: Auch 1862 waren Cocktails nicht wirklich etwas Neues – es hatte bloß noch nie jemand ein Buch drüber geschrieben. Vereinzelte Rezepte waren immer wieder in Zeitungen und Zeitschriften erschienen, aber nie gesammelt, weil die Barkeeper ihre Fachkenntnisse grundsätzlich lieber für sich behalten wollten – besonders natürlich, wenn man das Monopol auf einen bestimmten Drink hatte.

Jerry Thomas brach mit dieser Geheimnistuerei, aber er konnte sich das auch leisten: Er war eine Berühmtheit, und das nicht nur in New York, sondern im ganzen Land. Man muss davon ausgehen, dass auch ein durchschnittlicher Bürger in Baton Rouge, Louisiana, wusste, wer Jerry Thomas war. Ein Star hinter dem Tresen, dessen Name alleine die Gäste in Scharen anzog, und Thomas, der immer in eine Vielzahl mehr oder minder riskanter Geschäfte verwickelt war, hatte wohl wieder eine Gelegenheit gesehen, schnelles Geld zu machen. Als „How to Mix Drinks“ erschien, war das ein großer Erfolg, und bald zogen andere Verlage und Barkeeper nach, manche mehr, manche weniger originell – die Sache mit dem Copyright wurde damals wohl nicht so eng gesehen.

Dr. Case hat seine Cocktails abgeschrieben

Auch die Rezepte des Dr. Case verdienen einen strengen Blick: Laut Verlag war er Arzt und Professor an der Auburn University, und als solcher entweder ein Universalgelehrter, wie man sie seit den Tagen Leonardo da Vincis als ausgestorben glaubte, oder jemand, bei dessen universitärer Karriere der Fokus nicht primär auf dem Schutz geistigen Eigentums ruhte.

Kurz gesagt: Dr.Case hat ganz schamlos bei Jerry Thomas abgeschrieben, und zwar so ziemlich dessen komplettes Buch. „So ziemlich“ bedeutet, dass nicht alle der ursprünglichen Rezepte aufgeführt werden; die redaktionelle Eigenleistung des Dr. Case besteht hauptsächlich in verschiedenen Kürzungen und im Weglassen einzelner Teile.

Langer Teile, um genau zu sein. Bei allem Informationsdrang war die Platzfrage offensichtlich essentiell, und so wird der gesamte Jerry Thomas auf gerade mal sechseinhalb Seiten eingedampft. Das macht es dann schon mühsam, sich als Heimbartender fortzubilden, und nicht nur, weil das Papier mittlerweile vergilbt ist.

Dr. Case schreibt für den Sparfuchs

Das Zielpublikum des Dr. Case war aber definitiv der Sparfuchs, und das ist natürlich ein denkbar unedler Beweggrund. Da klaut er dem Jerry Thomas die Rezepte, damit auch die letzten Geizhälse noch an ihren Whiskey Cobbler kommen, und sägt am Verständnis für die Preiswürdigkeit hochwertiger Getränke. Möge er in einem billigen Sarg in saurer Erde ruhen.

Die allererste Erstausgabe von „How to Mix Drinks“ kostete einen Dollar fünfzig; mit dem schnellen Erfolg stieg der Preis fix auf zwei Dollar und schließlich auf zwei Dollar fünfzig. Dr. Cases New Recipe Book gab es für läppische fünfzig Cent.

Man muss nicht eigens erwähnen, dass sich das geändert hat. Weil es halt (zumindest partiell) ein Cocktailbuch aus den 1880ern ist, und davon gibt es nicht so besonders viele. Und, irgendwie, ist es natürlich auch ein Jerry Thomas, wenn auch entkernt und gefleddert.

Letztlich geht es um die Sammlerfreude

Allerdings lohnt sich für den Interessierten definitiv die Geduld –  schließlich liegt ja ein großer Teil der Sammlerfreude sowieso in der Jagd: Wenn das Ding als Cocktailbuch angeboten wird, werden gerne 400 Dollar verlangt.

Wenn es allerdings bloß als skurrile alte Schwarte mit seltsamen, überholten Rezepten angeboten wird, dann kann man es auch mal für einen Zwanni abstauben. Und das ist doch schön. Wenn man wo bedenkenlos sparen darf, dann doch bei einem Dr. Case.

Der Beitrag Der seltsame Fall des schamlosen Dr. Case erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 

Gesundheitsbewusstsein, Zuckerreduktion oder körperliche Fitness liegen uns allen am Herzen. Raj Nagra trainiert künftig Bartender in seinen Box-Camps, und Schweppes erweitert seine Zero-Range. Diese Themen und noch weitere wie die bedrohliche Situation der Hamburger Gastro-Szene wollen wir Ihnen in dieser Inventur empfehlen.

Sie haben den Film Schumanns Bargespräche von Regisseurin Marieke Schroeder noch nicht gesehen? Dann wird es Zeit für dieses „barlich“-weltumspannende Filmereignis aus dem Jahre 2017. Am Mittwoch, 27. Februar, haben Sie die Gelegenheit dazu. Der Bayrische Rundfunk strahlt die Dokumentation über die schönsten Bars der Welt ab 22.45 Uhr aus. Einen besonders authentischen Filmgenuss erlebt man in der Schumann’s Bar am Hofgarten, die dafür eine große Leinwand auffährt. Haben Sie eine schöne Zeit und genießen Sie die Einblicke, die Charles Schumann vermittelt. Nun aber wünschen wir Ihnen viel Spaß mit unserer Sonntagslektüre.

Schweppes American Ginger Ale ab sofort auch als Zero

Nach einer Light-Variante des beliebten Schweppes Ginger Ale baut Schweppes seine zuckerfreie Range mit dem American Ginger Ale Zero weiter aus. Für Konsumenten, die auf Zucker, nicht aber auf den unverkennbaren Geschmack des American Ginger Ale verzichten möchten. „Steigendes Gesundheitsbewusstsein, der Trend zu weniger Zuckerkonsum und dennoch der Wunsch nach geschmacksvollen Alternativen machen Schweppes Ginger Ale Zero zur perfekten Ergänzung unseres Portfolios. Der süßlich-frische Geschmack mit feiner Ingwer-Note ganz ohne Zucker ist eine perfekte Kombination für jeden Genießer“, sagt Stefan Cancik, Leiter Produktmanagement für Schweppes. Das zuckerfreie und kalorienreduzierte Getränk ist ab sofort in einer 1,25 Liter PET-Flasche und ab Anfang Mai im Mehrweggebinde im Handel erhältlich. Wir bleiben jedoch weiterhin skeptisch in Bezug darauf, ob „Zero“-Limos wirklich gut schmecken und wirklich einer bewussteren Ernährung dienlich sind.

Droht Hamburg die „gastronomische Ödnis“?

Genau jene Ödnis zieht Gast-Autor Patrick Rüther in der MoPo-Rubrik „Standpunkt” in Erwägung, „wenn nicht die Politik, Behörden, Gäste wie Gastronomen gemeinsam an den verfügbaren Schrauben drehen“. Als Mitbegründer der Bullerei und des Alten Mädchens sowie nunmehriger Mitbetreiber des ÜberQuell an der Hafenstraße kennt der langjährig aktive Gastronom und Chef des Gastronomen-Netzwerks Leaders Club die Probleme und Themen, die die (nicht nur hamburgische) Gastronomieszene bewegen. Diese stecke nämlich in einer ernsten Krise. Das Zusammenspiel aus Überbürokratisierung und -regulierung durch detaillierte und aufwendige Hygiene- und Arbeitsschutz-Vorschriften, die sogar die Buchführung über Schankanlage oder Fettabschneider vorsehen, behördlichen Kontrollen, Personalmangel oder dem steigenden Mietniveau ergäbe gerade für kleinere Gastronomen mit innovativen Konzepten eine bedrohliche Situation. Politik, Behörden aber auch die Gäste müssten an einem Strang ziehen. Gutes Essen brauche gute Gastgeber. Und Qualität habe ihren Preis. Wir verharren auf gastronomischem Terrain, wechseln aber nach Berlin.

Berliner Sterne-Restaurant mit Negativ-Bewertung erpresst

Sind digitale Bewertungsportale wie Tripadvisor.de oder schlichte Google-Bewertungen in der Food- und gehobenen Sterneküche der neue Guide Michelin? Bestimmt nicht. Nach wie vor schätzen Akteure der Szene fundierte Hintergrundberichte und tiefgreifende Recherche, die in Fachmagazinen zum Tragen kommt. Dennoch verschaffen Online-Rezensionen auf Netz-Plattformen dem Publikum einen oft gewichtigen Eindruck gastronomischer Einrichtungen. Auch trickreiche Erpresser nutzen diese Portale – als Druckmittel. Vor kurzem mussten Peter und Sonja Frühsammer eine solch bittere Erfahrung machen. Erpresser forderten von dem Betreiber-Ehepaar des Sternerestaurants Frühsammer in Schmargendorf insgesamt 300 Euro. Andernfalls müssten jene mit schlechten und vor allem glaubhaften Bewertungen rechnen. Die Frühsammers ließen sich das nicht gefallen. Peter Frühsammer hat Strafanzeige wegen betrügerischer Erpressung gestellt, die Polizei eingeschaltet und das Erpresser-Mail an Bewertungsportale weitergeleitet.

Raj Nagra schlägt neues Kapitel auf

Das Boxen war schon immer eine große Leidenschaft von Raj Nagra und ein guter Ausgleich zu seiner bekannten Funktion als Global Brand Ambassador für Bombay Gin. Diese Passion will er künftig auch beruflich ausleben: Ab 1. April dieses Jahres wird Nagra sich daher der von ihm initiierten „Bartender Boxing Organization“ vollends widmen und sie international weiter ausbauen. Nagras Box-Programm richtet sich an professionelle Bartender, die während eines zwölfwöchigen Trainings nicht unbedingt zu professionellen Boxern ausgebildet werden, aber körperlich und mental gestärkt an den Tresen zurückkehren. Nach insgesamt 18 Jahren bei Bacardi schlägt Nagra nun ein neues Kapitel für sich selbst und auch seinen weltweiten Freundes- und Kollegenkreis auf. Mit Nagra verlässt mehr oder weniger der allerletzte Vertreter der ersten Garde berühmter globaler Markenbotschafter das Bar-Parkett. Wer sich übrigens ermutigt fühlt, in Nagras Fußstapfen treten zu wollen, könne ihm gerne eine persönliche Nachricht senden.

„America First“ im Handelskrieg mit dem Rest der Welt

Seit vergangenem Jahr herrscht der Handelskrieg zwischen den USA auf der einen Seite und der Europäischen Union, China und den US-Nachbarländern Mexiko und Kanada auf der anderen Seite. Wir erinnern uns: Auf erhöhte Einfuhrzölle von Stahl und Aluminium reagierte die EU mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie zum Beispiel amerikanischen Whiskey, der sich weltweit besonders im Premium-Segment steigender Beliebtheit erfreut. Laut New York Times stiegt der weltweite Export dieses im ersten Halbjahr 2018, also vor dem Handelskrieg, im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2017 um 28 Prozent. Kurz nach dem Inkrafttreten der Strafzölle brachen die Exporte drastisch ein. Die Whiskey-Industrie ist unterschiedlich stark von dem Handelskrieg betroffen. Es sind kleinere Brennereien, die kräftig „draufzahlen“. Viele von ihnen mussten ihre Expansionspläne hintanstellen. Mit welchen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die USA und die Industrie zu kämpfen haben, legt Alan Rappeport in einem ausführlichen Bericht dar.

Nur noch eine Woche bis zur Destille Berlin!

Zum Abschluss der heutigen Inventur möchten wir nochmals erwähnen, dass das Craft Spirits Festival Destille Berlin am 2. März von 12 bis 20 Uhr und 3. März von 12 bis 19 Uhr in der Heeresbäckerei stattfindet. Ein wichtiger Bestandteil dieses Festivals für handgemachte Spirituosen ist auch der Wettbewerb, bei dem Spirituosen von einer Fachjury blind verkostet, bewertet und mit Sonderpreisen gekürt werden. Special Awards 2019 werden in den Kategorien Female Distiller of the Year, Young Distiller of the Year, Outstanding Innovation, Best in Tradition, Farm-to-Shaker Bar of the Year und Farm-to-Shaker Barkeeper of the Year vergeben.

Der Beitrag Inventur am 24. Februar 2019 erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 

Mit dem Havana Club Edición Profesional, Blends aus Gouadeloupe sowie einem neuen Import von Berentzen hat die Verkostungsrunde im Februar einen kleinen Rum-Fokus. Komplettiert werden die Zuckerrohr-Destillate von einem neuen Produkt aus dem Hause Nikka sowie einem neuen, alten Bekannten von Tanqueray.

Rum hat weiterhin starkes Fahrwasser, das zeigt die Anzahl der neuen Produkte, die in der Redaktion eintreffen. Und wie das eine oder andere Produkt zeigt, steigt auch die Transparenz. Erfreuliche Entwicklungen für den Konsumenten, erfreuliche Entwicklungen am Gaumen – und somit springen wir direkt hinein in unsere Verkostungsrunde für den Februar. Den Auftakt macht allerdings ein japanischer Whisky:

Nikka Days

Mit dem Nikka Days baut das japanische Whisky-Unternehmen, seit 2016 für Deutschland im Import von Borco, seine Palette an Blends weiter aus. Der Name des Nikka Days deutet es bereits an: Er soll ein leichter, aber dennoch komplexer Whisky sein, der nicht die gleiche Schwere mitbringt wie etwa sein großer Cousin, der „From The Barrel“. Der besondere Clou liegt beim „Days“ darin, dass er Destillate beider Nikka-Brennereien, Yoichi und Miyagikyo,  enthält – also sowohl zarte, malzbetonte wie auch getorfte Brände.

Diese Spannung zeigt sich auch gleich in der Nase: Honig, Waffelgebäck und grüner Apfel vermischen sich mit einem zarten Anklang von Jod und Rauch, alles in allem sehr dezent. Geschmacklich schiebt sich zunächst der Apfel in den Vordergrund, es kommen kandierte Früchte, Weingummi und Butterkeks hinzu. Die torfige Komponente macht sich erst wieder als leicht herzhafte Ahnung im Finish bemerkbar. Insgesamt ein vergleichsweise leichter, zugänglicher „Tages“-Whisky, dessen Preis für die Kategorie durchaus im oberen Bereich liegt.

700 ml

40% Vol.

€ 39,99

nikkawhisky.eu

Damoiseau Statera

Die Brennerei von der Insel Gouadeloupe ist in erster Linie für ihre Agricoles bekannt. Allerdings brennt das Haus traditionell nicht nur aus frischem Zuckerrohrsaft, sondern gleichsam aus Melasse. Mit den beiden neuen Qualitäten „Statera“ und „Concordia“ bringt das Unternehmen nun gemeinsam mit dem deutschen Importeur Charles Hosie zwei Qualitäten auf den Markt, die jeweils Blends aus Agricole- und Melasse-Rum darstellen – somit eine absolute Nischendisziplin. Die Verkostungsrunde nimmt sich den Statera zur Brust, einen Blend aus Rums mit mind. 5 (Melasse) bzw. 6 Jahren (Agricole) Reifezeit. Ein lobenswertes Vorgehen, hier im schottischen Sinne auf ein Mindestalter zu verweisen anstatt mit rechnerischen Zahlenspielen zu kommen, wie sie beim Rum noch immer verbreitet sind.

Das olfaktorische Bild ist vielschichtig und spannungsgeladen: Einerseits getragen durch volle Gewürznoten von Piment, Zimt und Nelke, mischen sich auch deftige Noten aus Leder, etwas Rauch und einer kleinen Spur Trockenfleisch ins Aroma. Sehr komplexer, trockener Eindruck, der auf der Zunge konsequent fortgesetzt wird mit kantigen Noten aus Rauch, Tabakblättern, mehr Leder und etwas Trockenbeeren. Dabei trocken, schlank und angesichts der Aromenvielfalt dennoch sehr bekömmlich. Absolute Probierempfehlung!

700 ml

40% Vol.

€ 38,00

damoiseaurhum.com

Havana Club Edición Profesional „B“

Wie schon der Nikka Days kommen auch die beiden neuen, limitierten Füllungen von Havana Club mit einem sprechenden Namen: Bei der „Professional Edition“ bzw. „Edición Profesional“ handelt es sich um ausgesuchte Rums, die für den Einsatz an hochwertigen Bars geblendet und abgefüllt worden sind. Zwei Qualitäten wurden im Herbst für den Einstieg in die Serie präsentiert, nun sind sie verfügbar: „A“ ist ein weißer Blend aus gereiften Rums, „B“ stellt eine Zusammenstellung ca. sieben- und achtjähriger gereifter Destillate dar, darunter auch solche, die in Islay-Fässern ausgebaut wurden.

Im Nosing zeigt sich der Havana Club Edición Profesional B extraktreich und intensiv mit Noten von Röstmalz, Pumpernickel, Sauerteig sowie leichten Fruchtspitzen unreifer Bananen und Feigen. Jene deftigen Töne verstärken sich im Mund noch deutlich in Richtung getrockneter Datteln, Süßholz, Asche und etwas Meersalz. Ein durchaus erwachsenes Aromenprofil, aber absolut geeignet für kompakte, klassische Rum-Cocktails – auch durch den samtigen Abgang mit geradezu laktilen Noten dunkler Milchschokolade.

700 ml

40% Vol.

Preis N.N.

havana-club.com

Tres Países Premium Rum

Neu im Portfolio des Korn-Riesen Berentzen ist der Tres Países Rum, ein Blend aus Destillaten aus Panama, der Dominikanischen Republik und Guatemala. Hier sieht man es mit der Altersangabe (etwa im Gegensatz zu Damoiseau) allerdings wieder rumtypisch und schreibt „up to 8 years“ auf die mattschwarze Flasche. Schade, denn es wäre sicher auch transparenter möglich.

Das ändert nichts daran, dass der Tres Países dennoch mit einem durchaus vielschichtigen, interessanten Aromengefüge punkten kann. Scharfe Frucht-Ester mit viel Banane und etwas Ananas treffen hier auf Leder, Bienenwachs, etwas Zeder und einen Anklang von Karamell. Letzterer Anklang wird dann geschmacklich deutlicher aufgeschlossen mit dezenter Süße (Ahornsirup), gerösteten Mandeln, Walnuss und vanilliger, öliger Cremigkeit. Auch das Finish ist dicht und sahnig. Ein guter Einstiegs-Rum zu einem fairen, angemessenen Preis.

700 ml

40% Vol.

€ ca. 24,90

tres-paises-rum.com

Tanqueray Flor de Sevilla

„Ist doch gar nicht neu“, war das erste Statement in der Redaktion. Stimmt, aber eben auch nicht: Denn Tanquerays Sonderfüllung kam 2018 auf den Markt, war aber bislang in Deutschland nicht offiziell erhältlich. Das ändert sich nun, der lachs- bzw. orangefarbene Distilled Gin ist nun regulär nicht nur für die Gastronomie, sondern ebenso im Handel verfügbar.

Die erste Duftprobe macht schon klar: Der Bezug zu Spanien wird hier nicht nur durch die namensgebende Sevilla-Orange und das andalusische Dekor des Labels hergestellt, sondern auch durch den deutlichen Blick auf den spanischen Markt und die dortige Gin & Tonic-Vorlieben: Man riecht viel Frucht, allen voran natürlich Orangenzeste mit leicht marmeladigen Tönen, außerdem leicht florale Töne – aber keinen Wacholder. Dabei bleibt es auch am Gaumen, der freilich auch eine mittelstarke Süße verzeichnet. Diese wird durch die Bitterkeit gut aufgefangen, bleibt aber dennoch sehr präsent und gleitet nach hinten raus ein wenig in Zuckerwatte ab – schade in Anbetracht der sehr naturbelassen wirkenden Orangen-Noten. Für klassische Gin-Drinks nur bedingt zu verwenden, dürfte der Tanqueray Flor de Sevilla allerdings im nahenden Frühling (und im Sommer sowieso) mit einem trockenen Tonic oder auch mit Soda Water als erfrischender Durstlöscher durchaus gute Chancen haben.

700 ml

41,3% Vol.

€ ca. 25,90

tanqueray.com

Der Beitrag Die Mixology-Verkostungsrunde Februar 2019 erschien zuerst auf Mixology.

Read Full Article

Read for later

Articles marked as Favorite are saved for later viewing.
close
  • Show original
  • .
  • Share
  • .
  • Favorite
  • .
  • Email
  • .
  • Add Tags 

Separate tags by commas
To access this feature, please upgrade your account.
Start your free month
Free Preview